Stadt Wanfried betritt mit der Zusammenarbeit mit Bremen und Thüringen touristisches Neuland

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Die Wanfrieder und Mühlhäuser Delegation in Bremen zusammen mit Dr. Bernhard Hauke (links). Daneben Joachim Eckhardt (Förderverein "Historischer Hafen"), Gästeführer Olaf Prehm, Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Gästeführerin Ute Wörner, Marco Fongern (Geschäftsführer Brauhaus "Zum Löwen" in Mühlhausen), Nancy Krug (Geschäftsstellenleiterin Tourist-Information Mühlhausen) und Andreas von Scharfenberg.

Wanfried will alte Beziehungen zu Bremen neu aufleben lassen, um das Werratal dort zu vermarkten

Wanfried - Nach dem Austritt der Stadt Wanfried aus dem Tourismuszweckverband mit der Stadt Eschwege und der Gemeinde Meinhard zum 31. Dezember arbeitet die Werrastadt kontinuierlich an einem neuen touristischen Profil.

Neue Impulse bei der touristischen Entwicklung

Der Arbeitskreis Tourismus, besetzt aus Mitgliedern des Kultur- und Verkehrsvereins, der Stadtverwaltung und interessierten Bürgern, hat in den vergangenen Monaten bereits einige Ideen umgesetzt und neue Impulse bei der touristischen Entwicklung gesetzt. So wurde ein Gastgeberverzeichnis neu aufgelegt, ein historisches Stadtspiel entwickelt und ein Gästefragebogen entworfen. Letzterer soll auf einfache Art und Weise die Zufriedenheit der Gäste erfragen. Darüber hinaus wurde auch eine engere Kooperation mit der Stadt Mühlhausen in Thüringen angeregt, für die die Stadt Wanfried zu Zeiten der Weser-Werra-Schifffahrt ein bedeutsamer Handels- und Transportstandort war. Mühlhausen erlangte durch den Wanfrieder Hafen sogar den Status einer Hansestadt. Seit April 2016 finden daher mit Tourismusakteuren aus Mühlhausen regelmäßige Treffen statt. Auch die Gästeführer beider Städte haben sich bereits gegenseitig besucht.

Das Werratal in Bremen vermarkten

Wanfrieds Bürgermeister brachte in diesem Zusammenhang auch noch die Hansestadt Bremen mit ins Spiel. Bereits vor fünf Jahren hatte Gebhard die Idee, im Raum Bremen das Werratal aufgrund der historischen Verbindung und der gemeinsamen Schifffahrtsgeschichte zu vermarkten und Busreisen ins Werratal anzubieten. „Jetzt zusammen mit Mühlhausen ist der richtige Zeitpunkt gekommen, diese Idee neu anzugehen," so der Wanfrieder Verwaltungschef.

Wanfrieder Töpferkunst in Virginia

 

So begab sich Gebhard zusammen mit einer sechsköpfigen Delegation auf eine Dienstreise der besonderen Art und besuchte vor wenigen Tagen in Bremen den Stadtteil Vegesack. In Vegesack kamen früher zu Zeiten der Weser-Werra-Schifffahrt die großen Schiffe aus Richtung Nordsee an oder begaben sich von dort in ferne Länder. Waren und Güter wurden in Vegesack auf sogenannte Weserlastkähne umgeladen, um sie bis zum Endhafen nach Wanfried zu bringen. Das geschah in mühevoller Arbeit entgegen des Stroms. Mit Mannes– oder Pferdekraft wurden die Schiffe "getreidelt". Auch auf den umgekehrten Weg in Richtung Bremen-Vegesack begaben sich die Lastkähne aus Wanfried und brachten Waren und Güter in die Welt, so auch Waren aller Art aus Mühlhausen und Wanfried. Ein Beispiel hierfür: Bei Ausgrabungsarbeiten in Jamestown/Virginia (USA) wurde vor 13 Jahren Wanfrieder Töpferkunst aus dem 17. Jahrhundert gefunden.

