Bärlauch richtig sammeln und zubereiten

Den Bärlauch erkennt man besonders gut an seinem knoblauchartigen Geruch, wenn man ihn zwischen den Fingern reibt. Kommt der Duft nicht auf, ist es kein Bärlauch. Seine Blattoberseite ist glatt (linkes Blatt im Bild), die Unterseite wirkt Matt (rechtes Blatt im Bild). Am unteren Ende wirkt der Bärlauch hell bzw. weißlich. Maiglöckchen hingegen sind dort dunkler.
1 von 4
Den Bärlauch erkennt man besonders gut an seinem knoblauchartigen Geruch, wenn man ihn zwischen den Fingern reibt. Kommt der Duft nicht auf, ist es kein Bärlauch. Seine Blattoberseite ist glatt (linkes Blatt im Bild), die Unterseite wirkt Matt (rechtes Blatt im Bild). Am unteren Ende wirkt der Bärlauch hell bzw. weißlich. Maiglöckchen hingegen sind dort dunkler.
Die Herbstzeitlose wird häufig mit Bärlauch verwechselt, ist jedoch hoch giftig. Häufig ist diese Pflanze auf Wiesen zu finden, aber eben auch im Wald. Wichtig, beide Blattseiten sind glatt.
2 von 4
Die Herbstzeitlose wird häufig mit Bärlauch verwechselt, ist jedoch hoch giftig. Häufig ist diese Pflanze auf Wiesen zu finden, aber eben auch im Wald. Wichtig, beide Blattseiten sind glatt.
Wenn der gefelckte Aronstab ganz frisch wächst, kann man diesen leicht mit Bärlauch verwechseln, auf dem Bild hat er schon seine typischen dunklen Verfärbungen. Wer die giftige Pflanze isst, wird eine schmerzhafte Erfahrung haben.
3 von 4
Wenn der gefelckte Aronstab ganz frisch wächst, kann man diesen leicht mit Bärlauch verwechseln, auf dem Bild hat er schon seine typischen dunklen Verfärbungen. Wer die giftige Pflanze isst, wird eine schmerzhafte Erfahrung haben.
Felicia Molenkamp ist Diplom-Biologin und kennt sich mit der lokalen Kräuter- und Pflanzenwelt bestens aus.
4 von 4
Felicia Molenkamp ist Diplom-Biologin und kennt sich mit der lokalen Kräuter- und Pflanzenwelt bestens aus.

Vorsicht vor giftigen Doppelgängern des Bärlauchs

Die Region. Der Bärlauch zeigt sich wieder in seiner ganzen Pracht in den heimischen Wäldern. Er ist ein Bote des Frühlings und bietet die Gelegenheit schmackhafte selbstgemachte Brotaufstriche herzustellen. „Mir ist beim Bärlauch eins wichtig, die gesamte Pflanze, also auch die Blüten sind essbar“, erklärt Diplom-Biologin Felicia Molenkamp.

Sie selbst ist mit ihrem Fachwissen über die heimischen Heilkräuter sehr gefragt und schreibt gerade ihr nächstes Buch für den AT-Verlag darüber. Derzeit werden in der Region wieder Wanderungen zum Bärlauch sammeln angeboten, doch man kann natürlich auch selbst sammeln gehen. „Man sollte jedoch genau darauf achten, wo man sammelt, denn es ist nicht überall legal“, so Molenkamp. Unter Umständen können Strafen von über 200 Euro drohen.

Wenn man sich also in einem Naturschutzgebiet befindet, sollte man die Finger von der Pflanze lassen. Die Pflanzen dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. Eine gewerbliche Nutzung von Bärlauchbeständen muss behördlich genehmigt werden.

Giftige Verwechslungen

Zudem sollte man darauf achten, dass man den Bärlauch nicht mit anderen giftigen Pflanzen verwechselt. Die Maiglöckchen, der gefleckte Aronstab oder die Herbstzeitlosen können sich zum Bärlauch gesellen. „Den Bärlauch erkennt man sehr gut am typischen Geruch“, so Molenkamp.

Dieser erinnert stark an Knoblauch. Daher sollte man die Blätter in der Hand ein wenig reiben, der Duft entfaltet dann entsprechend schnell sein Aroma und das Blatt ist auf der Unterseite matt. Doch es gibt auch weitere Anhaltspunkte.

Der Bärlauch hat am unteren Ende seines Stieles eine weißliche Färbung, während Maiglöckchen dort eher dunkel gezeichnet sind, zudem ist die Unterseite der Blätter glatt. Der gefleckte Aronstab ist besonders am Anfang seines Wachstums mit jungem Bärlauch verwechselbar, also besonders zu Beginn der Saison. Später weist der gefleckte Aronstab schwarze Flecken auf seinen Blättern auf, die ihm seinen Namen geben. Schwerer ist es hingegen mit der Herbstzeitlose, diese ist sehr giftig und kann nach dem Verzehr zum Tode führen.

