Nichts blieb ihnen

Die Schuelerinnen und Schueler der Anne-Frank-Schule mit ihrem Lehrer Lutz Schaub (li.) freuen sich sehr, dass Anita Stein (3. v.li.) mit Enkeltochter Robyn (5.v.li.) den Weg zur Ausstellungseroeffnung in der Sparkasse gefunden hat. Ihr Mann Ludwig ist Teil der Ausstellung.
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Die Schuelerinnen und Schueler der Anne-Frank-Schule mit ihrem Lehrer Lutz Schaub (li.) freuen sich sehr, dass Anita Stein (3. v.li.) mit Enkeltochter Robyn (5.v.li.) den Weg zur Ausstellungseroeffnung in der Sparkasse gefunden hat. Ihr Mann Ludwig ist Teil der Ausstellung.

Eschwege. "Da mein Sohn außerordentlich begabt ist, wie auch sein Lehrer bestätigt, bitte ich Sie, mir das Klavier des evakuierten Juden zu ü

Eschwege. "Da mein Sohn außerordentlich begabt ist, wie auch sein Lehrer bestätigt, bitte ich Sie, mir das Klavier des evakuierten Juden zu überlassen." Mit dieser Bitte trat 1942 ein Offenbacher Bürger an sein Finanzamt heran, um sich am Eigentum eines Deportierten zu bereichern. "Überall kam es zu öffentlich angekündigten Auktionen aus jüdischem Besitz: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten den Besitzer", so Moderatorin Betina Leder, die sich zur "geheimen" ersten Eröffnung der Ausstellung "Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 bis 1945" auf der Galeriebene der Sparkasse in Eschwege einfand. "Ich begrüße heute alle die, die an der Ausstellung mitgearbeitet haben und natürlich auch unsere Gäste aus den USA und aus Israel", so Leder weiter.

Eine Dame stand ganz besonders im Fokus

Doch insbesondere eine Dame stand an diesem Tag ganz besonders im Fokus: Anita Stein, die Ehefrau von dem am 29. April 1924 in Eschwege geborenen Ludwig Stein. Sie kam zusammen mit ihrer Enkelin, um sich die Ausstellung über ihren mittlerweile verstorbenen Mann anzuschauen.

"Wir hatten stets Kontakt zu Anita Stein, die uns die Geschichte ihres Mannes erzählt hat", so eine Schülerin der Anne-Frank-Schule. Auch einzelne Fotos habe die Ehefrau für die Ausstellung bereitgestellt, die zusammen mit vielen Informationen über den gebürtigen Eschweger Teil der "Präsentation" sind, in der es heißt: "Nach ihrer Flucht aus Eschwege versuchte die Familie Stein einige ihrer Besitztümer an eine Adresse in Antwerpen nachsenden zu lassen. Eine ehemalige Haus-angestellte brachte das Ansinnen der Polizei zur Kenntnis. In der Folgezeit wurde das Haus durch den Landrat in Vormundschaft gegeben. 1941 erwarb Familie Gustav Pfuhl dieses Grundstück auf dem Tauschwege."

So wie den Steins ging es allen Familien, die nicht der arischen Rasse entsprachen. "Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte des legalisierten Raubs, in die Lebensgeschichten von Tätern und Opfern", so Bettina Leder abschließend.

Wer Einblick in die Geschichte bekommen möchte, kann sie zu folgenden Zeiten erhalten: 28. Januar bis 5. April 2012, Montag bis Mittwoch,  8.30 bis 17 Uhr, Donnerstag und Freitag, 8.30 bis 18 Uhr. Sonderöffnungszeiten am Wochenende: Samstag, 11. Februar, Sonntag, 4. März, Samstag, 24. März, jeweils 14 bis 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

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