„VITA": Projekt des Kreises unterstützt Auszubildende in erzieherischen und pflegenden Berufen

Im Werra-Meißner Kreis ist das Projekt „Vita - Vielfalt, Integration und Teilhabe durch Ausbildung" angelaufen. Dabei geht es vor allem um Ausbildungen im pflegerischen und erzieherischen Bereich.

Werra-Meißner. Im Werra-Meißner-Kreis ist ein neues Angebot für einen erfolgreichen Berufsstart vorgestellt worden. Das Projekt „VITA – Vielfalt, Integration und Teilhabe durch Ausbildung” richtet sich an alle sozial Benachteiligte sowie Frauen und Männer mit Migrations- und Fluchthintergrund (siehe Extra-Info). „Wir wollten ein inklusives Projekt entwickeln. Damit alle, die interessiert sind, auch die Möglichkeit haben teilzunehmen”, sagte Myriam Lamotte–Heibrock bei der Auftaktveranstaltung im E-Werk. Ziel ist es, Fachkräfte für soziale Berufe zu gewinnen. Dazu zählen die Berufe Altenpfleger, Altenpflegehelfer, Sozialassistent, Erzieher, Krankenpfleger und Krankenpflegehelfer. Voraussetzung ist der Wohnsitz im Werra-Meißner-Kreis.

Die Module

Beim Modul I (Motivations- und Orientierungsmodul) stehen Informationen und Praktika im Vordergrund. Hier geht es vor allem darum, dass die Teilnehmer herausfinden, welcher Beruf für sie in Frage kommt und durch „Schnupperpraktika” erste Einblicke erhalten. „Von Mitte November bis jetzt haben wir bereits über 100 Profiling-Gespräche geführt”, konnte Lamotte-Heibrock berichten. Geplant ist für dieses Modul eine Laufzeit von drei Monaten, mehrere Durchgänge sind vorgesehen.

Das Modul II (Qualifizierungsmodul) sieht das Erreichen von Schulabschlüssen vor, um den Einstieg in die Ausbildung pflegerischer oder erzieherischer Bereich zu ermöglichen. Dabei geht es um den Hauptschulabschluss, den qualifizierenden Hauptschulabschluss, aber auch um den Mittleren Abschluss. Außerdem kann hier das Sprachniveau verbessert werden. An fünf Tagen pro Woche findet an den Beruflichen Schulen Witzenhausen der Unterricht statt, zusätzlich sind Praktika in den Ferien geplant. Je nach Bedarf liegt die Dauer des Moduls zwischen zwölf und 21 Monaten.

Das Modul III (Ausbildungsunterstützungsmodul) begleitet die Teilnehmer während der Ausbildung sozialpädagogisch sowie schulisch in Form von Nachhilfen. Hierdurch sollen vor allem Ausbildungsabbrüche vermieden werden. Außerdem stehen die Förderung sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen im Vordergrund. Dieses Modul erstreckt sich über die gesamte Projektlaufzeit.

Ist die Ausbildung beendet, unterstützt das Modul IV (Nachhaltigkeitsmodul) die Teilnehmer bei der Überleitung in die Berufstätigkeit. Ziel ist hierbei vor allem die nachhaltige Integration in die pflegerischen und erzieherischen Berufe.

Während der Module haben die Teilnehmer außerdem die Möglichkeit, ein Begleitangebot in Anspruch zu nehmen. Hier sind die sozialpädagogische Betreuung, Kinderbetreuung, Mobilität, beispielsweise die Übernahme von Fahrtkosten, und die Inanspruchnahme von Integrationslotsen vorgesehen. Die Module können nacheinander durchlaufen werden, können aber auch einzeln und unabhängig voneinander belegt werden. Die Zusteuerung erfolgt über die Koordinatoren des Projektes. Bisher nehmen am Modul II 13 Personen teil, es sind noch Plätze frei. Beim Modul III sind auch bereits 15 feste Teilnehmer dabei, einige bereits in Ausbildung. Weitere Informationen gibt es beim Fachdienst Sozialplanung Werra-Meißner-Kreis.

Zum Hintergrund

Der Werra-Meißner Kreis ist eine von insgesamt acht Kommunen, die beim Projekt „Sozialwirtschaft integriert” des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration teilnehmen. Im Wesentlichen geht es darum, Fachkräfte für soziale Berufe zu gewinnen und zu qualifizieren. Die Finanzierung erfolgt entsprechend der Richtlinien für das Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot des Landes. Sehr kurzfristig konstituierte sich eine Arbeitsgruppe im Werra-Meißner-Kreis, um einen Antrag auf Teilnahme zu stellen. „Wir haben innerhalb von vier bis fünf Wochen ein Konzept entwickelt. Vielen Dank an das tolle Team für die gute Zusammenarbeit”, sagte Myriam Lamotte-Heibrock. Partner des Kreises sind der Arbeiterwohlfahrt Werra Meißner e.V. und der Eigenbetrieb Volkshochschule Jugend, Freizeit Werra-Meißner.

Insgesamt wurden 42 Interessensbekundungen hessenweit beim Land eingereicht. Der Werra-Meißner-Kreis hat den Zuschlag bekommen und erhält eine Fördersumme in Höhe von 1.317.464 Euro für die Laufzeit bis Ende 2022. Zielgruppen sind Frauen und Männer mit Migrations- und Fluchthintergrund aus den Rechtskreisen Asylbewerberleistungsgesetz, SGB II und SGB VIII, sowie der Benachteiligtengruppen der Arbeitsmarktförderung aus den Rechtskreisen SGB II, SGB III, SGB VIII und SGB XII.

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