Werraland Werkstätten schaffen Unterkünfte für Kriegskinder

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Deutschland bildete in den vergangenen Jahrzehnten eine der großen Drehscheiben im europäischen und globalen Migrationsgeschehen. Foto: Archiv

Werraland Werkstätten schaffen in Witzenhausen Unterkünfte für 40 unbegleitete minderjährige Ausländer

Werra-Meißner/Witzenhausen. "Uns musste man nicht zweimal fragen, ob wir unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) aufnehmen. Das machen wir gerne, das sehen wir als Verpflichtung an", sagt Gerd Hoßbach, Vorstandsvorsitzender der Werraland Werkstätten.Auf Anfrage des Landkreises wird das heimische Sozialunternehmen insgesamt 40 junge Menschen unterbringen und sie fachlich betreuen.

Keine Eltern, keine Verwandten, keine Geschwister

"Was diese Kinder und Jugendlichen hinter sich und durchgemacht haben, können wir uns alle gar nicht vorstellen", so Hoßbach. Sie adäquat unterzubringen und sozialpädagogisch zu betreuen, sei das Mindeste, was man für sie tun könne.Die bis vor kurzem als "Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge" und jetzt nach dem Willen der Politik als unbegleitete minderjährige Ausländer bezeichneten Kriegskinder sind oft traumatisiert und vor allem eines: Völlig auf sich gestellt nach Deutschland geflüchtet. Keine Eltern, keine Tanten und Onkel, keine Geschwister sind in ihrer Nähe. "Sie sind das schwächste Glied in der Kette, ihnen gehört unsere besondere Aufmerksamkeit", so der Werraland-Chef.

Zwei Unterkünfte in Witzenhausen

Acht Kinder und Jugendliche haben unter dem Dach von Werraland bereits ein erstes neues Zuhause gefunden. Sie sind im Burgenhof in Witzenhausen untergebracht. Und fühlen sich dort wohl, wie Burgenhof-Geschäftsführerin und Werraland-Vorstandsmitglied Andrea Röth-Heinemann berichtet. "Der große Vorteil ist, dass sie dort nicht alleine sind, sondern mit anderen Jugendlichen gemeinsam wohnen", so Röth-Heinemann.Soziale Kontakte werden geknüpft, erste neue Freundschaften geschlossen. Ausgetauscht wird sich auf englisch oder mit Händen und Füßen. Oft reicht schon ein Lächeln und die erste Scheu fällt. "Am Wichtigsten ist, den Minderjährigen zu vermitteln, dass sie hier sicher sind und keine Angst haben müssen", sagt Röth-Heinemann. Dank des eigenen sehr gut ausgebildeten Fachpersonals gelinge die Betreuung sehr gut.

Für die Unterbringung weiterer junger Flüchtlinge hat Werraland ein Gebäude in Witzenhausen angemietet und baut es gerade um. Dort können 16 Kinder und Jugendliche untergebracht werden. Eine weitere Unterkunft könnte in Bad Sooden-Allendorf entstehen. "Das ist aber noch nicht sicher, da noch einige Auflagen zu erfüllen sind", sagt Hoßbach.

Fachpersonal garantiert qualifizierte Betreuung

Genau wie etliche Landkreise suchen auch Sozialunternehmen wie Werraland händeringend nach geeigneten Unterkünften. "Es geht nicht nur uns so: Es muss schnell gehen, lieber gestern als heute", so Hoßbach. Das gelte auch für die Suche nach geeignetem Fachpersonal."Sozialpädagogen und Erzieher können sich momentan die Jobs fast aussuchen", berichtet Hoßbach.

Trotz aller Eile werde Werraland aber auch bei der Unterbringung und Betreuung der jungen Flüchtlinge nicht von seinen hohen Qualitätsstandards abweichen.

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