Werra-Meißner-Kreis: Innovation trifft auf unternehmerischen Mut

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EXTRA TIP-Chefredakteur Rainer Hahne stieß im Werra-Meißner-Kreis auf einzigartige touristische Angebote und innovatives unternehmerisches Engagement.

Werra-Meißner. Dass der Werra-Meißner-Kreis eine Reise wert ist, davon überzeugte sich der Chefredakteur der EXTRA TIP Mediengruppe, Rainer Hahne, Anfang September. Zusammen mit Landrat Stefan Reuß und WFG-Geschäftsführer Siegfried Rauer machte er sich auf die große Tour durch den Kreis und lernte dabei innovative Firmen, einzigartige touristische Angebote und großes unternehmerisches Engagement kennen.

Jungunternehmer handelt mit Ferrari-Teilen

Start der Reise war die Firma Dino Parts und Service GmbH des 31-jährigen Stefan Kratzer, der im Oktober 2014 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und mit dem Vertrieb von Ferrari-, Lancia- und Fiat-Ersatzteilen sowie der Reparatur dieser Autos auf der Überholspur fährt. Sein Wirkungskreis zieht sich von Dänemark bis Mallorca. Weil die Kapazitäten der Werkstatt aufgrund der guten Auftragslage nicht ausreichen, wird  Kratzer seine Räumlichkeiten noch 2015 vergrößern.

Der Werratalsee im Kreuzfeuer

Um sich persönlich ein Bild vom vieldiskutierten Werratalsee zu machen, führte der Weg im Anschluss auf die Werranixe. Hier wartete bereits Familie Bretschneider. Während der Fahrt nutzten Reuß und Hahne die Zeit, um von Kapitän Reinhold Bretschneider auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht zu werden. Der Schiffführer selbst merkt bereits die wirtschaftlichen Folgen durch die prekäre Situation des Sees – immer weniger Gäste würden, so Bretschneider, den Weg zur Werranixe auf sich nehmen.

Frischer Wind in alter Synagoge

Wie positiv sich die Tochtergesellschaft des Vereins Aufwind, die Stellenwert GmbH, mit ihren Lädchen entwickelt hat, machte Matthäus Mihm in Abterode und Frankershausen deutlich. Während das "Lädchen für alles" in Abterode bereits zum festen Inventar gehört, hat die Filiale in Frankershausen seine ersten 100 Tage erfolgreich gemeistert. Das Angebot, so Mihm, würde  allerorts gut angenommen, so dass man mittlerweile einen Umsatz von jährlich zwei Millionen Euro einfahre.

Ein ganz besonderes Projekt plant Aufwind am Abteröder Standort. Die alte Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 im Inneren völlig zerstört und später von der Raiffeisenbank als Lager und Filiale genutzt wurde, hat im Obergeschoss noch wahre Schätze versteckt. Wand- und Deckenmalereien strecken sich einem entgegen – alte Fenster lehnen an den Wänden, Stuck zieht sich entlang der Decke. Der bisher fast ungenutzten Etage soll künftig wieder Leben eingehaucht werden – ein Lern- und Gedenkraum soll hier entstehen.

Familiäres Unternehmen – hochwertige Produkte

Ein innovatives und weltweit erfolgreiches Unternehmen haben Jörg Klinge und Sylvia Weinert (Werra-Meißner-Kreis) in Frankenhain ausgewählt, um es dem EXTRA TIP-Chefredakteur vorzustellen. Und so machte man sich von Frankershausen auf den Weg ins benachbarte Dorf, um bei der Firma Morgan MMS GmbH hineinzuschnuppern. Die 1877 unter dem Namen Carl Nolte Söhne gegründete Firma erlebte 2008 eine Namensänderung. Doch auch wenn sich der Name änderte, die hohe Qualität der Produkte, darunter Schmelztiegel, Trichter und Rinnen, ist konstant geblieben.

In Frankenhain beschäftigt die Morgan MMS GmbH derzeit 137 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 20 Millionen Euro wie Carmen Brübach, Holger Palandt und Matthias Goßmann erzählten. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 10.000 Angestellte weltweit und ist in mehr als 100 Ländern ansässig. Namhafte Kunden wie BMW, Daimler und VW vertrauen auf die hochwertigen Produkte aus Frankenhain, die nicht nur von Automaten, sondern auch von Menschenhand hergestellt werden.

Barfußpfad lockt jährlich 20.000 Besucher an

Nicht von Hand, aber barfuß sollte es auf dem Barfußpfad am Hohen Meißner weitergehen. Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Naturparks Werra-Meißner, stellte die Attraktion vor, die gerade für Kinder ein echtes Abenteuer ist. Denn die würden, so Lenarduzzi, nur noch in einer virtuellen Welt leben – der direkte Kontakt zur Natur ginge dabei verloren.

Der Barfußpfad besteht seit nunmehr zehn Jahren und erfreut sich großer Beliebtheit. Er zählt jährlich rund 20.000 Besucher aus nah und fern. Den Gästen Hahne, Reuß, Rauer, Klinge und Weinert blieb der Gang über den eineinhalb Kilometer langen Pfad aufgrund der Wetterverhältnisse jedoch verwehrt – sodass man die gelungene Kreisbereisung in der angrenzenden Gaststätte "Zum Kupferbach" bei leckeren Wildspezialitäten von Inhaber Robert Trube gemütlich ausklingen ließ.

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