Mehr Tote, weniger Verletzte

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Die Zahl der Verkehrsunfaelle im Kreis ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Foto: Archiv

Werra-Meißner. Heute stellten Polizei-Chef Thomas Beck und der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes, Rüdiger Willich, die Verkehrsstatistik 2012 f

Werra-Meißner. Heute stellten Polizei-Chef Thomas Beck und der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes, Rüdiger Willich, die Verkehrsstatistik 2012 für den Kreis vor. Man kann es vorweg nehmen: Erschreckende Zahlen gab es nicht zu vermelden. 2.360 Mal krachte es

im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreis, ein Anstieg um 30 Unfälle im Vergleich zu 2011. Auf den insgesamt 710 Kilometern Autobahn, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, für die die Polizeidirektion Werra-Meißner zuständig ist, stieg allerdings die Zahl der Verkehrstoten. Zehn Menschen mussten ihr Leben lassen (2011: sechs), zwei tödliche Unfälle passieren unter Alkoholeinfluss.

"Dagegen sank erfreulicherweise die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten auf 310 (2011: 347)", so Polizeidirektor Beck. Ebenfalls rückläufig die Unfälle mit Kindern: "Jeder Unfall ist einer zuviel, aber der Rückgang von 21 auf zwölf mit beteiligten Kindern freut uns ganz besonders", so Willich.

Unfallschwerpunkte im Kreis sind die "Lido-Kreuzung" bei Reichensachsen, die "Herkules-Kreuzung" in Eschwege, die Kurve unter der Burg Ludwigstein auf der B 27 und die Ausfahrt aus dem Eschweger Bahnhofskreisel Richtung Niederhoner Straße. "Der Reiz für viele Autofahrer ist anscheinend durch den Kreisel schneller zu sein als rechts dran vorbei. Auf dem kurzen Weg zur Kreuzung an den Stadtwerken schaffen es viele dann nicht mehr rechtzeitig auf die Geradeausspur", so Beck, der aber trotzdem von einer entspannten Verkehrssituation spricht im Vergleich zur alten Bahnhofskreuzung.

Der entstandene gesamte Sachschadenaller Unfälle ist mit 7,8 Millionen Euro schon hoch, der volkwirtschaftliche Schaden, zu dem alle Unfall- und Folgekosten bis hin beispielsweise zur Witwenrente zählen, umfasst gar über 22 Millionen Euro.

Straftat ab 0,3 Promille

Zugenommen haben dagegen wie im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen (wir berichteten), die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. "Trotz intensiver Kontrollen haben wir hier leider eine Steigerung. Und die Dunkelziffer liegt noch weitaus höher", ist sich Beck sicher. Was viele Autofahrer nicht wüssten: "Bereits ab 0,3 Promille handelt es sich um eine Straftat, wenn es zum Unfall kommt", so Beck. Besonders bei jüngeren Fahrern sei aber weniger Alkohol das Problem, sonder vielmehr Drogen.

Positiv sei im Gegensatz zum Trend in Nordhessen der Rückgang von Unfallfluchten. 540 Fälle registrierte die heimische Polizei, in denen sich die Unfallverursacher vom Ort des Geschehens entfernten. "Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt, denn die Geschädigten bleiben meist auf ihren Schäden sitzen", so Willich, der auch gleich mit der irrigen Annahme aufräumte, wonach ein hinterlassener Zettel am geschädigten Auto ausreiche.

Immer mehr Wildunfälle

Schwer zu schaffen macht der Polizei die stetig steigende Zahl der Wildunfälle. Fast ein Drittel aller Unfälle passieren mittlerweile mit Wildschein, Reh und Co. "Die Zunahme der Monokultur ist hierbei ein Faktor. Maisfelder sind ein wahres Paradies für Wildtiere. Nahrung im Überfluss und ein sicherer Ort für den Nachwuchs", sagt Willich.

Rekord-Raser am Montag geschnappt

Den Fuß auf dem rechten Pedal drücken trotz intensiver Kontrollen immer noch viele Autofahrer gerne zu weit durch. 43 Fahrverbote wurden ausgeprochen im vergangenen Jahr. Teilweise wurden "Spitzengeschwindigkeiten" gemessen. Ganz aktuell heute als ein Eschweger Autofahrer am Hopfenbergtunnel (A44) mit 164 Km/h statt der erlaubten 80 gemessen wurde. Die Folge für den Raser: 600 Euro, vier Punkte, drei Monate Führerscheinentzug.

Anschallpflicht wird ignoriert

Sorgen bereitet Beck und Willich die nachlassende Bereitschaft der Autofahrer zur Gurtpflicht. "Diesen Umstand stellen wir bei unseren Kontrollen leider vermehrt fest", so Beck. Dabei gingen manch Unverbesserliche sogar so weit, die Elektronik in ihrem Fahrzeug zu manipulieren, damit nichts piepe, wenn der Gurt nicht angelegt sei.

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