1. und 3. Platz des des Hessischen Demografie-Preises 2012 gehen nach Datterode und Wanfried

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Wiesbaden/ Ringgau/ Wanfried . Der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, h

Wiesbaden/ Ringgau/ Wanfried . Der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat heute zum dritten Mal den Hessischen Demografie-Preis verliehen. Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto "Bürger machen Dörfer stark" und ging an vier herausragende Projekte zur Gestaltung des demografischen Wandels. Ausgezeichnet wurden die Projekte "Marktwert… Leben im Ringgau" in Datterode mit 12.000 Euro, "Familienhaus Neuenbrunslar" in Felsberg mit 7.000 Euro, "Erhalt historischer Bausubstanz" in Wanfried mit 3.000 Euro und "Ein Platz für alle" in Alheim mit ebenfalls 3.000 Euro.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Hessischen Staatskanzlei bezeichnete Wintermeyer die Gestaltung des demografischen Wandels als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, "die wir nur meistern können, wenn wir alle gemeinsam anpacken. Initiativen innerhalb der Bürgerschaft können bestimmte Probleme häufig besser und schneller lösen als der Staat. Deshalb haben wir bei der Auslobung des Demografie-Preises 2012 nach Projekten gesucht, die als hervorragende Beispiele für andere dienen können und die gezielt eine Verbesserung der Lebensqualität und des Zusammenlebens in hessischen Dörfern bewirken", sagte Wintermeyer. Darüber hinaus solle die Verleihung des Demografie-Preises natürlich dazu führen, dass herausragende Projekte bekannt gemacht werden und zur Nachahmung anregen.

Insgesamt haben sich 101 hessische Initiativen mit eigenen Projekten beworben. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Experten-Jury in einem zweistufigen Verfahren. Anhand festgelegter Bewertungskriterien wurden neun Projekte in die engere Wahl genommen. Hauptbewertungskriterien für die Jury waren der Innovationsgehalt der eingereichten Projekte, ihre Nachhaltigkeit und die Frage der Übertragbarkeit. Dazu kam das Vorhandensein von Kooperationspartnern. Die Verantwortlichen für die neun in die engere Wahl gekommenen Projekte waren eingeladen, ihre Konzepte noch einmal persönlich vor der Jury in der Hessischen Staatskanzlei zu präsentieren. Im Rahmen dieser zweiten Jury-Sitzung konnten sich die Jury-Mitglieder sehr eingehend noch einmal mit den Projekten auseinandersetzen und offene Fragen klären. Direkt im Anschluss an die Präsentationen hat die Jury abschließend beraten und sich für vier Preisträger (1. Preis, 2. Preis und zweimal 3. Preis) entschieden.

Die Preisträger im Einzelnen:

1. Preis (dotiert mit 12.000 Euro):

"Marktwert...Leben im Ringgau – Integriertes dörfliches Versorgungszentrum Datterode"

An diesem Projekt aus Datterode überzeugte die Jury insbesondere die Vielfalt der positiven Wirkun¬gen, die den "Marktwert" zu einem echten neuen Dorfzentrum machen. Kernstück ist der Laden, der die Grundversorgung im Ort sichert – auch für Menschen, die nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren können. Mit seinem Café und den Veranstaltungs¬räumen hat sich das "Marktwert" seit der Eröffnung im Herbst 2010 zu einem Kommu¬nikationspunkt für Jung und Alt entwickelt. Ein ehrenamtlich betriebener Bürgerbus fährt das "Marktwert" regelmäßig an, so dass auch die Einwohner aus den umliegenden Ortsteilen vom vielfältigen Angebot profitieren können. Für die Zukunft sind neben dem bereits bestehenden Angebot auch Sprechstunden von Ärzten und Therapeuten geplant.

Entscheidend für den Erfolg von "Marktwert" ist, dass sich die Datteröder Einwohner mit ihrem neuen Dorfzentrum identifizieren. Sie wirkten daher schon bei den Planungen mit und sind heute in großer Zahl, zum Beispiel im Verein "Dorf für alle", aktiv. Träger von Laden und Café ist die "Stellenwert GmbH", eine Tochter des Vereins "Aufwind – Verein für seelische Gesundheit", der auch die Bewerbung zum Hessischen Demografie-Preis eingereicht hat. Dadurch ist "Marktwert" nicht nur ein "integriertes dörfliches Versorgungszentrum", sondern auch ein Arbeitgeber, der Menschen mit Behinderungen beschäftigt und es ihnen so ermöglicht, mitten im gesellschaftlichen Leben zu stehen.

3. Preis (3.000 Euro)

"Erhalt historischer Bausubstanz durch eine ehrenamtliche Bürgergruppe" in

Wanfried

Eine besondere Stärke der Orte im ländlichen Raum ist ihr eigenes, historisch gewach¬senes Erscheinungsbild. In den Ortskernen ländlicher Gemeinden sind jedoch immer mehr Häuser vom Leerstand bedroht, schon heute stehen zahlreic¬he Häuser leer. Dieses Problem haben die Wanfrieder Bürger erkannt und sich im Jahr 2006 zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die dieser Entwicklung etwas entgegen setzen will. Architekten, Rechtsanwälte, Finanzierungsfachleute, Handwerker und Journalisten stellen ihre Fachkompetenz zur Verfügung. Sie betreuen Kaufinteres¬senten, zeigen Möglichkeiten einer neuen Nutzung auf, beraten bei Bau und Umbau und unterstützen bei Behördengängen. Kommune und Bürgergruppe arbeiten dabei Hand in Hand. Der Erfolg ist messbar. 25 Häuser gingen durch die Aktivitäten der Bürgergruppe in neue Hände über, 25 weitere Objekte konnten aufgrund der umfangreichen Öffentlich-keitsarbeit wieder vermittelt werden. Auch die Wanfrieder Handwerker und das Gast¬gewerbe profitieren vom neuen Interesse an Wanfried – von Handwerkeraufträgen im Wert von 1 Mio. Euro ist die Rede – und die Alt-Wanfrieder selbst identifizieren sich wieder stärker mit ihrer Stadt.

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