Gebhard stellte die Region vor

Die Delegation aus Wanfried und Mühlhausen erwartete ein warmherziger Empfang beim Verein Maritime Tradition Vegesack Nautilus e.V., sozusagen das Pendant zu dem erst vor 10 Jahren gegründeten Förderverein „Historischer Hafen Wanfried“. Türöffner in Bremen für die Delegation war Dr. Bernhard Hauke, langjähriger Vereinsvorsitzender des Vereins Maritime Tradition Vegesack, der wiederum den 1. Stadtrat Dr. Gotthard Eickhoff aus Wanfried kennt und an den sich Gebhard im Vorfeld wandte. Der Delegation gehörten zwei Vertreter der thüringischen Nachbarstadt Mühlhausen, zwei Vertreter der Wanfrieder Gästeführerzunft, ein Vorstandsmitglied des Fördervereins historischer Hafen und Andreas von Scharfenberg an. In einer Präsentation stellte Gebhard die Region vor und erläuterte den interessierten Zuhörern, dass es in Bremen sogar eine Wanfrieder, eine Treffurter und eine Soodener Straße gibt. „Sicherlich wissen nur die wenigsten Bewohner dieser Straßen die Bedeutung und Herkunft der Straßennamen,“ so Gebhard.

Auf den Spuren alter Handelswege

Mit Carsten Theiß vom gleichnamigen Busunternehmen aus Rambach hatte Gebhard bereits im Vorfeld des Tagesausflugs nach Bremen eine Busreise über drei Tage ausgearbeitet und als Vorschlag mit im Gepäck. Diese stellte er den Bremer Gastgebern ebenfalls vor, darunter auch Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt, der die Gäste aus dem Werratal nicht nur herzlich begrüßte, sondern sich aufgrund der gemeinsamen Schifffahrtsgeschichte und von dem Treffen begeistert zeigte. Er will einer der ersten sein, der die Busreise nach Wanfried mitmacht, verkündete er spontan und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Menschen aus Thüringen und aus dem Werratal den entgegengesetzten Weg in Richtung Vegesack antreten. Den Busreisenden aus Bremen und Umgebung soll neben den Spuren des alten Handelsweges zwischen Bremen – Wanfried – Mühlhausen zudem auch die Geschichte der innerdeutschen Grenze vermittelt werden. So wird die Busreisenden der Weg entlang der Weser und der Werra bis nach Wanfried führen. Ein Zwischenstopp ist in Bad Sooden-Allendorf mit dem Besuch des Grenzmuseums Schifflersgrund geplant. Stadtführungen in Mühlhausen und in Wanfried, der Besuch des Heimatmuseums und Dokumentationszentrums zur Deutschen Nachkriegsgeschichte, das Rathaus und das Stadtarchiv in Mühlhausen sind weitere Stationen für die Busreisenden. Gemeinsame Abendessen in Wanfried und Mühlhausen sowie Kaffeetrinken am Wanfrieder Hafen und zwei Übernachtungen mit Frühstück im Brauhaus "Zum Löwen" in Mühlhausen sind ebenso Bestandteil der Pauschalreise. Das ganze Busreiseangebot findet man unter www.theiss-reisen.de „Weitere Ideen und Stationen werden sich im Laufe der nächsten Jahre entwickeln, so Gebhard. „Jetzt muss uns erst mal der Startschuss und damit ein ausreichend besetzter Reisebus aus Bremen gelingen.“ „Wir haben in unserer Region unglaublich viel zu bieten - Das wird auf Resonanz stoßen,“ hoffen die Teilnehmer der Delegation. Mit dabei waren auch Journalistinnen von drei Regionalzeitungen mit einer Gesamtauflage von zusammen 140.000 Zeitungen am Tag. Das allein war schon ein großer Erfolg für uns, waren sich alle einig.

Alte Beziehungen sollen neu belebt werden

Bereits Mitte der 90-iger Jahre bestand schon einmal ein enger Kontakt nach Vegesack. Damals waren Vertreter des Kultur- und Verkehrsvereins Wanfried, Vertreter der Stadt und die Wanfrieder Symbolfigur Gäste in Bremen und bewarben das Werratal als Urlaubsregion. Gegenbesuche aus Bremen im Werratal fanden im Rahmen der Wanfrieder Hafenfeste 1996 und 1998 statt. Diese Beziehungen sollen nun neu belebt werden. „Mit den beiden Hafenvereinen, die ähnlich gelagerte Zielsetzungen haben, haben wir perfekte Voraussetzungen für einen regelmäßigen Austausch zwischen den beiden Hafenstädten. Das könnte die Basis für erfolgreich durchgeführte Busreisen in beide Regionen sein,“ so Gebhard abschließend.

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