"Vergessene Orte" in Nordhessen: Ex-Munitionsfabrik in Hirschhagen

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Der Kohlehochbunker wurde mit Graffiti von innen und außen beschmiert. Die Geländer bieten keine Sicherheit mehr und sind teilweise in die Kohletrichter gefallen. An den Metallstangen, die von der Decke ragen, führte eine Seilbahn entlang, mit der die Kohle aus dem Tal bis in die Trichter transportiert wurde.
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Technische Ausrüstung ist in den Ruinen fast nicht auffindbar, zudem wurden die Gebäude nach dem Krieg auch für andere Zwecke verwendet.
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"Vergessene Orte" in Nordhessen: Ex-Munitionsfabrik in Hirschhagen

Viele verlassene Orte strahlen einen morbiden Charme aus – manche mehr als andere. Doch bei einigen Orten vergisst man schnell, was für eine dunkle Vergangenheit man gerade betreten hat. Die Gebäude der ehemaligen Munitionsfabrik in Hirschhagen sind solch ein Fall.

Hirschhagen. Neben zahlreichen Betonbauten, die eine neue Nutzung erfahren haben, stehen Gebäude, die inzwischen verfallen sind: Die Fenster eingeschlagen, der Putz abgebröckelt, Teile heruntergefallen – das Betreten ist lebensgefährlich. So wirken vor allem an der Daimlerstraße zwei verfallene Bauten zur einstigen Säureverarbeitung anziehend auf Besucher des Themenweges, der durch das Industriegebiet führt.

Doch betreten darf man die Gebäude nicht – sie befinden sich in Privatbesitz. Nur mit Genehmigung und nach Absprache sowie mit einer qualifizierten Person ist ein Blick ins Innere möglich. Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass in Hirschhagen eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben wurde. Vor 75 Jahren wurden 1.000 jüdische Zwangsarbeiterinnen von Auschwitz hierher geschickt. Sie mussten Bomben für den zweiten Weltkrieg herstellen. Bei all dem morbiden Charme des Ortes darf man diesen Aspekt nicht außer Acht lassen. Unter den Frauen war Blanka Pudler, die als 15-Jährige nach Hirschhagen kam. Sie überlebte und erzählte bis zu ihrem Tod in 2017 ihre Erlebnisse. Andere Frauen – wie Jutka Weisz und ihre Mutter Marget Weisz – wurden noch kurz vor Kriegsende zurück nach Auschwitz geschickt und ermordet, da sie nicht mehr arbeiten konnten.

In Hirschhagen selbst trifft man daher auf die Bauten, die immer stärker verfallen und neugierige, illegale Besucher anziehen. Auf der anderen Seite findet man überall Hinweise, die die dunkle Geschichte des Ortes mit Gedenktafeln erzählen. Geschichten der Menschen, die hier den Tod fanden oder finden sollten. Gesichter und Namen stehen dem verfallenden Beton gegenüber. Wer Hirschhagens Ruinen zeigen möchte, der muss auch immer die Erinnerung an die Menschen, die hier versklavt und getötet wurden, hochhalten. Führungen auf dem Themenweg können unter 05602 807-114 oder -147 gebucht werden. Am 19. April findet die nächste geplante Führung statt. Am 26. Mai findet eine kurze Führung mit Lesung des Buches „Auf einem fremden unbewohnbaren Planeten“ statt. Das Buch handelt von den Erlebnissen Blanka Pudlers.

Hinweis: Das Betreten der Gebäude in Hirschhagen ist lebensgefährlich und illegal. Die Gebäude befinden sich in Privatbesitz. Für die Fotos hat sich unsere Zeitung eine Genehmigung der Besitzer eingeholt. Wer die Gebäude ohne Genehmigung betritt macht sich strafbar und muss mit einer Anzeige rechnen.

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