Im Werra-Meißner-Kreis wird es sechs neue Gemeindeschwestern geben

Der Antrag beim Land für die Einrichtung sechs neuer Stellen für Gemeindeschwestern wurde bewilligt. Die sozialen Kümmerer sollen eine Versorgungslücke im Kreis füllen.
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Der Antrag beim Land für die Einrichtung sechs neuer Stellen für Gemeindeschwestern wurde bewilligt. Die sozialen Kümmerer sollen eine Versorgungslücke im Kreis füllen.

Die sechs neuen Gemeindeschwestern im Werra-Meißner-Kreis sollen älteren Menschen im Alltag helfen

Werra-Meißner-Kreis. Der Werra-Meißner-Kreis plant den flächendeckenden Einsatz von Gemeindeschwestern als mobile Fallmanagerinnen, die insbesondere die ältere Bevölkerung der Region zu Hause aufsuchen sollen. Einen entsprechenden Antrag zu Förderung durch das Land Hessen wurde gestellt. „Wir freuen uns sehr, dass wir noch vor Weihnachten eine frohe Nachricht aus Wiesbaden erhalten haben. Das Land hat signalisiert, dass unser Antrag erfolgreich war und sechs halbe Stellen bewilligt werden“, freut sich Landrat Stefan Reuß.

„Damit können wir - sobald der Förderbescheid vorliegt - dieses neue innovative Konzept zur Stärkung der ambulanten Betreuung umsetzen und damit die ärztliche Versorgung in unserem Kreis stärken. Ich danke allen Beteiligten, dass es gelungen ist, dieses Projekt so schnell in Angriff zu nehmen und sich erfolgreich um eine Landesförderung zu bemühen“, lobt Landrat Stefan Reuß.

Unterstützt wird der Kreis bei dem Vorhaben durch das Ärztebündnis Werra-Meissner e.V., das neu gegründete Netzwerk Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH, sowie das interkommunale Gesundheitsversorgungszentrum Sontra (iGVZ). Die nicht geförderten Kosten, insbesondere die Koordination, Kommunikations-Infrastruktur und laufenden Fahrtkosten der Gemeindeschwestern werden durch Eigenmittel durch den Landkreis und den beteiligten Leistungspartnern getragen.

Die Gemeindeschwestern im Werra-Meißner-Kreis sollen im Sinne eines „sozialen Kümmerers“ die soziale Teilhabe und die Mobilität der Klienten sichern bzw. wiederherstellen und gesundheitlichen Risiken vorbeugen. Dabei sollen insbesondere psycho-soziale oder gesundheitliche Problemlagen frühzeitig erkannt und gegengesteuert werden.

Diese neue Gemeindeschwester 2.0 füllt damit eine Versorgungslücke bei der Versorgung von Klienten, die noch keine regelmäßige medizinische Versorgung beispielsweise durch einen Pflegedienst benötigen, aber durch die fehlende altersgerechte Infrastruktur unterversorgt sind.

Die Aufgaben

Die Aufgaben einer solchen Gemeindeschwester 2.0 umfassen: Präventive Hausbesuche beim Klienten, Analyse der medizinischen, pflegerischen und psycho-sozialen Versorgungsbedarfe der Klienten, Planung der Versorgungs- und Unterstützungsleistungen gemeinsam mit dem Klienten und den an der Versorgung beteiligten Akteuren, unter anderem Hausärzten und Angehörigen aber auch soziale Einrichtungen, Aktivieren bzw.

Einsteuern des Klienten in die vorhandenen regionalen Hilfs- und Unterstützungssysteme, Schnittstellenmanagement in den verschiedenen Versorgungsebenen, Monitoring und Nachhalten der geleisteten Versorgungs- und Unterstützungsleistungen sowie Wahrnehmung der Interessen des Klienten gegenüber Dritten, zum Beispiel bei Arztbesuchen. Die Hausbesuche einer Gemeindeschwester 2.0 sollen in der Regel anlassbezogen erfolgen.

Anlässe können unter anderem physische oder psychische Erkrankungen, alters- bzw. behinderungsbedingte Funktionseinschränkungen wie abnehmende Mobilität oder beginnende demenzielle Veränderungen, psycho-soziale Krisen wie Todesfälle oder soziale Auffälligkeiten wie Verwahrlosung sein. Im Rahmen der Erstbesuche soll die Gemeindeschwester 2.0 mithilfe eines Gesprächsleitfadens und/oder weiterer Screening-Instrumente, die Alltagskompetenzen sowie den somatischen und emotionalen Zustand der betreuten Bürger einschätzen.

 Ferner werden die Menschen zu ihrer sozialen, häuslichen und finanziellen Lage sowie zur Inanspruchnahme von Hilfs- und Unterstützungsleistungen, z.B. medizinische Fußpflege, Essensservice, ambulanter Pflegedienst, befragt. Aus den Ergebnissen der Tests werden entsprechende Maßnahmen geplant und priorisiert.

Insgesamt sechs Stellen

Für den Werra-Meißner-Kreis mit seinen rund 100.000 Einwohnern sollen insgesamt sechs Gemeindeschwestern 2.0 als Vollzeitstellen zum Einsatz kommen. Der Verantwortungs- und Wirkungsbereich der Gemeindeschwestern liegt jeweils in einem definierten Sozialteilraum.

Die Teilräume umfassen zwischen rund 13.000 bis 30.000 Einwohner. Der Bedarf an sechs Gemeindeschwestern erklärt sich auch aus der gegenwärtigen und künftigen Altersstruktur der Bevölkerung des Werra-Meißner-Kreises: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Werra-Meißner-Kreis wird von 47,0 Jahren (2017) auf 49,9 Jahren (2030) steigen und der Anteil der ab 65-Jährigen wird bis 2030 auf über 32,3 Prozent der Gesamtbevölkerung ansteigen. Heute ist bereits gut jeder vierte Bewohner im Werra-Meißner-Kreis älter als 65 Jahre.

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