Wildgänse sorgen für Badeverbot am Südufer des Werratalsees

Badeverbot am Werratalsee: 2018 bleibt das Südufer gesperrt

Eschwege - Nachdem die Stadt Eschwege zusammen mit der Gemeinde Meinhard seit Jahren händeringend nach einer Lösung zur Rettung des Werratalsees suchen, steht die Kreisstadt jetzt vor größeren Problemen. „Es droht uns in diesem Jahr möglicherweise ein Badeverbot“, erklärt Bürgermeister Alexander Heppe. Nicht aufgrund der Blaualgen. Nach Informationen durch das Kreis-Gesundheitsamt sowie das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV)Ende 2017 wird die kommende Badesaison zumindest am Südufer sprichwörtlich ins Wasser fallen. Grund hierfür soll das erhöhte Aufkommen von Enterokokken – ein Anzeichen für Vogelkot – sein. „Wir hatten 2014 einen deutlich erhöhten Wert, der nun in 2018 für das Badeverbot sorgt“, so Heppe weiter, der darauf hinweist man allerdings seit 40 Monaten unter dem erlaubten Wert liege und auch im Vorfeld keine kritischen Werte gemessen wurden. 

Wert aus 2014 sorgt für Badeverbot

Das Problem: Für die Bewertung der Badegewässer ist ein Zeitraum von vier Jahren zu berücksichtigen. Im August 2014 zeigten die Ergebnisse eine Messzahl von 5700 KBE (koloniebildende Einheit) pro 100 Milliliter an. Gerade mal acht Tage später wurden bei einer Stichprobe lediglich 94 KBE pro 100 Milliliter gemessen. „Diese Nachbeprobung hat ergeben, dass der Wert eigentlich auf 94 hätte korrigiert werden müssen. Das Ergebnis lag uns im September vor. Nun müssen wir erkennen, dass dieser korrigierte Wert zwar in die Liste übernommen wurde, der Ausreißer aber den Vorgaben der EU-Badegewässerrichtlinie entsprechend in der Tabelle belassen wurde und zur Bewertung herangezogen werden kann“, merkt der Bürgermeister der Kreisstadt an. 

Gänse verunreinigen Uferbereich

Nun geht man davon aus, dass für die fäkalen Verunreinigungen im Werratalsee die weidenden Gänse im Uferbereich verantwortlich sind. Auch die im Norden befindlichen Vogelinseln könnten als mögliche Keimquelle in Frage kommen. Der Wildgansproblematik will man jetzt entgegenwirken und wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen. „Wir haben bereits 2017 hiermit begonnen – diese Maßnahmen sollen nun erweitert bzw. fortgeführt werden“, sagt Heppe. Im April und Mai 2017 zum Beispiel wurde mit Hilfe von Schafzäunen der Wasserbereich des Südstrandareals abgesperrt, um die sogenannten Gössel daran zu hindern, aus dem Wasser zu gelangen, um Nahrung auf der Liegewiese aufzunehmen. Ausweichflächen sollen die Gänse vom Werratalsee wegziehen. 

Fütterungsverbot für Wildvögel

Auch gilt ein absolutes Fütterungsverbot für Wildvögel, damit nicht noch mehr Tiere angelockt werden. Zusätzlich sollen die Jagdvereine des Werra-Meißner-Kreises während der Jagdsaison gezielt Jagd auf die Wildganspopulation am Werratalsee aufnehmen. Für dieses Jahr sollen noch weitere Maßnahmen wie unter anderem niedrigwüchsige Hecken, eine häufigere Reinigung des Sandstrandbereichs und die Zählung der Gänse im Badebereich umgesetzt werden.

Kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche im Schwimmbad

Als Alternative zum Schwimmen am Südufer, können Badegäste sowohl ans Ostufer ausweichen, im Meinhardsee baden oder das Hallenbad mit Wasserspielplatz besuchen. „Hier haben die Stadtwerke Eschwege schnell reagiert. Sie werden Kindern und Jugendlichen freien Eintritt gewähren. Und auch die Besucher des Campingplatzes können 2018 kostenlos im Schwimmbad baden gehen“, bedankt sich Alexander Heppe. Für das Jahr 2019 wird das Badeverbot aller Voraussicht nach wieder aufgehoben sein. Der Wert aus 2014 verschwindet dann aus der Tabelle, sodass der See ausschließlich exzellente Werte vorzuweisen hat.

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