Mikroben machen Stroh zu Alkohol

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Bad Sooden-Allendorf. Wissenschaftler wollen Sole für Experiment nutzen.

Bad Sooden-Allendorf. Dass die Solestadt bekannt ist für ihr erholsames Umfeld, sollte hinlänglich bekannt sein. Dass es in der Stadt aber auch biologische Forschungen gibt, ist neu. Mit Dr. Bernd- Peter Ernst und seinen Kollegen Petra Krack und Stefan Hintze hält nun ein Projekt der ,Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe’ in Gülzow (Schleswig-Holstein) in der Kurstadt Einzug, das durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird.

Die DNA-Diagnostik-Firma (Seqlab) aus Göttingen untersucht den Prozess von Mikroorganismen in schadstofffreiem Stroh, um daraus Ethanol (Alkohol) herzustellen. Zur Zeit kann dieser nur in einer Hochdruckkammer unter hohen technischen Aufwand hergestellt werden.

"Das ist wirtschaftlich sehr unrentabel, weswegen wir eine biologische Alternative zu diesem Schritt suchen", sagt Ernst, der aus Eschwege stammt und bei einem Ausflug durch das Gradierwerk auf die Idee gekommen ist."Überall um uns herum fliegen Pilze und andere Mikroorganismen, die uns helfen könnten, das Stroh für die weitere Prozesse aufzuschwemmen. Die Sole bringt diese Organismen direkt in das Stroh," erklärt er.

Der ganze Vorgang dauert 14 Tage bis vier Wochen. In einem "Mini-Gradierwerk", das der Architekt Norbert Brill aus Kleinvach entworfen hat, soll in den nächsten 10 bis 14 Tagen mit dem Experiment begonnen werden.

Mitarbeiter des Bauhofs haben das 19.000 Euro teure Gradierwerk aus Holz, vor dem originalen Gradierwerk im Stadtteil Sooden errichtet. "Das Projekt ist auf die nächsten drei Jahre angelegt, aber im Herbst sollten wir die ersten Ergebnisse präsentieren können," so Petra Krack.

Was dabei herauskomme, sei allerdings vollkommen offen. "Wir sind stolz darauf, dass wir Bad Sooden-Allendorf auch als Forschungsstandort präsentieren können," sagt Bürgermeister Frank Hix, der zudem betont, das die Stadt die Kosten von 700.000 Euro nicht tragen muss.

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