„Wohnen für Hilfe" in Gertenbach erfolgreich umgesetzt

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(V.li.) Karl Erz, Karin Weinsberg, Katja Eggert, Karin Erz, Elisa und Sara Mendoza.

Die Studentin wohnt seit April bei dem Ehepaar Erz in Gertenbach. Beide Seiten sind vom Projekt „Wohnen für Hilfe" überzeugt.

Von TATJANA REICHL

Gertenbach. "Jetzt kommt wieder Leben in die Bude”, sagte das Ehepaar Karin und Karl Erz, als sie im April der Studentin Elisa Mendoza mit ihrer Tochter Sara im Rahmen des Projektes "Wohnen für Hilfe” eine Wohnung anboten. Kürzlich trafen sie sich mit den Projektverantwortlichen  Karin Weinsberg vom Diakonischen Werk und Katja Eggert vom Lokalen Bündnis für Familie, um das bisherige Zusammenleben Revue passieren zu lassen.

Neugierde und Mut

Das Projekt "Wohnen für Hilfe” startete in Witzenhausen mit seinen Ortsteilen vor einem Jahr (wir berichteten). "Da meine Frau aus gesundheitlichen Gründen die Arbeiten im Haus nicht mehr alleine bewältigen kann, habe ich jemanden gesucht, der uns unterstützt. Ich dachte, das Projekt passt dazu optimal”, so der 69-jährige Karl Erz, der sich sogleich an Karin Weinsberg wandte.Währenddessen entdeckte die 30-jährige Masterstudentin des International Food Business, Elisa Mendoza, einen Aushang an der Universität, der das Projekt bewarb.Da ihr die Wohnung im Studentenheim zusammen mit ihrer Tochter zu klein wurde, bewarb sie sich mit Neugierde beim Projekt.

"Von da an war alles fast ein Selbstläufer”, so Weinsberg stolz über die Wunschpartnerschaft.Nach anfänglicher Bedenken seitens Karin Erz, ob dies so funktioniert wie gedacht, war schnell klar, dass diese Verbindung passt. Elisa zog mit der Tochter bereits vor Ablauf des gewöhnlichen Probewohnens bei Familie Erz ein und bereichert seitdem deren Leben."Jeder gibt das, was er hat”, erklärt Karin Weinsberg. "Damit ist ein generationsübergreifendes Miteinander geschaffen, das einmalig ist”, so auch Katja Eggert.Egal, ob aufräumen, putzen, einkaufen oder zusammen kochen, Elisa und Sara sind integriert. "Sara ist für uns wie ein Ersatz-Enkelkind. Wir werden dadurch nochmal jung”, sagt das Ehepaar voller Stolz. Weinsberg ergänzt: "Es ist nicht nur Wohnen, sondern Leben.”

Elisa Mendoza ist dankbar für die Großzügigkeit ihrer Wohnungsgeber. "Es ist alles perfekt. Meine Tochter hat in der Schule Freunde gefunden, mit denen sie spanisch sprechen kann. Für sie ist dieser Ort zum Aufwachsen ideal. Vielen Dank.”  Die Studentin konnte durch das Ehepaar Erz außerdem ihr Deutsch verbessern und das deutsche Essen lieben lernen. "Man muss auch mal geben können. Wir bekommen immer etwas zurück”, so Karl Erz, der sich auch bei Karin Weinsberg für die Unterstützung bedankt. Sein Rat an Unentschlossene: "Einfach erstmal probieren. Es ist wie beim Essen: Entweder es schmeckt oder eben nicht.”

Hintergrund

Bei "Wohnen für Hilfe” bieten Menschen Wohnraum für Studierende an. Als Gegenleistung erwarten sie dafür aber kein Geld, sondern ein wenig Unterstützung im alltäglichen Leben, ohne pflegerische Tätigkeiten. Ältere Menschen, Alleinstehende, Behinderte, Familien oder auch Alleinerziehende, die Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, können sich melden. Das Prinzip: Pro Quadratmeter Wohnfläche = 1 Stunde Hilfe im Monat (zuzüglich der anteiligen Nebenkosten). Der zeitliche Umfang kann variieren, je nach Vereinbarung.Kontakte:– Für Wohnungsanbieter:Karin Weinsberg, Diakonisches Werk,  Tel. 05542-911170, asl-wiz@deswi.deKatja Eggert, Lokales Bündnis für Familie,  Tel. 508105, Mail:Katja.Eggert@witzenhausen.de– Für Studenten (Wohnungssuchende): Jannik Zimmermann, Fachschaftsrat,  Tel. 05542-981233, Mail: studienberatung@gmail.com.

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