Reh ist Wildtier des Jahres 2019

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Das Reh wurde zum Wildtier des Jahres gewählt.

Die Deutsche Wildtierstiftung in Hamburg hat das Reh zum Wildtier des Jahres 2019 gewählt. Mit dieser Wahl wollte die Deutsche Wildtierstiftung mit dem weit verbreiteten Reh bewusst einen Kontrapunkt zur seltenen und bestandbedrohten Wildkatze setzen, die 2018 das Wildtier des Jahres war.

Region.  „Obwohl Rehe so häufig sind und in Regionen mit einer abwechslungsreichen Feld- und Waldlandschaft wie dem Werra-Meißner-Kreis zum alltäglichen Bild gehören, kursiert viel falsches Wissen über die Wildart”, so Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V.. So werde die Wahl von den Jägern sehr begrüßt, lenke es doch den Fokus der Öffentlichkeit auf ein häufiges Wildtier, dass beinahe jeder Mensch aus eigenem Erleben kennt.

„Rehe sind in ganz Deutschland nicht selten. Sie sind sicher die häufigsten der großen, freilebenden Säugetiere und beinahe in jeder halbwegs natürlichen Landschaft und bis in die Randbereiche der Städte und Dörfer hinein anzutreffen“, erklärte die Stiftung in einer Mitteilung zur Begründung der Wahl. Rehe sind die häufigste und kleinste Hirschart in Europa. Sie werden zu den sogenannten „Trughirschen“ gezählt und sind mit den riesigen Elchen viel näher verwandt als mit den bei uns heimischen Rothirschen. Nur die männlichen Rehe, die Böcke, tragen ein Geweih, von den Jägern Gehörn genannt.

In der Paarungszeit, der Brunft oder Blattzeit, im Hochsommer liefern sich die Böcke heftige Kämpfe. Rehe sind sehr standorttreu und verlassen ihren engeren Lebensraum oft das ganze Leben lang nicht. Die Paarungszeit – auch Brunft genannt – des Rehwildes findet in Deutschland von Mitte Juli bis Mitte August statt. Die Kitze kommen im Mai und Juni zur Welt.

Unfälle sind häufige Todesursache

„Rehe sind in Deutschland keine bestandbedrohte Tierart. Sie gehören zu den Gewinnern unserer Kulturlandschaft“, erklärt die Wildtierstiftung. Im Werra-Meißner- Kreis werden alljährlich etwa 4500 Rehe von der Jagdbehörde zum Abschuss freigegeben. Diese Rehe werden aber nicht alle von Jägern erlegt. Fast 200.000 dieser bundesweit in den Jagdstrecken erfassten Rehe sind Opfer des Straßenverkehrs geworden.

„Viele dieser Wildunfälle wären vermeidbar, wenn die Autofahrer das Warnschild ,Wildwechsel’ respektieren würden und insbesondere nachts und in der Dämmerung in Wald- und Feldgebieten mit angepasster Geschwindigkeit fahren würden“, erklärt die Stiftung. Bei Wildunfällen sollten sich Laien dem verletzten Tier niemals nähern. Ein weiteres, großes Tierschutzproblem ist die Gefahr, der frisch geborene Rehkitze im Frühjahr durch Mähmaschinen bei der Wiesenmahd ausgesetzt sind. Jäger und Landwirte unternehmen alljährlich große Anstrengungen, um die Verstümmelung und Tötung von Rehkitzen durch Mähmaschinen zu vermeiden. Vor der Mahd werden die Wiesen mit einem gehorsamen Jagdhund, einem Infrarotwildretter mit einer an einer Drohne Wärmebildkamera abgesucht, um die Kitze aus dem Gefahrenbereich heraustragen zu können.

Das wohl bekannteste Rehkitz ist „Bambi“ aus dem gleichnahmigen den Roman „Bambi – Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“, dessen Thema von Walt Disney aufgegriffen und im Jahr 1942 in London Premiere hatte.

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