Werratalsee: SPD und die LINKE wollen Nägel mit Köpfen machen

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Derzeit ist im Gespräch, dass zwischen Werra und Werratalsee ein Damm errichtet und eine Spundwand eingezogen werden soll. Doch sowohl SPD und die LINKE also auch die Landesregierung zweifelt diese Variante an.

Feiertag (SPD) und Gassmann (die LINKE) fordern Planfeststellungsverfahren zur Anhebung des Wasserspiegels im Werratalsee - Dammabdichtung sowie Spundwand seien fraglich

Eschwege - Seit 2007 ist der Werratalsee in Eschwege Diskussionsthema Nummer 1 – genauso lange wird auch bereits nach einer adaquäten Lösung für den „erkrankten“ See gesucht. Ein Gutachten folgte dem nächsten – auf einen Nenner und eine umsetzbare Maßnahme, die auch langfristigen Erfolg zeigen wird, ist dennoch nicht umgesetzt worden.

SPD und die LINKE wenden sich an Umweltministerin

Daher wandte sich die Fraktion SPD und die LINKE um die Vorsitzenden Alexander Feiertag und Bernhard Gassmann an den Landtagsabgeordneten Lothar Quanz, um von Umweltministerin Priska Hinz, um fachkundige Antworten rund um die bisher an versierten Maßnahmen und Ursachen zu erhalten. „Wir wollen endlich Nägel mit Köpfen machen – die von der Stadt favorisierte Variante der Dammabdichtung zwischen Werra und See sehen weder wir noch die Hess. Landesregierung als sinnvoll“, sagt Alexander Feiertag, der sich mit seinen Fraktionskollegen einig ist.

Dammabdichtung ist teuer und wenig erfolgsversprechend

Zwar würde die rund eine Million teure Maßnahme zu 80 Prozent mit Fördermitteln finanziert. 200.000 Euro müssten dennoch von der Stadt aufgebracht werden. „Und bei diesen Kosten wird es sicherlich nicht bleiben“, ist sich Bernhard Gassmann sicher. Denn die Baumaßnahme würde auf einer Strecke von 2,6 Kilometern durchgeführt – sowohl Landschaft als auch der angrenzende Fuß- und Radweg würden in Mitleidenschaft gezogen. Des weiteren wäre der See während der Bauzeit hier auch nicht nutzbar. „Die Landesregierung beurteilt sowohl Spundwand als auch Dammabdichtung zur Reduzierung des Nährstoffeintrags aus der Werra als kritisch, da es keine gesicherten Erkenntnisse zu den aus der Werra in den Werratalsee hineinströmenden Wassermengen. Außerdem sei es fraglich, ob die Vorstellung der Stadt Eschwege, dass es dadurch zu einer signifikanten Verbesserung führen würde, fraglich“, zitiert Feiertag die Aussage der Umweltministerin.

Einzige sinnvolle Maßnahme: Anhebung des Wasserstands

Stattdessen fordern SPD und die LINKE, die Maßnahme mit der Wasserstandanhebung wieder in den Fokus zu rücken. „Das Problem scheint durch die Absenkung des Sees gekommen zu sein. Vom Grundsatz her ist die Anhebung des Wasserspiegels daher die richtige Maßnahme – das Verfahren wurde allerdings 2013 von Seiten der Stadt Eschwege, der Gemeinde Meinhard und des Regierungspräsidiums Kassel einvernehmlich eingestellt“, erklären die Fraktionsvorsitzenden. Man befürchte Vernässungen im Umfeld des Werratalsees und man müsste davon ausgehen, dass der durch die Wasserspiegelanhebung verloren gehende Retentionsraum auszugleichen ist, so die Antwort aus dem Hessischen Landtag.

Planfeststellungsverfahren zwingend erforderlich

Ein Planfeststellungsverfahren ist hierzu aber noch nie gemacht worden. „Wir müssen genau dieses Verfahren wieder aufrollen“, fordert Bernhard Gassmann. Der SPD-Stadtverordnete Stefan Fiege fordert zusätzlich eine Erfolgsmatrix von Seiten der Stadtverwaltung, die Erfolg, Wirksamkeit, Zeitrahmen und Kosten auf einen Blick aufzeigt.

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