Kommentar von Sonja Liese zum Werratalsee in Eschwege

Sonja Liese zur geforderten Wasserstandanhebung von SPD und die LINKE im Werratalsee: "Wasserspiegel hoch - fertig!"

Eschwege - Ein Gutachten hier, ein Gutachten dort – eine Expertenrunde, Bürgerversammlungen, ein wenig Karpfen abfischen und Unterwasserpflanzen mähen. Klingt auf den ersten Blick ganz passabel. Aber genau das ist im Zeitraum von zehn Jahren passiert. Denn seit 2007 beschäftigt man sich mit der Wasserproblematik im Werratalsee – und ist auf der Suche nach einer adäquaten Lösung. Die Stadt Eschwege soll laut Aussagen von SPD und die LINKE ganz klar die Dammabdichtung und das Ziehen einer sogenannten Spundwand favorisieren. Doch ob diese Maßnahme tatsächlich erfolgsversprechend ist, zweifeln nicht nur Alexander Feiertag und Bernhard Gassmann an, auch für die Landesregierung ist es fraglich, ob das Verfahren tatsächlich eine Verbesserung mit sich bringen würde. Die Frage vom Stadtverordneten Stefan Fiege, wieso man denn nicht die erfolgsversprechende Maßnahme verfolge, ist daher mehr als berechtigt.

Obwohl wir allesamt Laien auf dem Gebiet sind – auch die Stadtverordneten, Gemeindevertreter oder auch ein Bürgermeister – sollte man sich doch zunächst für die Variante entscheiden, die am naheliegensten ist. Der See ist 2007 „erkrankt“, nachdem er für die Deutschen Rudermeisterschaften ausgebaut worden ist. Die Folge: Der Wasserstand des Sees ist gesunken. Zehn Jahre später soll es ein großes Problem darstellen, den Wasserstand wieder auf Originalhöhe anzuheben – im Übrigen ist dies die günstigste aller Maßnahmen. Laut Feiertag und Gassmann müssten nur die zwei Abläufe abgedichtet werden und binnen weniger Wochen sei der See wieder „vollgelaufen“. Doch hinter Idee und Ausführung liegen Welten. Vielleicht aber auch nicht! Weil hier wird willkürlich gehandelt, nämlich nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip. Weil vielleicht kann es zu Vernässungen kommen – vielleicht aber auch nicht. Vorher ging es doch auch.

Gassmann schlug eine Anhebung des Wasserspiegels vor, die stufenweise unter Beobachtung durchgeführt werden könnte bis dann letztlich die ursprüngliche Höhe erreicht ist. Die Kosten hierfür: Verschwindend gering! Anstatt einen Damm oder eine Spundwand auf einer Länge von 2,6 Kilometern als DIE Lösung auf Eschweger Seite zu favorisieren, wäre es auch denkbar, so die Idee von Alexander Feiertag, einfach diese Maßnahme auf Grebendorfer Seite auf nicht mal 300 Metern durchzuführen, um einer Vernässung vorzubeugen.

Und wenn alle Stricke reißen, dann setzt man den Werratalsee einfach wieder in den Originalzustand zurück, das heißt: Aus einem See mach’ wieder zwei, Wasserstand hoch – Problem gelöst. Ist zwar schade, dass die Deutschen Rudermeisterschaften nicht mehr alle fünf Jahre in Eschwege stattfinden können, aber ich denke, das ist das kleinere Übel!

Rubriklistenbild: © Liese

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