Verkehrsunfälle im Werra-Meißner-Kreis: So wenig verletzte Personen wie noch nie

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Kreis ist im Jahr 2019 gestiegen auf 2.413 Fälle, 145 mehr als im Jahr 2018. Die Zahl der tödlich verünglückten sowie der leicht und schwer verletzten Personen ist jedoch auf einem historischen Tiefstand.

Werra-Meißner-Kreis - Die Anzahl der leicht oder schwer verletzten Personen bei Verkehrsunfällen (VU) im Werra-Meißner-Kreis liegt bei einem historischen Tiefstand. Das teilte die Polizeidirektion am Dienstag bei der Vorstellung des Verkehrsberichtes für 2019 mit. So stehen im Jahr 2019 281 Leichtverletzte der Anzahl von 307 im Jahr 2018 gegenüber. Bei den Schwerverletzten gab es mit 83 Personen fünf weniger als im Jahr 2018. Auch die Anzahl der Todesopfer durch Verkehrsunfälle sank von fünf auf zwei Personen. „Natürlich ist jeder Unfall einer zuviel. Aber die Zahlen geben uns keinen Anlass zur Sorge, im Gegenteil“, sagt Bernd Lindenborn, kommissarischer Polizeidirektor. Denn auch die Anzahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss (41 Fälle gegenüber 47) sowie mit aktiver und passiver Beteiligung von Kindern nimmt ab (14 Verkehrsunfälle gegenüber 26 VU). Auch bei den Wildunfällen, die schlecht durch die Polizei regulierbar sind, gibt es im Jahr 2019 zehn Fälle weniger als im vorherigen (695 Fälle).

Während die Zahl der verletzten Personen gesunken ist, ist die der Verkehrsunfälle insgesamt um 145 Unfälle auf 2.413 gestiegen. „Dass es trotzdem weniger Verletzte gibt, liegt vermutlich auch daran, dass die technische Entwicklung der Autos mittlerweile eingreift. So zeigen zum Beispiel oft ein Abstandswarner oder automatische Bremssysteme eine Wirkung“, sagt Bernd Lindenborn.

Unfallfluchten nehmen zu

Ein Problem weiterhin sind jedoch die Unfallfluchten, die werden bei etwa einem Viertel aller Unfälle von einem Beteiligten begangen. „Hier ist vielen noch nicht klar, dass es sich hierbei nicht um eine Ordnungswidrigkeit handelt, sondern um eine Straftat, die bei einer gewissen Schadenshöhe auch den Führerscheinentzug zur Folge haben kann“, informiert Frank Grubbe, Leiter Regionaler Verkehrsdienst.

567 Fälle der Unfallflucht verzeichnet die Polizei im Jahr 2019, das sind 52 Fälle mehr als im vorherigen Jahr. In 195 Fällen, also 34,4 Prozent, konnte der Flüchtende ermittelt werden. Bei den meisten Unfallfluchten handelt es sich um „Parkplatzrempler“. Oft gibt es hier keine Zeugen oder Indizien, die eine Aufklärung der Polizei erleichtern würden. „Daher sind wir hier vor allem auf Zeugen angewiesen, die Hinweise geben können“, so Lindenborn. Und weiter: „Es gibt Fälle, in denen man den Rempler als Verursacher vielleicht nicht bemerkt hat. Aber der Großteil der Verursacher entfernt sich vermutlich bewusst vom Unfallort.“

Die häufigsten Unfallursachen

Bei 299 Fällen kam es beim Wenden oder Rückwärtsfahren zum Unfall, es folgt ungenügender Sicherheitsabstand mit 239 Fällen und überhöhte Geschwindigkeit mit 164 Fällen. Außerdem zu Buche schlagen 159 Fälle des Nichtbeachtens der Vorfahrt, 69 Fälle beim Abbiegen, 42 Fälle beim Überholen und ebenso viele unter Alkoholeinfluss.

Die Polizei ist nicht nur für die Aufnahme von Verkehrsunfällen zuständig, sondern überwacht auch den fließenden Straßenverkehr, insbesondere die Geschwindigkeit. Bei Handlasermessungen wurden 421 Verstöße aufgenommen, 350 Verwarnungsgelder, 71 Bußgelder und sechs Fahrverbote. Durch Radarmessungen wurden 1.404 Überschreitungen erfasst, die 1.145 Verwarnungen, 259 Bußgelder und 17 Fahrverbote nach sich ziehen.

Corona sorgt für weniger Verkehr

„Mit den historischen Tiefständen bei tödlichen Verkehrsunfällen sowie leicht- und schwer verletzten Personen können wir eine sehr gute Bilanz ziehen“, sagen Lindenborn und Grubbe. Und auch für die Monate Januar bis April in diesem Jahr liegen schon Zahlen vor. „Durch Corona und damit einhergehendes vermehrtes Homeoffice waren in den vergangenen zwei Monaten weniger Autos auf den Straßen unterwegs und damit auch weniger Unfälle“, informiert der Polizeidirektor.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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