Wasser wird am 1. Januar teurer

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Der Preis pro Kubikmeter sinkt zwar um 6 cent - dafür wird jedoch künftig eine monatliche Grundgebühr von 4,93 Euro fällig.

Eschwege. "Es ist keine erfreuliche Nachricht" - mit diesen Worten leitete Kämmerer Reiner Brill (SPD) seinen Bericht zur geplanten Änderung der städtischen Wasserversorgungssatzung ein. Diese beschert den Bürgern ab 1. Januar 2015 nämlich Mehrkosten von rund 50 Euro pro Jahr - abhängig vom Wasserverbrauch. Sparen kann lediglich, wer mehr als 986 Kubikmeter Frischwasser verbraucht. Das betrifft jedoch voraussichtlich lediglich 53 Kunden.

Kern der Änderung, die die Stadtverordneten am Mittwochabend bei einer Gegenstimme des Linken-Abgeordneten beschlossen, ist eine sogenannte Systemvorhaltegebühr von 4,93 Euro pro Monat. Diese fällt künftig für jeden Haushalt und jeden Betrieb sowie jede anderweitig genutzte Wohneinheit an. Dafür sinkt die Mengengebühr von 2,34 auf 2,28 Euro pro Kubikmeter Frischwasser.

Wasserverbrauch sinkt kontinuierlich

Dass diese Entscheidung zwar nicht erfreulich, aber dringend notwendig ist, war Konsens in Politik und Verwaltung. "Die Stadtwerke machen wirtschaftlich nicht mehr hinnehmbare Verluste bei der Wasserversorgung", sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Jörg Heinz (SPD). Als Grund machte er den sinkenden Wasserverbrauch aus. DIeser ist in den vergangenen zehn Jahren um gut 150.000 Kubikmeter zurückgegangen. Für die Jahre 2015 und 2016 ist die Verwaltung bei ihrer Kalkulation von einem Verbrauch von 955.047 Kubikmetern ausgegangen.

"Es ist daher sinnvoll, die Kosten für die Infrastruktur vom Wasserverbrauch abzukoppeln", sagte Heinz. Die Fraktionen hätten sich letztlich darauf geeinigt, die Systemvorhaltegebühr pro Haushalt zu erheben, um "größtmögliche Gebührengerechtigkeit herzustellen." So sind etwa 10.000 Wohneinheiten in Eschwege gleichermaßen betroffen. Bei einer pro Hausanschluss zu entrichtenden Gebühr hingegen wären Bewohner von Einfamilienhäusern deutlich stärker belastet worden als Mieter in Mehrfamilienhäusern. Er sei zuversichtlich, dass die neue Grundgebühr die Kosten für die Eschweger mittelfristig stabil halte, sagte Heinz weiter.

Erste Anhebung seit dem Jahr 2005

Kritik an der Entscheidung äußerte einzig Linken-Abgeordneter Bernhard Gassmann. Sein Vorschlag: Um den Bürgern zusätzliche Belastungen zu ersparen, sollten im Gegenzug die Abwassergebühren gesenkt werden.

Letztmalig wurde die Wassergebühr im Jahr 2005 von 2,04 auf 2,34 Euro pro Kubikmeter erhöht. Zuvor war der Preis seit 1996 konstant gewesen. Bei den derzeit gültigen Gebühren fehlen den Stadtwerken rund 500.000 Euro im Jahr, um ihre Kosten zu decken.

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