Zwischenruf: Klimaneutrale Stadt und Kunstrasen, wie geht denn das?

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Kunstrasenplatz

Zwischenruf: Ein Fußballplatz wird mit Kunststoff versiegelt aber man will klimaneutrale Stadt werden, wie passt das zusammen?

Eschwege. Mit einigem Erstaunen bin ich aus der letzten Sitzung der Eschweger Stadtverordnetenversammlung heraus gekommen. Die SPD forderte dort Aufklärung durch die Verwaltung und Bürgermeister, inwiefern diese mit ihrem Handeln das Ziel der klimaneutralen Kommune fördern. Es ging um Klimaerwärmung, das Erbe unserer Kinder und Verantwortung.

Alles sehr hehre und unterstützenswerte Ziele, finde ich. Dann berieten die Stadtverordneten den letzten Tagesordnungspunkt, und dabei ging es um den möglichst zügigen Bau eines Kunstrasenplatzes auf der Torwiese, zu nutzen von Fußballern und zum American Football. Kunstrasen und klimaneutrale Kommune waren für die Mehrheit der Stadtverordneten kein Gegensatz.

Es gehe um Sport als eine gesellschaftspolitisch wichtige Aufgabe. Die Grünen stimmten zu, nachdem ein Passus über Mikroplastik eingefügt wurde und nur die Linken blieben dabei, dass erst einmal gründlich alle Gesichtspunkte bezüglich der Umweltverträglichkeit geprüft werden sollen. Rund 70 Tonnen Granulat aus alten Autoreifen, Gewässerschutz, Nanopartikel, Flächenversiegelung, die bei Eigenheimers Steingärten immer wieder angeprangert wird, waren nicht ganz so wichtig.

Irgendwie passt das doch alles nicht zusammen. Wo bleibt hier das klimaneutrale Gewissen, dass wenige Minuten vorher so brennend loderte? Vielleicht sehe ich das aber auch nur so, weil ich weder American Football noch Fußball spiele?

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