Wie der Bärlauch bevorzugt die Herbstzeitlose feuchte, nährstoffreiche Böden, ist aber eher auf Wiesen zu finden. Bei der Herbstzeitlose sind beide Seiten des Blattes glatt. Aber auch hier ist der Geruch das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Die Gefahr ist jedoch groß, dass man den Geruch von den ersten Reibproben an den Fingern hat, welche dann automatisch nach Bärlauch duften. Wenn man sich unsicher ist, sollte man daher die Finger davon lassen.

Die Blühten des Bärlauchs sind weiß und haben gegenüber den Maiglöckchen eine andere Form, der Bärlauch blüht eher sternenförmig, während das Maiglöckchen, wie es der Name schon sagt eher die Form eines Glöckchens hat.

Bärlauch ist gesund

Der Verzehr von Bärlauch wirkt sich positiv auf die Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen aus. Des Weiteren gilt die Pflanze als natürliches Antibiotikum und wirkt gegen ein breites Spektrum an Krankheitserregern wie etwa Bakterien und Pilze.

Der Grund dafür ist das enthaltene Allicin, das auch für den typischen Knoblauchgeruch sorgt. Interessierte können sich bei einer der Kräuterwanderungen anmelden, wer sich allein auf die Suche begibt sollte vorher beim Förster fragen, wo das Sammeln erlaubt ist und ein entsprechendes Buch mit sich führen, um Verwechslungen mit den giftigen Doppelgängern zu vermeiden.

Am 6. April findet ab 14 Uhr in Reichenbach, einem Ortsteil von Hessisch Lichtenau, eine Kräuterwanderung mit Felicia Molenkamp statt. Anmeldungen und weitere Informationen unter: Tel. 05602-807180.

Bärlauchrezepte

Felicia Molenkamp hat jahrelange Erfahrung mit Kräutern und deren Verarbeitung. Die Diplom-Biologin ist eine gefragte Expertin und hat einige Rezeptvorschläge:

- Frischer Bärlauch zum Verfeinern, dieser kann beim Servieren von Suppe direkt beigegeben werden, nicht mitkochen - In den Salat mischen. Zwiebeln sind im Salat nichts ungewohntes, wer möchte kann den Bärlauch auf die gleiche Art verwenden

- Bärlauch-Pesto: Zwei Hände voll Bärlauch, 1 Esslöffel (EL) Kürbiskerne oder Pinienkerne, etwa 100 ml Öl nach Wahl, rund 50 g Parmesan, 1/2 Teelöffel (TL) Salz und 1/2 TL Pfeffer sowie etwas Zucker, je nach Geschmack. Das ganze so lange zerkleinern, bis eine homogene Masse entstanden ist.

- Bärlauchbutter: Pro Packung Butter eine Handvoll Bärlauch, 1/2 EL Salz, 1/2 EL Kräuter der Provence, das Ganze lange mischen

- Bärlauchöl: Wer möchte kann eine Handvoll Blühten in eine Flasche Öl einlegen, das Öl zieht die Geschmacksstoffe heraus. Man sollte ein Öl verwenden, welches einen geringen Eigengeschmack hat.

Heilende Kräuter 

Felicia Molenkamp ist Diplom-Biologin und ihr Wissen ist auch für die Fachliteratur gefragt. Ursprünglich lebte und arbeitete sie in Kassel, bevor es sie nach Hessisch Lichtenau verschlagen hat. Sie selbst befasst sich mit der heilenden Wirkung der Kräuter. Ihr Buch Kräuter-Biotika, 173 Seiten, ist beim AT-Verlag für rund 25 Euro erhältlich, ISBN 978-3-03800-822-4

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

WerraMan 2019: Vorjahressieger Pippart und Rhode erneut auf Platz eins

Timo Pippart und Anna Rhode siegen bei der Kurzstrecke, Philipp Mock und Theresa Koch erreichen auf der olympischen Distanz als erste das Ziel.
WerraMan 2019: Vorjahressieger Pippart und Rhode erneut auf Platz eins

Bildergalerie: Das war der Erntefestumzug 2019 in Bad Sooden-Allendorf

Heute zog der Festumzug des Erntefestes in Bad Sooden-Allendorf durch die Altstadt.
Bildergalerie: Das war der Erntefestumzug 2019 in Bad Sooden-Allendorf

Verkehrskontrolle: 34-Jähriger fuhr mit über 1 Promille

Am Samstag, gegen 1.45 Uhr, wurde im Stadtgebiet Eschwege ein 34-jähriger Pkw-Fahrer aus Eschwege einer Verkehrskontrolle unterzogen.
Verkehrskontrolle: 34-Jähriger fuhr mit über 1 Promille

Weihnachtsmarkt in Eschwege soll am dritten Adventswochenende stattfinden

Am dritten Adventswochenende wird es auf dem Eschweger Marktplatz von 13 bis 18 Uhr einen Weihnachtsmarkt geben.
Weihnachtsmarkt in Eschwege soll am dritten Adventswochenende stattfinden

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.