Versuchter Mord: Verhandlung über die Tat eines 30-Jährigen aus Eschwege hat am Landgericht in Kassel begonnen

Nach einer Messerattacke im Juli letzten Jahres findet nun die Hauptverhandlung statt

Kassel/Eschwege. Am Landgericht in Kassel hat in diesen Tagen die Verhandlung in einem Fall mit versuchtem Mord und einem Verdacht auf schwere Körperverletzung. Im Juli letzten Jahres soll es zwischen einem 30-jährigen Mann aus Eschwege und einem 58-Jährigen zu einer Messerstecherei gekommen sein.

 

Die Staatsanwaltschaft beschreibt die Abläufe der Tatnacht wie folgt: Die zwei Männer sollen in der Juli-Nacht am Plan in Eschwege eine Flasche Wodka konsumiert haben. Nachdem diese leer war, machten sie sich auf den Weg zu einer Tankstelle, um für Nachschub zu sorgen und in der Wohnung des älteren Mannes zu trinken. In der Wohnung angekommen, soll der 58-Jährige sich dem jüngeren Mann körperlich genähert haben. Der unter Amphetaminen stehende 30-Jährige wies ihn mehrfach ab und drohte ihm ihn ansonsten umzubringen. Da der 58-Jährige nachfolgend die Annäherungsversuche nicht unterließ und sein T-Shirt auszog, um sich zu einer Massage, zu der er den Jüngeren aufforderte, auf das Sofa legte, ergriff der Angeklagte die Chance seine Drohung wahr zu machen. Er setzte sich auf den Rücken des älteren Mannes und suchte nach einem Tatwerkzeug. Auf dem nahegelegenen Tisch soll er ein Messer gefunden haben, welches er dem auf dem Sofa liegenden Mann mindestens 30 Mal in den Rücken, Nacken- und Halsbereich gestochen haben soll. Dabei war ihm klar, ihn dort an der Halsschlagader tödlich verletzen zu können. Nach der Tat soll der Angeklagte die Wohnung verlassen haben und umgehend die Polizei über den Vorfall informiert haben. Die Polizei fand den 58-Jährigen schwer verletzt in der Wohnung vor.

Der Anwalt des 58-jährigen Nebenklägers überbrachte die Nachricht, dass sein Mandant sich nur an Bruchteile der Tatnacht erinnern kann. Ein Erscheinen des Zeugen vor Gericht sei problematisch, da er seit dem Vorfall querschnitzgelähmt ist und in einem Pflegeheim betreut wird. Er könnte nur liegenderweise ins Landgericht gebracht werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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