Verfahren gegen Dirk Oetzel wurde eingestellt

Eine Last ist verschwunden: Dirk und Daniela Oetzel können nach sechs Jahren Martyrium nun wieder positiv in die Zukunft blicken. Foto: Horn

Das Gerichtsverfahren gegen Dirk Oetzel wurde nach über sechs Jahren der Ungewissheit eingestellt

Werra-Meißner. Dirk Oetzel und seine Frau Daniela sitzen in ihrer Küche. Sie fühlen sich zum ersten Mal seit sechseinhalb Jahren wieder frei und glücklich. Weihnachten fand dieses Jahr sozusagen etwas früher statt, denn das Gerichtsverfahren gegen Dirk Oetzel, das wie ein Damoklesschwert über der Familie hing, wurde eingestellt.Der Vorwurf: Bestechung. Wer ihn angezeigt hat, wusste Oetzel lange Zeit nicht. Das Verfahren begann mit der Behauptung, ein Atemschutzauftrag sei "unter der Hand" rechtswidrig an den Entscheidungsinstanzen vorbei an seine Brandschutz-Firma vergeben worden. Das war im Jahr 2010.

Eine anonyme Quelle tauchte auf

Ähnliche Vorwürfe aus der anonymen Quelle gab es auch noch im Jahr 2014. Doch im Nachhinein entpuppten sich diese als haltlos und unbegründet. Weder der Akteneinsichtsausschuss des Landkreises noch das Gericht fanden Beweise für die Anschuldigungen. Erst jetzt wurde das Verfahren gegen ihn und den ehemaligen Kreisbrandinspektor eingestellt.

"Dass meine Familie und meine Firma dies ohne größere Folgen überstanden haben, ist ein Wunder", erklärt Dirk Oetzel. Wut und Tränen hätten in der Zeit nah beieinander gelegen, aber der Wille – die Unschuld zu beweisen – sei stärker gewesen, vor allem war er Motivation. Am 21. November einigten sich Oetzel und das Gericht daher auf die Einstellung des Verfahrens.

Entscheidung im Familiensinn getroffen

"Meine Anwälte haben mir dazu geraten, der Einstellung zuzustimmen, da sich das Verfahren sonst noch weitere X Jahre hätte hinziehen können. Das galt es für mich abzuwägen. Im Sinne meiner Familie und der Firma habe ich mich daher entschieden, den Vorschlag des Gerichts, dem die Staatsanwaltschaft zugestimmt hat, anzunehmen", erklärt Oetzel.

Die sechseinhalb Jahre, in denen immer wieder anonyme Anschuldigungen auftauchten, haben Spuren hinterlassen, doch viele Freunde hielten der Familie und die meisten Kunden der Firma die Treue. "Das ist nicht selbstverständlich und hat uns Kraft gegeben", so das Ehepaar, dessen Zusammenhalt dadurch nur noch weiter gewachsen ist."Schlimm war vor allem die Hausdurchsuchung. Es ist hart, wenn fremde Menschen plötzlich alles Private durchstöbern. Und alle denken: Wenn die Polizei schon das Haus durchsucht, muss man ja schuldig sein", so Daniela Oetzel.

Wer das Verfahren angestoßen hat, weiß das Ehepaar inzwischen, denn nachdem es aus ermittlungstechnischen Gründen lange keine Akteneinsicht erhielt, wurde diese dann doch gewährt. "Mehrere tausend Seiten habe ich nach Feierabend durchgeackert, und zwar dreimal!", so Oetzel. Und weiter: "Inzwischen ist klar, dass die Anzeige politisch motiviert war."Bis zu jenem Tag war Oetzel politisch äußerst erfolgreich, er stand an der Spitze des SPD-Unterbezirks und war Stadtrat in Hessisch Lichtenau, galt für viele schon als möglicher Bürgermeisterkandidat der SPD. Nach der Anzeige legte er jedoch alle politischen Ämter nieder.Seit diesem Jahr ist er wieder in der Stadtverordnetenversammlung tätig. Zudem setzt er sich als 1. Vorsitzender im "Bürgerverein" für den Erhalt der lokalen Feste ein.Die Einstellung des Verfahrens gibt ihm nun noch mehr Auftrieb. Was in den kommenden Jahren sein wird, dass wissen Dirk und Daniela Oetzel noch nicht: "Hauptsache die Familie bleibt gesund!" Die Feiertage können sie jetzt erst einmal unbeschwert genießen.

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