Werra-Meißner-Kreis nimmt am Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ teil

Durch das Projekt „Kita-Einstieg" sollen alle Familien gleichermaßen von der Kinderbetreuung als Form der frühen Bildung profitieren können.

Werra-Meißner - Khalid Miahgahn floh aus Afghanstian nach Deutschland und hat vor Kurzem seine ersten beruflichen Schritte in Witzenhausen gemacht. Als Praktikant in der Städtischen Kindertagesstätte „Haus der kleinen Freunde“, die als sogenannte Ankerkita für das Bundesprojekt „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“, griff er den Erziehern vor Ort bei der Integration von ausländischen Kindern unter die Arme. Mittlerweile ist Khalid einer von zwölf Personen, die sich bei der Familienbildungsstätte (FBS) als Familiendolmetscher für den Werra-Meißner-Kreis qualifizieren lassen. „Diese sollen die pädagogischen Fachkräfte unterstützen, indem sie den Familien die Notwendigkeit des Besuches einer frühkindlichen Bildungseinrichtung vermitteln. Auch begleiten sie bei Beratungen und Besuchen der Familien, um Sprachbarrieren auszuräumen“, erklärt die Leitern der FBS, Irma Bender, das neue Angebot, das an das Projekt der Familienhäuser angeknüpft wird, um möglichst viele Familien auch außerhalb der Anker-Kitas zu erreichen. Neben dem „Haus der kleinen Strolche“ nimmt auch die Ev. Kindertagesstätte Kreuzkirche in Eschwege an diesem Programm teil, das in einem Zeitraum von drei Jahren Früchte tragen soll. Seit Anfang des Jahres zeichnet sich Julia Fröhlich als Koordinatorin für das Projekt „Kita-Einstieg“ verantwortlich. „Ich bin begeistert, was es im Werra-Meißner-Kreis alles gibt. Ich übernehme hier ein großes Netzwerk, das über Jahre aufgebaut wurde“, sagt Fröhlich.

Von der Kinderbetreuung profitieren können

Ziel des Projektes ist es, alle Familien gleichermaßen von Kinderbetreuung als Form der frühen Bildung profitieren zu lassen. „Im Fokus der Unterstützung stehen die Familien, die aufgrund von stark belasteten Sozial- und Wohnungsräumen, mangelnden Sprachkenntnissen oder anderen belastenden Faktoren nicht von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht werden“, erklärt Fröhlich, die sich als ehemalige Leiterin einer Kindertagesstätte ausgezeichnet mit dem Thema auskennt und weiß, wo der Schuh drückt.

Um näher an das Klientel heranzutreten, knüpft die Witzenhäuser Leiterin Sabine Blume bereits seit einigen Monaten Kontakt zu den Familien in der Gemeinschaftsunterkunft. „Durch gemeinsames Singen, Musizieren und Spielen bekommen die Kinder einen ersten Eindruck von dem Angebot einer Kindertagesstätte. Den Eltern der Kinder wird durch einen solchen Besuch der Zugang in eine Kita erleichtert“, sagt Blum. In Eschwege baut Leiterin Selin Ostermann den Erstkontakt zwischen Eltern, Kindern und Kindertagesstätten auf. Durch regelmäßige Besuche der Gemeinschaftsunterkunft schafft sie nicht nur Nähe, sondern hilft auch dabei, Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Auftaktveranstaltung findet im April statt

Um das Projekt „Kita-Einstieg – Brücken bauen für frühe Bildung“ der Bevölkerung näherzubringen, soll am Donnerstag, 12. April, ab 14 Uhr eine Auftaktveranstaltung in den Beruflichen Schulen in Witzenhausen stattfinden. Nähere Informationen werden in Kürze folgen.

Rubriklistenbild: © B. Wüstneck/Archiv

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