Werra-Meißner: Arbeitslosenquote lag Ende 2016 unter 6 Prozent

Anfang Januar hat die Bundesagentur für Arbeit die Zahlen für den Dezember 2016 bekanntgegeben. Foto: Matthias Balzer/pixelio.de

Das Jahr 2016 schloss im Werra-Meißner-Kreis mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent ab. Unternehmerverbände fordern Ende der Rente mit 63 und 65.

Werra-Meißner. Das Jahr 2016 schloss erneut mit positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt ab: Laut Bundesagentur für Arbeit betrug die Arbeitslosenquote im Werra-Meißner-Kreis im Dezember 5,8 Prozent. Das bedeutet, dass zwischen Hessisch Lichtenau und Wanfried 2.978 Personen ohne Arbeit waren.

Damit lag die Quote zwar um 0,3 Prozent über der des Vormonats, im Dezember 2015 betrug die Quote allerdings noch 6,0 Prozent. Seitdem ging die Zahl der Arbeitslosen um 75 Personen zurück.

Im hessenweiten Vergleich  steht der Werra-Meißner-Kreis allerdings nach wie vor schlecht da: Eine höhere Arbeitslosenquote weisen lediglich die Landkreise Gießen und Groß Gerau (je 5,9) sowie die Städte Offenbach (9,7), Kassel (8,8), Wiesbaden (7,2), und Frankfurt (6,2) auf. Spitzenreiter ist der Landkreis Fulda mit 3,0 Prozent. Hessenweit betrug die Arbeitslosenquote im Dezember 5,0 Prozent.

EXTRA-INFO: VhU Nordhessen fordert konsequente "Rente mit 67"

Zu den Gewinnern am nordhessischen Arbeitsmarkt gehören immer mehr Ältere. Inzwischen ist laut Informationen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) fast jeder Zweite im Alter von 55 Jahren bis zum regulären Rentenalter sozialversichert beschäftigt.

"Die hessischen Unternehmen zeigen damit, dass sie die Fachkenntnisse und Erfahrungen älterer Arbeitnehmer gerne nutzen", sagt Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der VhU Nordhessen. Er richtet daher eine klare Forderung an die Politik: "Statt dem Arbeitsmarkt durch abschlagsfreie Rentenzugänge mit 63 oder 65 Fachkräfte zu entziehen, muss die Politik konsequent zum Stufenplan der Rente mit 67 stehen." Das sei für eine stabile Rentenversicherung unverzichtbar.

Allein in den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der sozialversichert Beschäftigten von 55 Jahren bis zum regulären Rentenalter in Nordhessen von rund 71.000 auf rund 98.000 gestiegen.

"Es wären sogar höhere Beschäftigungszahlen möglich", ist Kümpel überzeugt. Jedoch habe die abschlagsfreie Rente mit 63 zahlreiche Ältere vorzeitig aus dem Erwerbsleben geführt. "Das ist ein unverantwortliches Rentengeschenk und muss, ebenso wie die abschlagsfreie Rente mit 65, umgehend beendet werden."

Das gelte auch für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. "Schon aus Gründen der Generationengerechtigkeit sollten sie flexible Übergänge in andere Berufe, eine Rententeilzeit oder notfalls die Erwerbsminderungsrente prüfen", fordert Kümpel.

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