Ziegen als fleißige Helfer im Dienste des Kreises

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Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann (links) überzeugt sich von der Arbeit von Anita Bindbeutel (hier mit Hund Bounty) und Ekkehard Roggée, die mit ihren Ziegen der Bebuschung von Grünflächen entgegen wirken.

Werra-Meißner-Kreis setzt Ziegen zur Landschaftspflege ein

Oberhone -  In Deutschland gibt es ingesamt 17 Biodiveritäts-Hotspots und der Werra-Meißner-Kreis gehört dazu. „Damit dies auch so bleibt, müssen wir uns für die Erhaltung der Flächen einsetzen”, so Dr. Rainer Wallmann.

Die Wiedereröffnung von Landschaften durch Entbuschung und die anschließende kontinuierliche Nutzung ist ein besonderes Anliegen der Landschaftspflege des Werra-Meißner-Kreises. „Auf vielen Flächen wachsen immer mehr Büsche, das Gras verfilzt. Dadurch wird dem Boden das Licht genommen, das die Pflanzen zum Wachsen brauchen”, informiert Jörg Böttner vom Fachbereich Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz.

Seltene Pflanzenarten wie die Silberdistel, der Fransenenzian oder der Mücken-Händelwurz sind auf dem Oberhoner Weinberg zu finden. Damit dies so auf der 0,95 Hektar großen Kalkmagerrasen-Fläche auch so bleibt, war man auf der Suche nach einer passenden Beweidung. „Pferde, Schafe und Rinder sind gut dafür geeignet. Aber hier auf der Fläche haben wir uns für Ziegen entschieden”, so Wallmann. So stehen derzeit 40 Ziegen, davon 22 Lämmer auf dem Oberhoner Weinberg. Sie gehören Anita Bindbeutel aus Orferode, die täglich vorbei kommt, um nach den Tieren zu schauen. „Die Arbeit mit den Ziegen ist zeitintensiv, daher bin ich hauptberuflich in die Landwirtschaft gewechselt”, erklärt sie. Zwei Wochen stehen die Ziegen auf der Wiese, dann sei alles abgefressen.

Diese Art der Ziegenbeweidung wird nun einmal im Frühjahr und einmal im Herbst durchgeführt. Im Oktober schneiden dann Mitarbeiter der Werkstatt für junge Menschen einige der Büsche und Sträucher weiter zurück. „Die regelmäßige Pflege ist für den Erhalt der seltenen Orchideenarten wichtig”, so Böttner.

Das Projekt auf dem Oberhoner Weinberg steht exemplarisch für die Arbeit innerhalb des Grünlandsicherungsprojektes des Kreises, betont Wallmann. „Im Kreis gibt es viele Flächen, die unter der bedrohenden Bebuschung leiden”, so der erste Kreisbeigeordnete. Bereits seit Jahren mit seiner „Ziegenfeuerwehr” unterwegs ist auch Ekkehard Roggée aus Netra. „Manchmal ist die Entbuschung die letzte Rettung für Flächen. Und dann rückt die Ziegenfeuerwehr aus, um zu helfen”, so Roggée.

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