Windpark Hausfirste im Blickpunkt

(Bild 1) Eine Privatperson vermutete eine Verschmutzung des Wassers durch Öl, die von der zuständigen Ökologischen Baubegleitung  nicht bestätigt werden konnte. Das „Schimmern“ auf dem Wasser sei durch natürliche Stoffe aus dem Boden begründet. Da die Privatperson dies der Polizeistelle in Hessisch Lichtenau meldete, untersucht diese den Fall nun unabhängig, die Ergebnisse stehen aber noch aus. 	Foto: Privat
+
(Bild 1) Eine Privatperson vermutete eine Verschmutzung des Wassers durch Öl, die von der zuständigen Ökologischen Baubegleitung nicht bestätigt werden konnte. Das „Schimmern“ auf dem Wasser sei durch natürliche Stoffe aus dem Boden begründet. Da die Privatperson dies der Polizeistelle in Hessisch Lichtenau meldete, untersucht diese den Fall nun unabhängig, die Ergebnisse stehen aber noch aus. Foto: Privat

Die Baustelle des Windpark Hausfirste steht von allen Seiten unter Beobachtung. Entega und RP weisen Kritik zurück

Großalmerode. Der Bau des Windparks "Hausfirste" nahe dem Bilsteinturm schreitet voran. An dem Bauvorhaben wurde und wird seitens vieler Bürger aus Großalmerode und Wickenrode Kritik geübt und viele "inspizieren" die Baustellen und Zufahrten selbst. Verdächtige Flecken werden fotografiert und dokumentiert. Die Bilder liegen auch unserer Zeitung vor, weshalb wir beim Regierungspräsidium, der Polizei und der Entega – der Firma, die den Windpark errichten lässt – nachfragten.

"Keine Verschmutzungen festgestellt"

Bereits im April berichtete die Bürgerinitiative Kaufunger Wald (BI) über Flecken auf dem Baustellenboden sowie Müll im Baustellenbereich. Nach Himmelfahrt ging noch einmal ein Hinweis von einer Privatperson ein, die sich anschließend an die Polizeidienststelle in Hessisch Lichtenau wendete (Bild 1).

Die Beamten ermittelten vor Ort und sicherten am Mittwoch, 11. Mai, Proben. Die Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor."Es kann sich um natürliche Ursachen handeln oder um Verschmutzungen durch Schmierstoffe. Die Untersuchungen dauern hierzu aber noch an", so Uwe Lingner von der Polizeidirektion Werra-Meißner.

Die "Ökologische Baubegleitung" vor Ort konnte nach ihren Untersuchungen – laut RP und Entega – keine Verschmutzung durch Schmierstoffe oder Öl feststellen. Der "schimmernde Stoff" in der Pfütze sei natürlichen Ursprungs und nichts ungewöhnliches."Es handelt sich dort (rund um den Bilstein, Anmerkung der Redaktion) um einen sauren Boden und Pfützen werden an solchen Standorten durch sogenannte Huminstoffe verfärbt. Die organischen Komponenten des Bodens lassen sich in Huminstoffe und Nichthuminstoffe einteilen Nichthuminstoffe werden von Mikroorganismen schnell mineralisiert",  erklärte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidium Kassel.

"Müll wird immer eingesammelt"

Bei dem Fund der BI im April (Bild 2), die von Wanderern darauf Aufmerksam gemacht wurde, handelte es sich um einen Schmierstoff.

Laut Entega  setze man sogenannte "Bio-Schmierstoffe" ein. Weiterhin erklärte man seitens der Entega: "Es gibt derzeit keine nachgewiesenen Ölflecken. Für den Umgang mit Öl- und Schmierstoffen im Bereich des Windpark-Areals gibt es strikte Anweisungen in der Genehmigung.Für die Betankung werden generell Wannen untergelegt, die auch umfangreich bei den ausführenden Unternehmen vorhanden sind. Diese Auflagen werden seitens der Ökologischen Baubegleitung streng überwacht.  Müllansammlungen im Bereich der Baustelle sind nicht existent. Die Bauarbeiter entsorgen nicht achtlos ihre Abfälle im Wald. Im Gegenteil, jeglicher Müll wird aufgesammelt, auch Müll der hinter den abgesperrten Bereichen liegt."

