Vereine und Verbände Wickenrode luden gemeinsam mit Gemeinde Helsa zum Neujahrsempfang

Neujahrsempfang der Gemeinde Helsa und Vereine und Verbände Wickenrode
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Neujahrsempfang der Gemeinde Helsa und Vereine und Verbände Wickenrode

Die Feierlichkeiten rund um 750 Jahre Wickenrode waren Thema des Neujahrsempfangs der Vereine und Verbände sowie der Gemeinde Helsa.

Wickenrode - „Ohne Vereine wären wir nur eine Schlafstätte. Sie bereichern unser Zusammenleben und zeigen - was aus Wickenrode kommt, ist gut”, so begrüßt Gitta Brede, die Vorsitzende der Vereine und Verbände die Gäste zum gemeinsamen Neujahrsempfang mit der Gemeinde Helsa. Musikalisch eingestimmt wurden die Gäste im Dorfgemeinschafthaus zuvor durch den Mandolinen - und Gitarrenverein 1923 Wickenrode e.V.

Nach einem Stück von Antonio Vivaldi und zwei karibischen Melodien folgte die Begrüßungsansprache von Gitta Brede. Sie stellte das Thema des Abends vor: „725 Jahre Wickenrode”. Auch Bürgermeister Thilo Küthe richtete einige Grußworte an die Gäste. Er dankte zunächst den Feuerwehren, die am vergangenen Donnerstag während des Sturms „Friederike" in 20 Einsätzen unterwegs waren, um die Straßen von Bäumen zu räumen. Auch aus Nachbargemeinden kamen Hilferufe, denen die Feuerwehr nachkam. „Es ist solch ein bunter Blumenstrauß an Einsätzen und die Feuerwehr hat alle bravourös erledigt”, dankt Küthe den Ehrenamtlichen.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu 725 Jahre Wickenrode stehen die Traditionen des Ortes. Dazu zählt vor allem die Bergbautradition. „Diese Tradition ist so eng mit unserem Ort verbunden und gehört zur Geschichte. Es gilt, diese weiterhin zu erhalten und auch nach außen zu tragen”, so der Bürgermeister. Er erwähnte auch die „Wunden”, die der Bergbau des Hirschbergs hinterlassen hat. So sei die Renaturierung des Geländes zwar vorangeschritten, doch noch nicht abgeschlossen. Immer noch sei der Schutz vor dem Wasser die höchste Priorität. Auf die Geschichte des Hirschbergs ging Herbert Brandt in seiner Neujahrsansprache näher ein. „Der Hirschberg ist eine tragende Säule im Leben der Gemeinde. Viele ehemalige Dörfer aus der früheren Zeit sind nicht mehr existent. Nicht so die Dörfer um den Hirschberg herum”, so Brandt.

Dies sei auf das reiche Vorkommen von Ton, Kohle, Erz und Quarzsand zurückzuführen. So bescherten diese Bodenschätze dem Hirschberg eine gut florierende Industrie. Erste Hinweise auf eine Glashütte zur Glasproduktion gibt es aus dem Jahr1470. Bis heute sind sieben der neun Wanderglashütten lokalisiert. Auch der Abbau von Erz und Herstellung von Alauenerz sei von enormer Bedeutung gewesen. Schließlich entstand am Hirschberg eines der größten Chemiewerke Deutschlands mit 300 Arbeitern im Jahre 1860. Zwanzig Jahre später kam das Chemiewerk jedoch zum Erliegen. Die Braunkohleförderung gewann mehr und mehr an Bedeutung. Ab etwa 1820, so Brandt, begannen die Bewohner, privat mit Braunkohle zu heizen. Es folgte der Bau eines eigenen Kraftwerkes, der Tagebau wurde immer wichtiger. Im Jahr 1951 zählte das Werk 420 Arbeiter, bevor es zwei Jahre später still gelegt wurde. „Auch das Suchen nach Silber hier am Hirschberg war mal Thema. Doch bei drei Grabungen gab es keinen Erfolg. Ein Silbervorkommen ist also nicht belegt”, berichtet Herbert Brandt.

Getreu dem traditionellen Bergbau sangen die Gäste anschließend kraftvoll das Steigerlied, bevor Landrat Uwe Schmidt einige Worte an das Publikum richtete. Selbst bei der 700-Jahrfeier anwesend und auch mitwirkend, blickte er auf die vergangene Zeit zurück. „Heute haben die Menschen, auch wenn es ihnen gut geht, eine Grundangst. Die Angst, Entscheidungen könnten nicht die richtigen sein. Oder die Angst vor Unzufriedenheit, Orientierungsverlust und Resignation”, so Schmidt. Er appelliert daran, mutig nach vorne zu schauen, eine Erfolgshaltung zu schaffen. „Wir sollten nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren, sondern Probleme verbessern. Egal in welchem Tempo. Die Zukunft ist kein Schicksal”, so der Landrat.

Ihre Verbindung zur Geschichte von Wickenrode machten auch Timon Gremmels und Dr. Friedrich Freiherr Waitz von Eschen in ihren Ansprachen deutlich. „Die Gemeinschaft zu stärken ist wichtig. Denn genau wie früher gibt es auch heute Probleme, die es gilt, anzupacken”, so Gremmels. Die Gemeinschaft ist es auch, die Waitz von Eschen in seiner kurzen Darstellung der unternehmerischen Familiengeschichte betont. „Als Familie geht man nicht allein, in der Gemeinschaft auch nicht. Viele Generationen meiner Familie konnten hier wirken, und immer gab es Menschen, die uns unterstützt und gestärkt haben”, so der Unternehmer. Auch in der Zukunft gelte es, Ideen gemeinsam zu realisieren.

Das Programm des Neujahrsempfangs beendete die Jugendgarde des CCW Hiddelbeeren, die sich ein halbes Jahr auf ihren Auftritt vorbereitete und für ihre gelungene Darbietung einen langen Applaus verdiente.

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