Metallstange bohrt sich durch Oberschenkel

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Für die Rettungskräfte war es ein "Trauma-Tag" mit viel Blut und zahlreichen Verletzten

Hessisch Lichtenau/Kassel. Die Metallspitzen ragen aus dem Oberschenkel des Mannes heraus. Blut tropft auf den Boden und bildet bereits eine Lache. Der Mann schreit um Hilfe und ist den Tränen nahe, als die Rettungskräfte eintreffen. Diese beginnen umgehend mit der Versorgung des Verletzten, die Feuerwehr bereitet die Bergung vor. Beobachtet wird das Ganze von einer Menschenmenge, einige machen Bilder, andere filmen mit dem Smartphone. Die Beobachter sind aber keine Gaffer, sondern überwiegend Ausbilder, die die Leistung der 29 angehenden Notärzte beobachten.

Rund 80 Stunden umfasst die von der Landesärztekammer Hessen zertifizierte Zusatzweiterbildung Notfallmedizin, die am Elisabeth-Krankenhaus Kassel angeboten wird. Die Rettungsübungen, Trauma-Tag genannt, setzt man jedoch im Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Hessisch Lichtenau um, die die angehenden Notärzte bei den Rettungsaktionen unterstützt, um den Ablauf so realistisch wie möglich zu halten.

Übung statt Powerpoint-Präsentation

"Wie man bei solch einem Einsatz in der Realität vorgeht, kann man nicht durch eine Powerpoint-Präsentation lernen, sondern nur durch Übung. Es geht hier vor allem darum, die Reihenfolge der Abläufe, gerade in der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den Rettungsassistenten, zu lernen", erklärt der Kursleiter Armin Jost.Der Kurs, der sonst nur noch an zwei weiteren Standorten in Hessen angeboten wird, ist die bundesweite Grundvoraussetzung, um als Notarzt im Rettungsdienst eingesetzt zu werden. Teilnehmende Ärzte müssen zwei Jahre Klinikerfahrung inklusive sechs Monate in Intensivstation und Notaufnahme haben. Kursleiter Armin Jost ist Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin und Notfallmedizin und seit 25 Jahren als Notarzt tätig. Er hat den Kurs 2002 entwickelt und führt ihn seit 2014 am Elisabeth-Krankenhaus durch.

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