Valentin Thurn stellte seinen neuen Film vor

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Regisseur Valentin Thurn feierte im vollen Capitol Kino seinen neuen Film.

Witzenhausen. Im Laufe dieses Jahrhunderts wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden anwachsen. Wo soll die Nahrung herkommen, die jeder Einzelne täglich zum Überleben benötigt, und von der laut der Welternährungsorganisation FAO bereits heute jeder Sechste zu wenig hat? Und wie kann verhindert werden, dass die Menschheit allein durch ihr Wachstum die Grundlage für ihre Ernährung zerstört?Diesen Fragen geht Journalist und Filmregisseur Valentin Thurn in seinem neuesten Film "10 Milliarden" nach, der im vollbesetzten Capitol-Kino unter Anwesenheit des Regisseurs seine Premiere feierte. Obwohl der Film in beiden Kinos gezeigt wurde, einmal in der englischen und einmal in der deutschen Fassung, mussten etliche Menschen, die sich in der Mühlstrasse drängten, wieder nach Hause geschickt werden.

Auf Recherche nach Lösungsansätzen

Thurn, der mit dem Dokumentarfilm "Taste the Waste", der sich mit der immensen Lebensmittelverschwendung in der westlichen Welt beschäftigt, große Bekanntheit erlangte, geht auf seinen Recherchen rund um die Zukunft der Welternährung auf verschiedene potentielle Lösungsansätze ein, die sowohl die industrielle, als auch die biologische und traditionelle Landwirtschaft zu bieten haben. Behutsam und respektvoll begegnet er dabei seinen Interviewpartnern, vom neokolonialistisch agierenden Sojaplantagenbetreiber in Namibia, über den holländischen Wissenschaftler, der einen 25.000 Euro teuren Hamburger aus Laborfleisch produziert, bis hin zur malawischen Familienoberhäuptin, die ein kleines Einkommen über den Bau von Lehmöfen verdient und sich und ihre Familie mit einem Mischkulturanbau ausreichend ernähren kann.Überall trifft Thurn auf Menschen, die von der Richtigkeit ihres Tuns und Sinnhaftigkeit für die zukünftige Ernährung überzeugt sind.

Thurn selbst kommt aber schnell zum Schluss, dass eine wirklich nachhaltige Ernährung nur durch kleinteilige Landwirtschaft und regionale Produktion und Wirtschaftskreisläufe zu erreichen sei. Dies sei auch und vorallem in den Städten möglich. Dafür porträtiert er die essbare Stadt Todmorden in England ebenso wie das Vorzeigeprojekt der urbanen Landwirtschaft unter Leitung des ehemaligen NBA-Spielers Will Allen in Millwaukee/USA.

Ein Drittel der weltweiten Ernte wird vernichtet

"Grundsätzlich ist es aber mehr eine Verteilungsangelegenheit, als eine Frage der Produktion selbst", stellt Thurn im anschließenden Filmgespräch mit Prof. Dr. Jürgen Hess und Dr. Christian Hülsebusch klar, welches von Ines Reinisch moderiert wurde. " Es wird derzeit etwa ein Drittel der weltweiten Ernte vernichtet und viele Menschen haben keinerlei Zugang zu den Märkten selbst".Weiterhin rief er dazu auf, weniger Fleisch zu essen "Hähnchen für 2,50 Euro haben auch ihren Preis". Dies sei immer häufiger der Landraub, der weltweit Kleinbauern ihre Existenz entzieht und in die Slums der Großstädte treibt, damit auf ihren Feldern Soja als Futtermittel angebaut werden kann.Um die Botschaft seines Films zu unterstreichen, hat Thurn seine Recherchen im neuen Buch "Harte Kost" zusammengefasst, sowie die Internetplatform "Taste of Heimat" aufgebaut, auf der regionale Anbieter, Hintergrundinformationen und Werkzeuge für mehr regionale Produktion und Wirtschaft an sich zu finden sind.

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