Moment der leisen Töne

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Gelebt in Eschwege, von den Nazis deportiert und ermordert: Martha Cahn und Tochter Toni Clara.

Im Rahmen der Erinnerungskultur der Stadt Eschwege zur Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus´ wurden seit 2009 insgesamt 85Gedenksteine verle

Im Rahmen der Erinnerungskultur der Stadt Eschwege zur Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus´ wurden seit 2009 insgesamt 85

Gedenksteine verlegt. Bis Ende diesen Jahres sollen weitere 28 Stolpersteine gesetzt werden. Die Verlegung von zehn Stolpersteinen wurde von der Sparkassen-Stiftung finanziert.

Heute wurden zwei weitere verlegt. In der Friedrich-Wilhelm-Straße 44 lebten Martha Cahn und Tochter Toni Clara bis 1942, ehe sie von den Nazis deportiert und ermordert wurden. Martha Cahn starb im Vernichtungslager Treblinka, berichtete Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann.

Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Frank Nickel und Landrat Stefan Reuß, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, sprachen bei der heutigen Verlegung der Gedenksteine von einem "Moment der leisen Töne". Die Sparkasse sei Weggefährte der Stadt bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Mit diesen Steinen, die von Künstler Gunter Demnig in den Bürgersteig vor dem Haus mit der Nummer 44 eingearbeitet wurden, werde Zeitgeschichte dokumentiert.

Das Setzen von Stolpersteinen verfolgt das Ziel, den Opfern des Nationalsozialismus, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen

zurückzugeben. Die Markierung der letzten Wohnorte, in der Regel inmitten von Wohngebieten und Straßenzügen, soll die Schutzbehauptung in Frage stellen, dass man von dem "Verschwinden" einstiger Mitbürger nichts bemerkt habe. Das Hinabbeugen zum Lesen der Texte steht für eine Verbeugung vor den Opfern. Es geht nicht darum, Täter zu benennen und Wohnhäuser zu brandmarken, sondern einzig um die Ehrung der Opfer.

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