Das Regierungspräsidium Kassel wird – wie es Pressesprecher Michael Conrad erklärte – jede Woche mit einem ausführlichen Bericht der Ökologischen Baubegleitung auf dem neuesten Stand gebracht. Des Weiteren erklärte Konrad, dass neben den Baustellenfahrzeugen auch andere Fahrzeuge auf den Wegen unterwegs sind, die ebenfalls als Verursacher für potentielle  Verunreinigungen in Betracht kommen würden.Zudem queren Wanderwege wie der P14 die Baustellenzufahrten. Daher kämen für mögliche Verschmutzungen durch Abfälle auch Wanderer infrage.

Mögliche Verschmutzungen melden

Michael Conrad erklärte zudem, dass man grundsätzlich jedes mutmaßliche Umweltdelikte bei der Polizei oder Umweltbehörde melden sollte,  um im Ernstfall unverzüglich handeln zu können. So könnten schlimmere Schäden vermieden werden.

Bezüglich der Schäden an den Zufahrtsstraßen, die die BI bemängelt, erklärte die Entega: "Wir sind permanent dabei, Schäden an Straßen, Wegen und Banketten auszubessern. Die Straßen und Wege sind im Rahmen der Baustellenphase kurzfristig höheren Belastungen ausgesetzt. Die Kohlenstraße inklusive der Bankette werden in Kürze saniert."

+++EXTRA INFO+++EXTRA INFO+++

Gegenmaßnahmen

Folgende Maßnahmen wurden ergriffen, um Umweltverschmutzungen durch Fahrzeuge zu verhindern:• Es gibt vor Ort eine Ökologische Baubegleitung, die an vier Tagen die Woche auf der Baustelle präsent ist. Darüber hinaus ist ein Vertreter der Enercon an sechs Tagen die Woche auf der Baustelle. Alle Beteiligten achten äußerst genau auf die Einhaltung der Bestimmungen.

• Jeder einzelnen Lkw-Fahrer wurde angewiesen, sich zwingend an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h zu halten. Sollten Lkw-Fahrer schneller fahren, wird das Nummernschild notiert und ein Gespräch mit dem Fahrer geführt. Bei wiederholtem Verstoß darf der Lkw-Fahrer die Baustelle nicht mehr befahren.

• Jedes Fahrzeug wird morgens von dem entsprechenden Unternehmen geprüft und Dokumentationen geführt, ob z.B. alle Hydraulikschläuche dicht sind. Auch die Lkw und Betonmischer müssen dies dokumentieren. Sollte während der Arbeiten ein Hydraulikschlauch platzen, verfügt jedes dort tätigte Unternehmen über entsprechende Ausrüstung, um die Ölflecken sofort zu beheben. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung. Zudem werden Bio-Schmierstoffe eingesetzt, um keinen Schaden entstehen zu lassen.

• Jeder Bauarbeiter des Windparks ist in die Bestimmungen der Genehmigung eingewiesen worden und hat diese Bestimmungen auch unterzeichnet. Sollten Bauarbeiter des Windparks nachweislich Müll im Wald hinterlassen, gäbe es eine Verwarnung für das entsprechende Unternehmen und der Müll müsste entfernt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

19-jährige Hopfelderin ist erfroren

Die 19-jährige Hopfelderin, die am Sonntag tot bei Hessisch Lichtenau gefunden wurde ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erfroren
19-jährige Hopfelderin ist erfroren

Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdeliktes bei der Bundespolizei in Eschwege

Bei der Bundespolizei in Eschwege wird derzeit gegen zwei Personen ermittelt, die ein Sexualdelikt zum Nachteil eines Minderjährigen begangen haben sollen
Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdeliktes bei der Bundespolizei in Eschwege

Unfall bei Bischhausen - 21-Jähriger erlag seinen Verletzungen

Heute Mittag kam es zu einem schweren Unfall zwischen Waldkappel und Bischhausen. der 21-jährige Pkw-Fahrer erlag seinen schweren Verletzungen
Unfall bei Bischhausen - 21-Jähriger erlag seinen Verletzungen

1.700 Schüler demonstrieren in Eschwege für eine offene Gesellschaft

Am Sternmarsch Eschweger Schüler für Courage und eine offenen Gesellschaft nahmen heute Vormittag rund 1.700 Menschen teil.
1.700 Schüler demonstrieren in Eschwege für eine offene Gesellschaft

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.