"Nichts Genaues weiß man nicht": Friedaer Bürgern bleibt nicht mehr als die Hoffnung +++aktualisierte Version+++

Diskutierten mit den Buergern: (v.li.) Meinhards Buergermeister Hans Giller, Juergen Lenders (FDP), Moderator und Sprecher der BI Bernd Appel, Helmut Heiderich (CDU) und Lothar Quanz (SPD). Foto: Winter
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Diskutierten mit den Buergern: (v.li.) Meinhards Buergermeister Hans Giller, Juergen Lenders (FDP), Moderator und Sprecher der BI Bernd Appel, Helmut Heiderich (CDU) und Lothar Quanz (SPD). Foto: Winter

Frieda. Ortsumgehung Frieda und kein Ende. Das wurde am Montagabend wieder mehr als deutlich, als die heimischen Politiker Helmut Heiderich (CDU), Lot

Frieda. Ortsumgehung Frieda und kein Ende. Das wurde am Montagabend wieder mehr als deutlich, als die heimischen Politiker Helmut Heiderich (CDU), Lothar Quanz (SPD), Jürgen Lenders (FDP) und Meinhards Bürgermeister Hans Giller den rund 80 Bürgern Rede und Antwort standen. Denn trotz endlich vorhandenden Baurechts wird die Umgehung nicht gebaut. Noch nicht. Weil das Geld fehlt.

Man kann es kurz machen: Trotz aller gutgemeinten Worte und aller Bemühungen unserer Politiker – ein Ende der unendlichen Geschichte ist nicht in Sicht. Und das obwohl die veranschlagten 4,5 Millionen Euro für die Ortsumgehung Frieda eine Winzigkeit sind im Vergleich zu anderen Straßenbauvorhaben in Hessen.

"Der Haushalt fürs nächste Jahr ist so gut wie durch, da wird es keine Änderung pro Frieda mehr geben”, sagte Helmut Heiderich und machte ein wenig Hoffnung, dass die Ortsumgehung im Bundeshaushalt 2013 berücksichtigt wird. Aber wirklich nur ein wenig Hoffnung. Denn selbst wenn Frieda Berücksichtung finde, bekomme man die 4,5 Millionen Euro nicht sofort.

Viel Positives hatten auch die Landtagsabgeordneten Quanz und Lenders nicht zu vermelden. Seit Jahren sei man dran an der Sache, versuche bei Hessens Minister Posch alles, doch letztendlich entscheide der Bund, also Verkehrsminister Ramsauer. Dem widersprach Heiderich: "Hessen hat vom Bund 200 Millionen Euro für Straßenbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist an Posch zu entscheiden, wo das Geld eingesetzt wird.”

Hans Giller merkte an, dass sich das Meinharder Parlament bereits 1986 mit einer Ortsumgehung für Frieda beschäftigte. "Seitdem halten die Bürger das Problem mit ganz großer Geduld aus. Hier vereint alle Bürger der Wunsch, dass diese Straße endlich gebaut wird.”

Ob und wann die Straße tatsächlich kommt, steht auch nach Montagabend in den Sternen. "Es kann ja sein, dass alle ihr Bestes geben, aber Konkretes konnten Sie uns auch heute wieder nicht sagen”, sagte Harald Schädler, ein interessierter Bürger, in Richtung der Landes- und Bundespolitiker.

Applaus gab’s für die Aussage von Heiderich, der monierte, dass wegen der Kammmolche ein Kilometer Tunnel der A 44 soviel Geld verschlinge, dass man davon gleich mehrere Ortsumgehungen Frieda bauen könnte.

Die Hoffnung ruht jetzt auf einem Besuch in Berlin. Dort will die Bürgerinitiative mit Bernd Appel an der Spitze und der Unterstützung von Heiderich beim zuständigen Staatsminister im Verkehrsministerium vorsprechen. "Bringen Sie viele Unterschriften mit", sagte Heiderich.

Ob das dann Bewegung in die Finanzierung bringt oder das Leben in Frieda weiterhin ein lebensgefährlicher Krimi bleibt, wie es eine Bürgerin ausdrückte – auch das steht nach Montagabend weiter in den Sternen.

Zitate des Abends

"Nach dem Planfeststellungsbeschluss vor einem Jahr ist bis jetzt nichts passiert. Trotzdem: Wir müssen nach vorne schauen" Bernd Appel, Sprecher der BI

"Ich setze darauf, dass das Land in Verbindung mit dem Bund Frieda in den Haushalt einbringt. Bisher spielt Bundesverkehrsminister Ramsauer mit den Friedaer Bürgern" Lothar Quanz, SPD-Landtagsabgeordneter

"Die Landespolitiker kriegen es nicht hin, aus den 200 Millionen für das Land Hessen, die Ortsumgehung Frieda zu stemmen" Helmut Heiderich (CDU-Bundestagsabgeordneter)

"Hessens Verkehrsminister Posch hat in Gesprächen mit Ramsauer das Projekt Frieda ganz oben auf die Liste gesetzt" Jürgen Lenders, FDP-Landtagsabgeordneter

"Die Verantwortlichen sollten sich morgens um 7 Uhr mal an die Bushaltestelle stellen. Da wird einem angst und bange" Eine Friedaer Bürgerin (win)

Zwischenruf von LARS WINTER

Es ist kein Trost für die Friedaer Bürger, aber man kann unseren heimischen Politikern noch nicht mal einen Vorwurf machen. Seit Jahren setzen sie sich – und hier ist vor allem Lothar Quanz zu nennen – für die Ortsumgehung ein.Eines zeigten die Worte sämtlicher Politiker aber ganz deutlich: Ihre Einflussmöglichkeiten scheinen sehr begrenzt.

Denn weder Heiderich bei "seinem" Verkehrsminister Ramsauer, noch Quanz und Lenders bei "ihrem" Verkehrsminister Posch konnten bisher erreichen, dass   die schlappen 4,5 Millionen Euro nach Jahren der Planung und endlich gegebenen Baurechts auch fließen.Quanz und Co können sich offensichtlich den Mund fusselig reden – solange einer der beiden Minister nicht den Daumen pro Frieda in die Höhe streckt, wird auch nichts passieren.

Die bisher nicht erfolgte Genehmigung der 4,5 Millionen Euro ist  ein weiterer Schlag ins leidgeprüfte Gesicht der Friedaer Bürger. Es mutet bei dieser im Vergleich geringen Summe schon makaber an, wenn nur ein paar Kilometer weiter die teuerste Autobahn in der deutschen Geschichte gebaut wird...

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