Witzenhausens Verkehr soll klimafreundlich werden

Marktplatz witzenhausen Rathaus fairtrade town Histogram Analysis: 38% (Above 60 is Limit) Is Below 100 42% (Under 10 is Limit) Is Above 150 46% (Above 70 is Limit) Is Above 140 22% (Under 5 is Limit) Is Below 60 Histogram Analysis: 38% (Above 73 is Limit) Is Below 100 42% (Under 8 is Limit) Is Above 150 42% (Above 70 is Limit) Is Above 150 38% (Under 5 is Limit) Is Below 100 Histogram Analysis: 2% (Above 60 is Limit) Is Below 100 85% (Under 10 is Limit) Is Above 150 81% (Above 75 is Limit) Is Above 160 8% (Under 5 is Limit) Is Below 130 Histogram Analysis: 2% (Above 70 is Limit) Is Below 100 85% (Under 10 is Limit) Is Above 150 79% (Above 80 is Limit) Is Above 165 8% (Under 2 is Limit) Is Below 130

Große Diskussionsrunde im Rathaussaal bereitet weitere Grundlage für neue Verkehrsplanung in der Kirschenstadt vor

Witzenhausen. "Unsere Mitarbeiter eignen sich hervorragend als Fotomodelle" konstantierte Bürgermeisterin Angela Fischer in ihrer Eingangsrede kürzlich im Rathaussaal zur Bürger-Informations- und -Dialogveranstaltung rund um den Klimafreundlichen Verkehr in Witzenhausen. Sie verwies damit auf die verschiedenen Plakate, die mit dem Spruch "Hör auf den Radfahrer in dir" beziehungsweise mit "Hör auf den Fußgänger in dir" die verschiedenen Verkehrsteilnehmer als Auto- oder -Radfahrer sowie Fußgänger in der Innenstadt jeweils in die Perspektive des anderen hinein versetzen sollen. Auf engem Raum müsse man Rücksicht aufeinander nehmen, so Fischer.

Bekannte Gesichter aus der Stadtverwaltung und Stadtpolitik sollen Identifikationspunkte schaffen, um für ein faires Miteinander  nicht nur beim heiß umstrittenen Thema "Sollen Radfahrer in der Fußgängerzone fahren dürfen oder lieber absteigen?" zu werben.Grundlage für den Abend  lieferte der Stadtverordnetenbeschluss vom 9. Februar: Im Rahmen des Konzepts "Klimafreundlicher Verkehr"  sollen verschiedenen Maßnahmen in der Altstadt umgesetzt werden.

klimafreundliche und zugleich stadt- und umweltfreundliche Gestaltung

Ziel des Teilkonzeptes zur Stadtentwicklung ist es, eine klimafreundliche und damit zugleich stadt- und umweltfreundliche Gestaltung des Verkehrsgeschehens auf den Weg zu bringen.Die Maßnahmen, die  in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, wurden im Nachgang zum Stadtverordnetenbeschluss   unter den Witzenhäuser Bürgerinnen und Bürgern bereits stark diskutiert.Aus diesem Grunde  wurde im Rahmen der Veranstaltung in einem in der Stadt Witzenhausen bis dato neuen Format des Bürgerdialogs vor Beginn der Umsetzungen Gelegenheit zum Austausch geboten.

Junge Leute beteiligen sich kaum

Diesem Angebot kamen rund 50 Witzenhäuser nach, allerdings überwiegend ältere Bürger. Kein Vertreter der  ebenfalls eingeladenen Studentenschaft hatte den Weg ins Rathaus gefunden, was einen Austausch unter den Nutzergruppen, die ein sehr unterschiedliches Mobilitätsverhalten haben und im Alltag teilweise in Konfliktsituationen aufeinander treffen, erschwerte.Die Anwesenden konnten sich zunächst in der Ausstellung im Rathausfoyer von den einzelnen Maßnahmen und Erläuterungen zu ihrer technischen und städtebaulichen Umsetzung ein Bild machen, und eigene Meinungen dazu einbringen, sowie das Paket in seiner Gesamtwirkung bepunkten.Mit Prof. Dr. Axel Ahrens, Professor für Verkehrs- und Infrastrukturplanung an der TU Dresden sowie Dr. Holger Küst, den stellvertretenden Landesvorsitzenden des ADFC Hessen, gewann die Veranstaltung an Expertise.

