Das Fleisch-Sommelierpaar aus dem Kreis

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Ein Herz und eine Seele: Carsten Neumeier und Bärbel Stieglitz im Verkaufsraum der Metzgerei in Walburg. 

Sie verbindet nicht nur die Liebe für Fleisch

Walburg. Die artgerechte Behandlung der Tiere vor der Schlachtung, ausschließlich natürliche Zutaten und beste Qualität wurden Carsten Neumeier quasi in die Wiege gelegt – durch die Metzgerei seiner Großeltern. Sein Opa baute die Fleischerei auf, die Carsten Neumeier seit 1991 betreibt, seine Ahle Wurscht ist weit über die Grenzen des kleinen Ortes am Fuße des Meißners bekannt.

Durch diese Umstände unterscheidet er sich aber kaum von anderen „klassischen Dorfmetzgern“, ebenso durch seine Schlachtkurse, Ahle-Wurst-Führungen oder dem markanten grünen Hut, den der 54-Jährige stets als Markenzeichen trägt. Nein, es ist vielmehr der Umstand, dass Neumeier eine Ausbildung zum Sommelier absolviert hat, was bisher durchaus selten ist. Noch seltener aber, dass er ihn gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Bärbel Stieglitz machte.

Das zweite Paar seiner Art

Damit dürften die beiden nach eigenen Angaben „wohl deutschlandweit das zweite Metzger-Paar mit erfolgreicher Sommelier-Ausbildung sein“, sagt Neumeier und lacht. Das beschriebene „Pendant-Pärchen“ Gabriele und Fritz Kästel (Kohl-Kramer) kommt übrigens auch aus der nordhessischen Region, nämlich aus Trockenerfurth im Schwalm-Eder-Kreis. Bei Carsten und Bärbel passt die Verbindung von Privat- und Berufsleben scheinbar perfekt, denn neben ihrer privaten Liebe ist es auch die Leidenschaft für Fleisch und dessen hochwertiger Verarbeitung.

 Da verwundert es kaum, dass er als Experte für Schweine- und sie wiederum für Rindfleisch fungiert. Die 53-jährige Bärbel Stieglitz erlernte das Handwerk – wie sollte es anders sein – ebenfalls im Betrieb der Familie, arbeitete viele Jahre dort, bis sie quasi zu Carsten Neumeier wechselte. Sie war es auch, die neben neuen Impulsen auch den Anstoß zur gemeinsamen Sommelier-Ausbildung gab.

Also fuhren beide im vergangenen Jahr nach Augsburg und absolvierten den 14-tägigen Kurs an der einzigen Einrichtung in Deutschland, der Fleischer-Akademie. In den zwei Praxis- und Theoriewochen „büffelten“ beide Inhalte wie Kulturgeschichte des Fleisches, aktuelle Zuschnitte, Haltung, Rassen und Ursprung, Schlachtkunde, Barbecue und Zubereitung, Sensorik, Ernährungskunde, Fleischreifung und vieles mehr.

Gut 6000 Euro ließen beide sich die gesammelten Erkenntnisse kosten. Diese gibt das Sommelier-Pärchen an Kunden aus der gesamten Region weiter. Die Menschen davon zu überzeugen, welch besonderes Geschmackserlebnis hochwertige Produkte bieten, wie etwa das dry-aged-beef, sei ein laufender Prozess, aber das sei auch völlig okay, sagt Bärbel Stieglitz mit einem Lächeln.

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