VHS Witzenhausen feierte Standortwechsel mit Tag der offenen Tür

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Die VHS Mitarbeiter aus den beiden Standorten Witzenhausen und Eschwege fühlen sich wohl im neuen Gebäude.

Die Volkshochschule (VHS) Witzenhausen ist mittlerweile am neuen Standort in der ehemaligen Steintorschule angekommen. Am Tag der offenen Tür konnten die Besucher einen Einblick in das vielfältige Angebot der VHS bekommen.

Witzenhausen. Ein Umzug ist immer aufwendig, besonders wenn man ihn nicht nur für sich alleine, sondern für 14 Menschen stemmt, und die neue „Wohnung“ 1.300 Quadratmeter groß ist. Aber nun sind sie gut angekommen, die ganzen Möbel und Mitarbeiter der Volkshochschule in dem „besten“ Gebäude, welches die Institution bislang ihr Eigen nennen konnte. „Es ist hell, freundlich und einladend“, so Betriebsleiter Matthias Schulze. Zum Tag der Offenen Tür im neuen Haus, der ehemaligen Steintorschule, konnten an die fünfhundert Besucher aller Altergruppen begrüßt werden, die den ganzen Tag über exemplarisch in das VHS-Programm hineinschnuppern konnten. Die Angebote, wie mit Feldenkrais und Qi-Gong unter Leitung von Inge Hielscher und Ralf Enchelmaier in die Ruhe und Kraft kommen, aus alten Hemden neue Kissenüberzüge nähen mit Sabine Harms oder im Flur „sträkeln“ mit Ilona Pfordt-Slivka (eine Mischung aus Stricken und Häkeln), wurden gut angenommen.

Bei Ilona Pfordt-Slivka können alle stricken und häkeln lernen.

Der Rundfunk Meißner lud ins offene Sendestudio ein, bei Fotograf Michael Zimmer konnten Portätfotos aufgenommen werden und die Familien genossen das Puppentheater „Die Landmaus und die Stadtmaus“. Davor konnten mit dem Hula-Hoop Reifen die Hüften und danach beim Zumba der ganze Körper in Schwung gebracht werden. Tierisch ging es draußen zu: Auf dem geräumigen Außenglände, dem ehemaligen Pausenhof der Schule, zeigte die Hundeführerscheingruppe rund um Vanessa Schulte-Escorsin, was sie im vergangenen Semester gemeinsam mit ihren Vierbeinern gelernt hatte. „Für uns ist es eine tolle Möglichkeit, das Außenglände hier in Kombination mit den Räumen im Gebäude für unser Angebot nutzen zu können“, so die Kursleiterin. Wer es lieber mit Pflanzen hält, der war bei Agraringineur Eberhart Walther gut aufgehoben, der im Foyer verschiedene Apfelsorten ausgestellt hat. Er gibt seit Jahren Kurse rund um die Obstgehölzepflege und Anlage von Streuobstwiesen.

Der Umzug hat 920.000 Euro gekostet, dafür wurde das Gebäude barrierfrei umgestaltet, ein Aufzug eingebaut, und eine hochmoderne EDV-Ausstattung eingebaut, die den Medieneinsatz in den Kursen erleichtert. „ Die VHS ist eine Institution, die zu Unrecht bei manchen ein verstaubtes Image besitzt“, meint der pädagogische Leiter Burkhard Bax. „Wir gehen seit einem Jahrhundert immer mit der Zeit und experimentieren daher im Moment mit dem Konzept des Blended Learning“. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Präsenzzeiten in den Kursen, die stark mit digitalbasierter Eigenarbeit von zuhause aus kombiniert wird. „Das ist vor allem für Sprachkurse oder den Segelbootführerschein sehr interessant und passt auch gut zu unserem Bildungsauftrag für den ländlichen Raum, da es das Angebot in so in jedes Dorf bringt. So können zum Beispiel auch Kursangebote in Dorfgemeinschaftshäuser gestreamt werden“

Vielfältige Kursangebote

500 Angebote bietet die 2014 aus den Standorten Eschwege und Witzenhausen fusionierte „VHS Werra-Meißner“ nun kreisweit an. „Es sind seit einigen Jahren vorallem die Bereiche Gesundheit, Sport und Fitness, die boomen. Aber auch traditionelle Techniken und Handwerk sind wieder mehr gefragt“, meint Schulze. Sprachkurse stellen den Dauerbrenner dar, die jenseits von gesellschaftlichen Trends, seit Anbeginn der Volkshochschule, stark nachgefragt werden.

Der Betrieb der VHS ist Pflichtaufgabe der Kommunen, der Kreis gibt daher 350.000 Euro im Jahr dazu, das Land weitere 90.000 Euro. Insgesamt werden 4 Millionen Euro Umsatz pro Jahr erzielt. „Dafür ist es auch gut, dass das jetzige Gebäude in Händen des Kreises geblieben ist“ meint Matthias Schulze. Ein Beschluss der Magistrates in Witzenhausen hätte dies ermöglicht, da die Stadt Rückgriffsrechte auf ehemalige Schulgebäude hatte. 2015 wurde die Schule dann entwidmet. „Im Gebäude finden wir viele neue Möglichkeiten, über die wir im alten Gebäude, dem ehemaligen Amtsgericht an der Walburger Straße, wo die VHS nach unserem ersten stadtinternen Umzug war, so nicht verfügten“, meint Schulze. „So gibt es jetzt eine geräumige Aula für Kulturveranstaltungen.“ Auch die Nachbarschaft mit Universität und dem Tropengewächshaus sei interessant, woraus sich noch gestaltbare Potentiale ergäben. Im Dachgeschoss des Hauses ist das neue Lokalstudio des Rundfunk-Meißner eingezogen, die Räumlichkeiten sind mittlerweile gut ausgelastet. Besonders vormittags und abends seien die meisten Räume ausgelastet, so Schulze.

Punktuelle Vermietung ist jederzeit auf Anfrage möglich und auch gern gesehen. Ebenso freut sich die Volkshochschule stets über neue Gesichter im Dozententeam. Wer sich vorstellt und ins Programm aufgenommen wird, bekommt auch die Möglichkeit, sich pädagogisch fortzubilden. „ Wir schauen weniger auf Abschlüsse, als darauf, dass die Dozenten ihr Angebot mit Freude, Motivation und Kompentenz rüberbringen“, meint Bax.

Dafür kann sich laufend angemeldet werden, auch nach Semesterstart lohnt die Nachfrage, ob im gewünschten Kurs noch ein Platz frei ist. Ist der Lieblingskurs diesmal nicht dabei, freut sich das Team über entsprechende Anregungen. Weitere Informationen unter www.vhs-werra-meissner.de oder telefonisch unter S 05542–93360.

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