Pferdesteuer kommt

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Werra-Meißner. Weißenborn beschließt die Steuer für Pferdehalter – Aktionsbündnis ist schockiert

Weißenborn/Werra-Meißner. Kaum etwas wurde seit der Schutzschirmdebatte in der Region so heiß diskutiert wie die Pferdesteuer. Jetzt, nachdem es lange Zeit ruhig war um dieses Thema, hat nun die Gemeinde Weißenborn die Pferdesteuer beschlossen. "Wie erst jetzt bekannt wurde, beschlossen die Stadtverordneten in Weißenborn am 27. November die Satzung der Pferdesteuer. Die 1.000-Seelen-Gemeinde führt damit zum 1. Januar 2014 eine gestaffelte Lenkungssteuer für Pferde ein, die bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ausgesetzt wird", so die Pressesprecherin des Aktionsbündnis gegen die Pferdesteuer, Carola Schiller. "Die Information ist komplett an den Reitern vorbeigegangen, die selbstverständlich völlig fassungslos über diesen Beschluss waren", so Schiller weiter.

"Die Ankündigung erfolgte über das Gemeindeblatt, das ersten Rückmeldungen zufolge nicht einmal allen Haushalten zugegangen ist. Auch deshalb erfuhren die Pferdehalter erst jetzt von der Entscheidung", so Schiller. Sie arbeitet seit gut zwei Jahren beim Aktionsbündnis gegen die Pferdesteuer, das insgesamt 18.000 aktive Mitglieder hat, um sachliche Aufklärungsarbeit zu leisten und Pferdehaltern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

"Bereits seit eineinhalb Jahren beschäftigen wir uns mit der Pferdesteuer und nun wurde dieser Beschluss gefasst", bestätigte der  Bürgermeister  der  Gemeinde Weißenborn, Thomas Mäurer – aber ganz klar darauf hinweist, dass noch nicht endgültig klar sei, ob die Pferdesteuer nun tatsächlich käme.

Auf die Halter kommen bis zu 120 Euro pro Pferd zu

"Das steht noch in den Sternen und hängt mit der gesetzlichen Entscheidung zusammen", so Mäurer weiter. In der Gemeinde Weißenborn gäbe es derzeit 45 Pferde, die sich auf 10 bis 12 Pferdehalter verteilen. Sollte die Pferdesteuer greifen, würde eine Steuer von 80 Euro für das erste Pferd, 100 Euro für das zweite und 120 Euro für jedes weitere Pferd auf die jeweiligen Halter zukommen.

Dass das nicht nur schwere Folgen für den Pferdesport haben könnte, davon ist nicht nur Carola Schiller überzeugt. Auch Jörg Zeidler aus Hornel, Vorsitzender des Kreisreiterbundes Werra-Meißner, sieht die Pferdesteuer als kritisch an: "Vier Pferde schaffen einen Arbeitsplatz. Bei einer Reduzierung des gesamten Pferdebestandes in Deutschland, der folgen wird, wenn die Pferdesteuer eingeführt wird, sind viele Wirtschaftsbereiche unmittelbar betroffen – wie Hufschmiede, Tierärzte, Landwirte, Futtermittelhandel, um nur einige zu nennen", so Zeidler.

Nils Walter aus Niederdorla im benachbarten Thüringen ist Hufschmied und führt den Betrieb bereits in dritter Generation. Seine Kunden kommen größtenteils aus dem Werra-Meißner-Kreis. Er sagt: "Bei mir würden fast 50 Prozent der Kunden wegbrechen, sollte die Pferdesteuer flächendeckend eingeführt werden. Für mich ist dann die Aufrechterhaltung meines Betriebes wirtschaftlich nicht mehr rentabel, so dass ich entscheiden muss, wie ich in Zukunft meinen Lebensunterhalt bestreite."

Ab ins Schlachthaus? 

Was mit Pferden passiert, deren Haltung sich Besitzer nicht mehr leisten können, das ahnt Uwe Bachmann, Vorsitzender des Reitvereins Sontra-Berneburg-Nentershausen: "Die Steuer würde für viele Pferde – gerade die älteren – letztendlich den Weg zum Schlachthaus bedeuten."

Außer Weißenborn hat sich noch Bad Sooden-Allendorf für die Pferdesteuer entschieden. Auch hier gilt es die Entscheidung des Oberlandesgerichtes abzuwarten.

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