„Menschen wie Sie sind eiskalt!“

Vor Gericht: Geschdigte sagt erstmals gegen ihren Ex-Mann ausVon SONJA LIESEEschwege/Berkatal. Wir haben ber die Jahre gelernt, ihn

Vor Gericht: Geschdigte sagt erstmals gegen ihren Ex-Mann aus

Von SONJA LIESE

Eschwege/Berkatal. Wir haben ber die Jahre gelernt, ihn nicht zu reizen. Wir haben gelernt, dass man im Haus verloren ist man ist verloren, so die 49-Jhrige, die im Verfahren gegen ihren Ex-Mann als Zeugin aussagte wohl gemerkt das erste Mal gegen ihren Mann aussagte. Denn bereits am 24. April 2008 stand der damals 51-Jhrige vor dem Landgericht in Kassel und wurde unter anderem wegen gefhrlicher Krperverletzung an seiner Frau zu einer Bewhrungsstrafe von zwei Jahren verurteilt zu einer Bewhrungsstrafe von nur zwei Jahren.

Denn ihr Mann hatte sie unter anderem von hinten mit einer Spaltaxt auf den Kopf geschlagen und sie dadurch erheblich verletzt. Htte die Zeugin damals nicht von ihrem Zeugenverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, wre er mit dieser Strafe nicht davongekommen, so die Staatsanwltin, denn von Seiten der Staatsanwaltschaft wurden drei Jahre und sechs Monate beantragt.Ich musste nur sagen, ob ich aussagen mchte oder nicht. Warum, das hat mich niemand gefragt, so die 49-Jhrige, die auch nach dem Angriff mit der Axt immer wieder von ihrem jetzigen Ex-Mann belstigt wurde und aus Angst mehr oder weniger in seine Plne einwilligte. Mit im Spiel: Gemeinsame Kinder, die die Situation fr die 49-Jhrige immer schwieriger machten. Er tauchte unangemeldet bei mir auf und wollte die Kinder sehen, so die Zeugin.

Unangemeldet war auch das Vorgehen des Angeklagten am 26. April 2008, als er einen der gemeinsamen Shne allein auf dem Sportplatz abpasste, um mit ihm in ein Waldstck zu fahren. Ich hatte meine beiden Jungs zum Sportplatz gebracht, weil dort ein Fuballspiel war, so die 49-Jhrige, und fuhr dann schnell zum Einkaufen. Doch als sie wieder zurck kam, war einer der beiden Shne verschwunden. Ich fuhr also nach Hause und kurze Zeit spter kam mein Ex-Mann mit ihm um die Ecke, setzte ihn ab und verlie das Grundstck wieder, so die Mutter, der sofort berichtet wurde, was passiert war.

Er holte seine Axt aus dem Kofferraum

Er holte seine Axt aus dem Kofferraum heraus, um ste abzuschlagen, um zu demonstrieren, was man mit einer Axt macht, erzhlte der damals 10-Jhrige seiner Mutter.

Erst Tage spter zeigten sich scheinbare Folgen. Er klagte ber Bauchschmerzen, und er fhlte sich unwohl, so die 49-Jhrige wohlwissend, dass dem Sohn bekannt sei, dass sein Vater seine Mutter mit einer solchen Spaltaxt aufs Schwerste verletzt hatte. Ich denke, er wollte mit der Aktion erreichen, dass die gesamte Familie whrend des Prozessverlaufes gefgig ist. Beispielsweise wollte er mich dazu bringen, whrend der Pausen bei den Gerichtsterminen gemeinsam mit ihm die Kantine aufzusuchen, damit das ein besseres Licht vor Gericht auf ihn wirft, so die 49-Jhrige. Im Klartext: Der Angeklagte wollte damit ein milderes Urteil fr sich erwirken. Diesen Vorwurf stritt er allerdings ab. Er habe keinerlei Absicht mit der Aktion verfolgt. Ich kenne Menschen wie Sie, so die Staatsanwltin, und Menschen wie Sie sind eiskalt und machen sich sehr wohl Gedanken darber, wie Sie andere zum eigenen Vorteil beeinflussen knnen.

Das Urteil: 120 Arbeitsstunden fr einen gemeinntzigen Zweck, die innerhalb eines halben Jahres geleistet werden mssen. Und ich empfehle Ihnen, genau das zu tun, denn ansonsten sehen wir uns genau hier wieder, so der Richter.

Hier geht's zum Artikel ber das grausame Verbrechen im Februar 2007 (klick).

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