Werratalsee: Landwirte ergriffen die Initiative

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Etwa 40 Mandatsträger aus Eschwege, Meinhard, Wanfried und dem Werra-Meißner-Kreis besuchten die Info-Veranstaltung des Bauernverbands in Schwebda.

Schwebda. Kaum eine Veranstaltung zum Zustand des  Werratalsees kam in den vergangenen Wochen und Monaten ohne einen Verweis auf die Rolle der Landwirtschaft bei der Eutrophierung des Gewässers aus. Nun ergriffen die Landwirte die Initiative und informierten Mandatsträger aus Eschwege, Meinhard und Wanfried über ihre Arbeit.

Neben Abgeordneten der Kommunalparlamente waren am Freitag auch die Bürgermeister Alexander Heppe, Gerhold Brill und Wilhelm Gebhard sowie der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann und Eschweges Erster Stadtrat Reiner Brill ins Bürgerhaus Schwebda gekommen, um sich über Düngepraxis, Nutzung und Eigenschaften von Phosphat sowie  Auflagen und Kontrollen in der Landwirtschaft zu informieren.

Transparenz und Verständnis herstellen

"Die Veranstaltung soll dazu dienen, das Handeln auf den Feldern plausibel und transparent zu machen", sagte Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Werra-Meißner. Dazu trugen neben Roth auch der Betriebsleiter der Werra-Meißner Agrar GBR und Geschäftsführer der Bioenergie Wanfried GmbH & Co. KG, Max Ulrich Aschhoff,  Landwirt Christian Mente und Agrar-Ingenieur Tom Raasch von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt in Göttingen (IGLU)  bei.

Der lieferte auch das Fazit des Abends: "Es ist typisch für das Werratal, dass die Landwirte einen negativen Phosphat-Saldo vorweisen." Das heißt: Sie holen mehr Phosphat aus dem Boden heraus als sie reinbringen.

Als Beispiele führte er die Bewirtschaftung zweier Felder am Westufer des Sees an, auf denen abwechselnd Weizen und Mais angebaut wurde: Selbst beim Mais-Anbau gestaltete sich der Phosphat-Saldo ausgeglichen, beim Weizen-Anbau war er deutlich im negativen Bereich. "Eine weitere Reduzierung birgt Risiken", erläuterte Raasch. Beim Stickstoff-Verbrauch hingegen sei eine solche durchaus möglich.

Infomaterial soll Experten zugänglich gemacht werden

Mit Blick auf die Wanfrieder Biogasanlage betonte Aschhoff zudem, dass das Blaualgen-Problem am Werratalsee erstmals 2007 aufgetreten sei und sich 2008 verschlimmert habe – die  Anlage habe allerdings erst Ende 2007 den Betrieb aufgenommen und im Jahr 2008 nur geringe Mengen Gülle auf die Felder ausgebracht, "und nichts im Umfeld des Sees".

Im Anschluss an die zweistündige Veranstaltung sagte Roth zu, das Info-Material auch der Expertenrunde zur Verfügung zu stellen, die sich kürzlich konstituiert hat. Zudem stünden die Landwirte den Fraktionen jederzeit für Fragen zur Verfügung. "Ein Anfang ist gemacht", bilanzierte Reiner Brill. Er begrüßte die Bereitschaft von Landwirtschaft und Politik, offen miteinander zu kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen für die Gesundung des Sees zu suchen.

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