Meilenstein gesetzt: Schnelles Internet kommt aufs Land

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Witzenhausen. Heute Abend besiegelten fünf nordhessische Landräte den Bau einer Datenautobahn, die flächendeckend für schnelles Internet sorgen soll.

Witzenhausen/Nordhessen. Fünf Landkreise, ein Ziel: Schnelles Internet für alle privaten Haushalte und Unternehmen. Heute Abend haben die nordhessischen Landräte mit ihren Unterschriften die Gründung der "Breitband Nordhessen GmbH" besiegelt. Und damit einen Meilenstein für den Bau der Datenautobahn gesetzt.

"Ich bin sehr froh, wir sind einen Riesenschritt voran gekommen", so Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises. Eine solche Kooperation von fünf Landkreisen sei bisher deutschlandweit einmalig. Und die Botschaft sei klar: "Wir stehen für Miteinander und nicht Wettbewerb untereinander", so Reuß und seine nordhessischen Amtskollegen.

Bis das Hochgeschwindigkeitsnetz alle Haushalte erreicht, werden aber noch Jahre vergehen. Anfang 2105 soll Baubeginn sein. Die Fertigstellung der Datenautobahn, mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 bis zu 100 Megabit pro Sekunde, ist für 2019 geplant.

Telekom und Netcom wollen Angebot abgeben

Inzwischen wurde bei der Wirtschafts- und Strukturbank Hessen ein sogenanntes Breitbanddarlehen in Höhe von 143 Millionen Euro für den erforderlichen Ausbau der Infrastruktur beantragt.

Zeitnah wird per Ausschreibung ein Netzbetreiber gesucht. "Die Telekom und die Netcom Kassel haben uns zugesagt, dass sie ein Angebot abgeben werden", so Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel.

Was die Landräte aber jetzt schon versprechen: Auch, wenn alle Bauaufträge europaweit ausgeschrieben werden müssen, soll ein Großteil des 143 Millionen Euro schweren Pakets bei heimischen Firmen bleiben.

Die Feinplanung übernimmt später der Netzbetreiber. Die Breitband Nordhessen GmbH wird verantwortlich sein für die Verlegung der Glasfaserkabel in alle Orte. "Wir bauen bis an die Kabelverzweiger. Von dort in die Haushalte übernimmt der Netzbetreiber", so Reuß. Ein Bau bis in jedes Haus hätte die Kosten von 143 auf 250 Millionen Euro hochschnellen lassen.

Dass der Bedarf an schnellen Internetverbindungen bereits sowohl bei den Unternehmen als auch im privaten Sektor vorhanden ist, hatte eine vom Regionalmanagement Nordhessen organisierte Umfrage ergeben: "98 Prozent der über 35.000 befragten Bürger und rund 5.000 Unternehmen erwarten schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten", sagt Holger Schach vom Regionalmanagement Nordhessen, das die bisherigen Planungen koordiniert und das Projekt auch weiterhin begleiten und unterstützen wird.

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