Witzenhausen plant Entwicklung zur „Lernort Kommune" und „Familiengerechten Kommune"

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(V.li) Michael Zimmermann, Daniel Herz, Rukin Tatli und Katharina Franke stellen ein Programm vor, das Kinder- und Jugendlichenrechte stärkt und die Angebote von Stadt und Institutionen für diese Zielgruppe transparenter machen soll.

Mehr Zusammenarbeit, bessere Information über bestehende Angebote für Kinder und Jugendliche in Witzenhausen und den Stadtteilen und die Stärkung der Kinder- und Jugendrechte sind Teilaspekte des Programmes „Lernort Kommune“, das jetzt startet.

Witzenhausen - Bei einem Impulsvortrag von Dr. Heide-Rose Brückern vom Verein „Kinderfreundliche Kommune e.V.“ im letzten Jahr in der Johannisbergschule hatten die Anwesenden sich darauf geeinigt zu ermitteln, wie Witzenhausen die Voraussetzungen für die Zertifizierung als „Kinderfreundliche Kommune“ schaffen kann. Schon an diesem Abend war festgestellt worden, dass es in Witzenhausen zwar viele Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, aber eine übersichtliche Bündelung fehlt. „Es ist großartig, was Witzenhausen schon heute anbietet, aber es gibt viele Angebote parallel und es ist kein zentrales Portal vorhanden, so dass Eltern jeden einzelnen Träger ansprechen müssen“, erklärt Katharina Franke vom Vorstand des Vereins LaLeSchu, der das Vorhaben durchführt.

Neben dem Ziel der Zertifizierung werden in einem weiteren Teilprojekt Aktionen zum Weltkindertag, zum Tag der Kinderrechte und zum Weltspieltag organisiert. Außerdem wird eine Fachtagung zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren organisiert. In den nächsten Monaten sollen Aktionen zur Gedenk- und Erinnerungskultur von Kindern und Jugendlichen angestoßen werden. Im Mittelpunkt des Projektes „Kinderfreundliche Kommune“ steht die ämterübergreifende Vermittlung der Inhalte der UN-Kinderkonvention in das Verwaltungshandeln. „Wenn Kinder und Jugendliche sich in ihren Interessen wahrgenommen und bei der Umsetzung begleitet fühlen, bindet sie das emotional an den Ort“, erläutert Katharina Franke.

Parallel betreibt die Stadtverwaltung die Auditierung zur „Familiengerechten Kommune“. Damit erhält die Verwaltung eine Analyse der familienpolitischen Ausgangslage, auf deren Grundlage die Attraktivität der Stadt gesteigert werden kann. „Seit Jahren arbeitet die Stadt an ihrem Image als familiengerechte Kommune, an den sogenannten Soft Skills, die auch Unternehmen als Standortfaktoren immer mehr schätzen. Die beiden Projekte können hier ein wichtiger Baustein sein und sich gegenseitig ergänzen“, sagt Michael Zimmermann, Fachbereichsleiter Verwaltung. „Beide Projekte werden nebeneinander laufen und wir werden lernen, die Verknüpfungspunkte zu suchen. Sie gehen beide in die gleiche Richtung und können sich gegenseitig unterstützen“, erklärt Bürgermeister Daniel Herz.

„Wir werden in der Steuerungsgruppe eng und transparent zusammen arbeiten, um Doppelstrukturen zu vermeiden“, berichtet Katharina Franke von den Planungen. Sollte Witzenhausen beide Zertifikate erhalten, wäre das die erste Stadt bundesweit, die nach beiden Verfahren zertifiziert ist.

Als ersten Schritt wurde aus Leader-Mitteln eine 20-Stunen-Stelle geschaffen. Die 24-jährige Ermschwerderin, Rukin Tatli, die Soziale Arbeit studiert hat, wird für die nächsten 18 Monate das Projekt koordinieren.

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