Werra-Meißner-Kreis: SuedLink soll nicht durch Kreisgebiet führen

Die möglichen Streckenführungen im Werra-Meißner-Kreis und Umgebung. Foto: Archiv

In seiner Stellungnahme an die Firma TenneT wendet sich der Werra-Meißner-Kreis gegen den Verlauf der Erdkabel-Trasse SuedLink durch das Kreisgebiet.

Werra-Meißner. "Ein Verlauf der SuedLink-Trasse durch den Werra-Meißner-Kreis ist aus unserer fachlichen Sicht nicht vertretbar", sagt der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann.

SuedLink – dahinter verbirgt sich ein Erdkabel-Korridor, der Windkraft von Nord nach Süd und Sonnenenergie von Süd nach Nord transportieren soll. Zwei der fünf möglichen Trassen führen durch den Werra-Meißner-Kreis. Mitte Oktober hatte der niederländische Übertragungsnetzbetreiber TenneT seine Planungen vorgestellt. Bis Ende November hatten die Kommunen Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

Davon haben der Landkreis und die elf betroffenen Gemeinden ausführlich Gebrauch gemacht. Auf mehr als 40 Seiten führen sie zahlreiche Gründe auf, die gegen einen Verlauf der Erdkabel durch den Werra-Meißner-Kreis sprechen. Geologie, Landwirtschaft, Natur- und Wasserschutz, der Bau der A44 oder die Lebensqualität der Anwohner – die Argumente sind vielfältig.

Wallmann und seine Mitarbeiter hoffen, dass sie TenneT überzeugen. "Unser Ziel ist, dass die Trasse nicht durch den Landkreis führt", macht der Erste Kreisbeigeordnete deutlich. Sollte die Entscheidung doch auf den Werra-Meißner-Kreis fallen, werde dieser sämtliche Schritte prüfen, um den Bau zu verhindern. Und sollte auch das nicht klappen? "Dann müssen wir die Situation für unsere Bürger so günstig wie möglich gestalten und die Eingriffe minimieren", sagt Wallmann. Die TenneT-Planungen umfassen einen rund einen Kilometer breiten Korridor, der Spielraum für den genauen Verlauf der Erdkabel lässt.

SuedLink nicht zwingend nötig für Energiewende

Wallmann macht jedoch auch deutlich, dass der Werra-Meißner-Kreis nur ein kleiner Teil der Planungen sei: "Am Ende wird sich TenneT für den Korridor entscheiden, der insgesamt die wenigsten Raumwiderstände aufweist."

So könnte die Entscheidung beispielsweise schon im Landkreis Göttingen fallen. Dort stehen ebenfalls zwei mögliche Korridore zur Auswahl – sollte die Wahl auf den östlichen fallen, würde SuedLink voraussichtlich am Werra-Meißner-Kreis vorbei führen, betont Wallmann.

In seiner Ablehnung gegenüber der SuedLink-Trasse sieht der Grünen-Politiker keinen Widerspruch zum Bekenntnis seiner Partei zur Energiewende. "Als Erster Kreisbeigeordneter bin ich den Menschen im Werra-Meißner-Kreis verpflichtet." Zudem verweist er auf den dezentralen Ansatz, den der Landkreis in der Energiewende verfolgt. Das heißt: Bis 2050 will der Landkreis seinen Energiebedarf aus heimischen erneuerbaren Ressourcen decken. SuedLink hingegen sei ein zentrales Projekt, das ausschließlich dem Norden und dem Süden helfe und für den Werra-Meißner-Kreis nur Nachteile mit sich bringe. Eine Entnahme oder Einspeisung im Verlauf der Leitung ist schließlich nicht möglich – "dafür wären die Eingriffe in den Natur- und Kulturraum erheblich", stellt Wallmann klar.

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