,Sich auf Änderungen einlassen’

Die beiden erläuterten in Vorträgen Beispiele aus anderen Städten, wie Regensburg, Frankfurt am Main oder auch der Kleinstadt Hofheim am Taunus, wie andere Städte radfreundliche Maßnahmen und Öffnungen der Fußgängerzonen umgesetzt hatten.

Ahrens ermutigte die Anwesenden, sich auf die Änderung einzulassen. Er führte Erfahrungen aus den 60er Jahren an, als die autofreundlichen Innenstädte nach und nach in Fußgängerzonen umgewandelt worden sind. Schon damals hatten die Einzelhändler Angst vor Umsatzeinbußen und wehrten sich gemeinsam mit Bürgern gegen das ungewohnte Modell, die Stadtpolitiker oft gegen deren Willen umsetzten. Letzlich erwies sich das Gegenteil als Fall, die Aufenthaltsqualität und auch der Umsatz stieg in den frühen Jahren der Fußgängerzonen stark an.

"Meine Erfahrung ist, dass Leute sich immer zweimal gegen Maßnahmen wehren: Wenn sie eingeführt werden und wenn sie wieder abgeschafft werden sollen." Kaum einer würde heute sich dafür einsetzen, diese Fußgängerzonen wieder aufzuheben.

Als ähnlich schätze er den Fall auch in Witzenhausen ein. Obwohl die Stadt in Sachen Klimaschutz vorbildlich sei, gilt für Witzenhausen dasselbe wie für andere Orte in dieser Größenordnung: Je kleiner sie ist, desto höher ist der Autoverkehr.

"Dabei sind Wege unter fünf Kilometer generell schneller mit dem Fahrrad zurückzulegen." Im Zuge der Klimaschutzanstrengungen, die jede Kommune unternehmen müsse, plädierten Ahrens und Küst, alles in der Macht stehende zu tun, um es gerade diesen Verkehrsteilnehmern einfacher zu machen: "Es zahlt sich am Ende für die Lebensqualität aus."

Dieser Meinung schlossen sich die Diskussionsteilnehmer in einer moderierten Runde, Georg Gries ( ehemaliger Vorsitz Seniorenrat), Michael Schäfer (Vorsitzender AHG) und Ludger Beesten (Vorsitzender BI Sinnvolle Verkehrsplanung) nur teilweise an. Gries wandte sich zum wiederholten Male im Namen der älteren Bürger aus Sicherheitsgründen gegen Radfahrer  in der Fußgängerzone, wenn obgleich aus dem Publikum darauf hingewiesen wurde, dass dies nicht die Meinung aller über 60-jährigen Bürger repräsentierte.

Schäfer meinte: "Der Handel hat ein großes Ja, aber eine kleines Aber", da nicht alle Ortsteile in fünf Kilometer Erreichbarkeit lägen und man somit auch an die Autofahrer im Verkehrkonzept denken müsse. Auch die Gewährleistung von Lieferverkehr in der Fußgängerzone führte er als wichtigen Punkt für den Einzelhandel an.Beesten dagegen begrüßte die geplanten Maßnahmen.

Wer sich intensiver mit den geplanten Maßnahmen auseinandersetzen will, ist eingeladen, die Ausstellung im Rathausfoyer zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besuchen. Bernd Westermann, Bauamtsleiter, ist ebenfalls bereit, mit Menschen, die ernsthaft Interesse an einem Austausch haben, Gesprächstermine auszumachen (Tel. 05542-5080).

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