Vaake baut das erste Lattenschiff seit rund 100 Jahren

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Von CHRISTIAN HORN n Vaake/Helsa/Kassel. Vaake ist ein beschaulicher Ort an der Weser, der in diesem Jahr sein 1150-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass plant man in dem Ort etwas besonders. Man wird nicht einfach nur an alte Traditionen erinnern, sondern man lässt eine Ausgestorbene Tradition, ein Handwerk, wieder auferstehen: die Lattenschiffe. Einst war Vaake ein Fischerdorf, dass mit einer eigenen Art von Schiffen auf der Weser fischte. 1920 wurde dort das letzte Lattenschiff gebaut. Die Idee, diese Tradition auferstehen zu lassen kam in dem Ort durch den Hessentag auf, dort wollte man sich präsentieren. Auf dem Wagen sollte ein Lattenschiff präsentiert werden, doch ein vorzeigbares Exemplar war vor Ort nicht mehr zu finden. „Wir haben zwar ein Lattenschiff gefunden, doch das war in so einem schlechten Zustand, dass man dies niemandem zeigen konnte“, erklärte Michael Geselka vom Lattenschiff Vaake e.V. Nach diesen Erfahrungen beschloss man in Vaake, dass es an der Zeit sei, diese Tradition, den Bau von Lattenschiffen wiederzubeleben. Doch einfach sei dies nicht. Handwerkliche Kenntnisse gibt es noch vor Ort: „Unser Lattenschiff-Projekt ist inzwischen ein generationsübergreifender Dialog. Vor allem die älteren vor Ort haben noch unschätzbares Wissen und vor allem Werkzeuge für den Bau, die schon lange nicht mehr hergestellt werden“, so Geselka. Den richtigen Baum finden Nachdem man schließlich einen Plan zur Rekonstruktion eines Schiffes erstellt hatte, stand man vor zwei weiteren riesigen Herausforderungen. „Man kann leider nicht einfach irgendwelche Bretter nehmen uns zusammenbauen. Man benötigt die Latten von Eichen, deren Stamm mindestens zehn Meter gerade nach oben gewachsen, zudem dürfen sich in diesem Bereich keine Äste gewachsen sein. Äste sorgen für Löcher, und die kann man in einem Schiff nun wirklich nicht gebrauchen“, erklärt Andreas Vollack, 1. Vorsitzender vom Lattenschiff Vaake e.V. Also wurde Hessenforst

Anlässlich des 1150-jährigen Bestehen des Ortes Vaake hat man beschlossen die Tradition der Lattenschiffe vor dem Aussterben zu bewahren

Vaake/Helsa/Kassel. Vaake ist ein beschaulicher Ort an der Weser, der in diesem Jahr sein 1150-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass plant man in dem Ort etwas besonderes. Man wird nicht einfach nur an alte Traditionen erinnern, sondern man lässt eine Ausgestorbene Tradition, ein Handwerk, wieder auferstehen: die Lattenschiffe.

Einst war Vaake ein Fischerdorf, dass mit einer eigenen Art von Schiffen auf der Weser fischte. 1920 wurde hier das letzte Lattenschiff gebaut. Die Idee, diese Tradition auferstehen zu lassen, kam in dem Ort durch den Hessentag auf, dort wollte man sich präsentieren. Auf dem Wagen sollte ein Lattenschiff präsentiert werden, doch ein vorzeigbares Exemplar war vor Ort nicht mehr zu finden."Wir haben zwar ein Lattenschiff gefunden, doch das war in so einem schlechten Zustand, dass man es niemandem zeigen konnte", erklärte Michael Geselka vom Lattenschiff Vaake e.V.Nach diesen Erfahrungen beschloss man in Vaake, dass es an der Zeit sei, diese Tradition, den Bau von Lattenschiffen, wiederzubeleben. Doch einfach sei dies nicht.Handwerkliche Kenntnisse gibt es noch vor Ort: "Unser Lattenschiff-Projekt ist inzwischen ein generationsübergreifender Dialog. Vor allem die älteren vor Ort haben noch unschätzbares Wissen und vor allem Werkzeuge für den Bau, die schon lange nicht mehr hergestellt werden", so Geselka.

Den richtigen Baum finden

Nachdem man schließlich einen Plan zur Rekonstruktion eines Schiffes erstellt hatte, stand man vor zwei weiteren riesigen Herausforderungen."Man kann leider nicht einfach irgendwelche Bretter nehmen und zusammenbauen. Man benötigt die Latten von Eichen, deren Stamm mindestens zehn Meter gerade nach oben gewachsen sind. Zudem dürfen in diesem Bereich keine Äste gewachsen sein. Äste sorgen für Löcher, und die kann man in einem Schiff nun wirklich nicht gebrauchen", erklärt Andreas Vollack, 1. Vorsitzender vom Lattenschiff Vaake e.V.Also wurde Hessenforst beauftragt, einen geeigneten Baum zu finden. Eine Eiche, hoch gewachsen und auf zehn Metern keine Äste. Am Ende fand man genau solch einen Baum."Man sagte uns, dass dieser Baum sozusagen der ,Weiße Elefant’ unter den Bäumen sei. Eine absolute Seltenheit und heiß begehrt in der Furnierindustrie. Entsprechend teuer ist er", so Geselka.Die Kosten für das wertvolle Holz übernahm daher die Sparkasse aus Kassel: Es ist ein einmaliges Projekt, verbindet Generationen und belebt schon ausgestorbene Handwerkskunst. Projekte dieser Art gibt es nicht viele, daher war es für uns selbstverständlich, dieses Vorhaben zu unterstützen", so Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kassel.

Ein wenig zu groß geraten

"Ein zweites großes Problem war, ein Sägewerk zu finden, dass Stämme von elf Metern Länge verarbeiten kann", so Vollack. In der Regel sei bei acht Metern Schluss, doch im Sägewerk Blumenstein bei Helsa fand man die Lösung. Es ist eines der wenigen Sägewerke, die den Stamm verarbeiten konnten.Und so schnitt man am vergangenen Samstag denn Stamm zurecht, um die Latten für das 6,50 Meter lange Schiff zu bekommen. Die Aktion dauerte mehrere Stunden. Man sei einen entscheidenden Schritt weiter, doch noch weit vom Ziel entfernt. Rund ein Jahr, so die Schätzung von Michael Geselka, könne es noch dauern, bis das Lattenschiff fertig sei.Und selbst danach gibt es noch weitere Ziele, ein Museum, einen "Hafen" und mehr. Denn das Lattenschiff ist nur ein Teil der Tradition, die möchte man in Vaake mit ganzer Leidenschaft bewahren.Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage:www.lattenschiff-vaake.de

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