Veranstaltungsreihe geht den Spuren jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis nach

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(V.li.) Dekan Dr. Martin Arnold, Matthäus Mihm, Ludger Arnold und Andrea Röth (Werraland-Werkstätten und Nachfolgerin von Matthäus Mihm).

Fünf Veranstaltungen sollen den Spuren jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis auf den Grund gehen. Neben historischen Informationen gibt es Musik und einem Imbiss mit jüdischen Spezialitäten.

Werra-Meißner. Am 26. Januar beginnt in Eschwege die neue Veranstaltungsreihe „Spuren jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner entdecken” (siehe Extra Info). „Wer genau hinschaut, kann die Spuren noch entdecken”, sagt Dekan Dr. Martin Arnold vom Arbeitskreis, der die Veranstaltungen gemeinsam mit Aufwind Verein für seelische Gesundheit e.V. organisierte. So gebe es viele Spuren in Form von Synagogen, Friedhöfen, Gegenständen und Büchern. Im Werra-Meißner-Kreis gab es 14 jüdische Gemeinden. Und hier sind mehr Spuren jüdischen Lebens erhalten als in fast allen anderen Regionen Deutschlands. „Genau das wollen wir wieder mehr ins Bewusstsein rücken”, so Dr. Arnold.

Ein Dreiklang

Angelegt sind die Veranstaltungen immer im Dreiklang aus jüdischer Musik, historischer Information sowie einem Imbiss mit jüdischen Spezialitäten. Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist die Eröffnung des Lern- und Gedenkortes in der ehemaligen Synagoge in Abterode. „Dieser Ort ist so besonders, das er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss”, so Matthäus Mihm von Aufwind. Diese Aufgabe sei für den Verein besonders reizvoll gewesen, verstehe er sich doch als Motor dafür, Begegnungen zu ermöglichen. „Kein Ort ist geeigneter als die Synagoge in Abterode, um das Thema umfassend an die Bevölkerung heran zu tragen”, ist Mihm überzeugt.

Vor allem durch den künftigen Mangel an Zeitzeugen sei es wichtig, Geschichte ansprechend zu vermitteln. „Die folgenden Generationen haben keine natürlichen Berührungspunkte mehr zum Thema. Es gilt, durch die Schule, der Kirche und anderen Institutionen zu vermitteln”, sagt Ludger Arnold, Vorsitzender der Kreissynode. Es sei vor allem wichtig, sich vom „erhobenen Zeigefinger” zu lösen und den Jugendlichen die gemeinsame Geschichte ohne Schuldgefühle näher zu bringen.

Für den Arbeitskreis kommt die Veranstaltungsreihe genau zur richtigen Zeit. „Der Antisemitismus erlebt derzeit wieder einen Aufsteig, dem wollen wir entgegen halten”, so der Dekan. Neben dem politischen und gesellschaftlichen Ansatz gebe es jedoch auch einen wichtigen kirchlichen Grund: „Das Judentum ist die Wurzel unseres Glaubens. Das Christentum wäre ohne seine jüdischen Wurzeln nicht denkbar. Daher ist es wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen”, so Dr. Arnold abschließend.

Die Eckdaten

Samstag, 26. Januar 2019, in Eschwege (Neuapostolische Kirche) Begrüßung durch Bürgermeister Alexander Heppe, Musik von Dany Bober, historische Informationen von Annemarie Zimmer

Samstag, 25. Mai 2019, an der ehemaligen Synagoge Witzenhausen Begrüßung durch Bürgermeister Daniel Herz, Musik von Captain Klez, historische Informationen von Matthias Roeper

Samstag, 31. August 2019, in Harmuthsachsen (Beginn vor der ehemaligen Synagoge) Begrüßung durch Bürgermeister Reiner Adam, Musik von „Die Evas”, historische Informationen von Rolf Hocke

Samstag, 2. November 2019, in der Synagoge Abterode Eröffnung des Lern- und Gedenkortes, Begrüßung durch Bürgermeister Friedhelm Junghans und den Vorstand von „Aufwind”, historische Informationen von Dr. Karl Kollmann, Konzert mit der Gruppe „AUFWIND”

Samstag, 1. Februar 2020, im „Blickpunkt” in Sontra Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Eckhardt, Musik von Nancy Heldmann, Axel Aschenbrenner und die Jugendlichen der Adam-von-Trott-Schule, historische Informationen von Ludger Arnold.

Die Veranstaltungen finden jeweils von 16.30 bis 18.30 Uhr statt (Ausnahme Abterode: 17 bis 21 Uhr). Der Imbiss wird jeweils durch Sabine Knappe in Kooperation mit „Aufwind” gereicht.

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