Hessisch Lichtenau lehnt Verpachtung von Grundstücken für Windpark ab

Die Stadtverordneten haben gegen die Verpachtung von Grundstücken für Winräder bei Reichenbach gestimmt

Hessisch Lichtenau/ Reichenbach. Die Stadt wird ihre Flächen bei Reichenbach nicht verpachten. Die Anfrage eines Investors wurde abgelehnt. Dieser wollte dort vier Windkraftanlagen installieren. Die Entscheidung der Stadtverordneten war alles andere als einstimmig.

Insgesamt stimmten 12 Stadtverordnete für die Verpachtung und 16 Abgeordnete dagegen, ein Stadtverordneter enthielt sich. Die unterschiedlichen Ansichten ergaben sich zum einen aus einem älteren Beschluss, nach dem man auf dem Eisberg bei Reichenbach keine Windräder haben wollte.

Reichenbach solle touristisch attraktiv bleiben, es führt unter anderem der Premiumwanderweg 10 um den Ort herum. Das Lager, das sich für die Verpachtung aussprach, wollte die etwa 120.000 Euro Pachteinnahmen für die Stadtkasse sichern, die die Ventotec GmbH und EAM Natur GmbH in ihrem Antrag in Aussicht stellten.

Nach den Steuererhöhungen der vergangenen Jahre und den steigenden Kosten bei der Kinderbetreuung wollte man das Geld nutzen, um die Stadtkasse und damit die Steuerzahler zu entlasten.

Am Ende lief es bei der Abstimmung darauf hinaus, dass man bei der früheren Entscheidung blieb, keine Windräder am Eisberg zu erlauben, um somit die Glaubwürdigkeit der Stadtverordnetenversammlung zu bewahren, oder dass man sich für die Einnahmen und Aufbesserung der Stadtkasse entscheidet.

Keine Gewissheit

Ohne die Verpachtung der städtischen Flächen wird auch Hessenforst seine Liegenschaften nicht zur Verfügung stellen, wie es die Einrichtung bereits zum Beginn der Debatte im Februar erklärte. Windräder auf dem Eisberg können dennoch nicht ausgeschlossen werden, wie es bei der Stadtverordnetenversammlung deutlich wurde.

Sollten die Ventotec GmbH und EAM Natur GmbH genügend private Grundstücke pachten können, wäre die Errichtung von bis zu zwei Windrädern theoretisch möglich. Für die Fürsprecher der Verpachtung war dies ein weiteres Argument, sich dafür auszusprechen, da nicht garantiert werden könne, dass am Ende wirklich keine Windräder bei Reichenbach entstehen. Nach der Entscheidung steht zumindest fest, dass auf städtischen Flächen keine Windräder errichtet werden.

Rubriklistenbild: © Horn

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