Praxisluft schnuppern- Schüler der Junior-Ingenieur-Akademie zu Gast bei B. Braun

+

Witzenhausen/Melsungen. Erstmals bot die B. Braun Melsungen AG 19 Neuntklässern des Gymnasialzweiges der Johannisbergschule, die in der Junior-Ingeni

Witzenhausen/Melsungen. Erstmals bot die B. Braun Melsungen AG 19 Neuntklässern des Gymnasialzweiges der Johannisbergschule, die in der Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) der Beruflichen Schulen Witzenhausen bereits drei Technikprojekte – Konstruktion eines Solarflugzeuges, einer Gravurmaschine und eines Brennstoffzellen-Modell-Fahrzeugs – erfolgreich abgeschlossen haben, die Gelegenheit, praktische Erfahrungen im Berufsalltag mit Auszubildenden von B. Braun Melsungen AG zu sammeln und ihr viertes Technikprojekt dort in drei Tagen durchzuführen. Während dieser Zeit waren die Schüler in der Pension Sonnenhang in Melsungen untergebracht.

Schüler konstruierten

Die JIA-Schüler erhielten den Arbeitsauftrag, aus einem mit Stiften gefüllten Magazin automatisch einzelne Stifte herauszunehmen (Vereinzelung). Dieser Prozess sollte über Druckluft (Pneumatik) mittels eines Zylinders erfolgen. Mit Hilfe von Druckluft sollten die Stifte vor dem Auswurf von möglichen Spänen befreit werden. Die Vorrichtung sollte so einfach (und kostengünstig) wie möglich mit dem Einsatz von Fräs-, Zerspanungs- und Drehmaschinen herzustellen sein.Aufgeteilt in zwei Gruppen, entwickelten die Schüler Ideen für die Umsetzung des Auftrages.

Ihre Ideen wurden anschließend von Auszubildenden, angehenden Industriemechanikern und Mechatronikern, auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft. Über ein CAD-Programm erstellten die Auszubildenden unter Beobachtung der JIAler die technischen Fertigungsunterlagen. Sie dienten den "angehenden jungen Ingenieuren" für den anschließenden Fertigungsprozess der Einzelteile, der wie die Endmontage und die Prüfung der Funktionsfähigkeit besonders spannend war. Die von den beiden Gruppen produzierten Vorrichtungen erwiesen sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit als funktionsfähig. Die eine Vorrichtung funktionierte völlig störungsfrei, bei der anderen verkanteten sich hin und wieder die ausgeworfenen Stifte.Für ihre Leistung erhielten die JIAler von allen Seiten ein großes Lob.

Gute Zusammenarbeit

"Für unsere eigenen Auszubildenden bot das Projekt die Möglichkeit, die eigenen sozialen Fähigkeiten weiter auszubauen, indem sie die Schülergruppen anleiten und betreuen mussten", ergänzte Rohde. JIAler Lukas Jank meinte, es sei besser gelaufen als erwartet, ihm habe der Praxisbezug und vor allem die Arbeit an den Maschinen gefallen. "Ich habe viel gelernt, es war sehr gut und ich konnte das in der Schule Gelernte hier einbringen", fügte Marvin Brandt hinzu.

"Ein großer Erfolg, der durch die hervorragende Kooperation zwischen der Schule und der B. Braun Melsungen AG sowie die finanzielle Unterstützung durch die VR-Bank Werra-Meißner ermöglicht wurde", so Studiendirektor Gerd Semmler, Leiter der Abteilung Berufliches Gymnasium/Fachoberschule der Beruflichen Schulen Witzenhausen und Initiator der JIA, der am letzten Tag die Schüler in der neuen Ausbildungswerkstatt besuchte.

Studienrat Michael Brandt und Studienrätin Maika Hippe, die die Schüler während der drei Tage betreut haben, dankten Axel Becker, Leiter der technischen Berufsausbildung bei B. Braun, und Georg Rohde, für ihren Einsatz, der weit über das hinaus ginge, was man eigentlich erwarten kann. Durch ihr Engagement sei dieses Projekt erst ermöglicht worden, so Michael Brandt, der gemeinsam mit Semmler die JIA leitet.

Was ist die Junior-Ingenieur-Akademie?

Die Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) wurde vor zwei Jahren in Kooperation zwischen den Beruflichen Schulen und der Johannisbergschule in Witzenhausen gegründet. Es war die zweite JIA in Hessen. Die JIA ist ein Modellprojekt, das von der Deutschen Telekom Stiftung unterstützt und grundsätzlich in den Gymnasialklassen 8 und 9 durchgeführt wird.Im Rahmen der JIA sollen Schülerinnen und Schüler frühzeitig für das Berufsbild des Ingenieurs und Wissenschaftlers begeistert werden. Die JIA zielt in hohem Maße darauf ab, die Selbstständigkeit, die Planungsfähigkeit und die Problemlösungsfähigkeit zu fördern.

Nicht fertige Modelle oder Werkzeichnungen und Arbeitspläne werden den Schülerinnen und Schülern vorgelegt, sondern allgemein inhaltliche Vorgaben, durch die die Schülerinnen und Schüler herausgefordert werden, zu planen, zu gestalten, zu konstruieren und technische Funktionseinheiten modellhaft zu realisieren, Leistungs- und Wirkungszusammenhänge in technischen Systemen und technischen Eigenschaften von Werkstoffen experimentell zu analysieren. Insbesondere der erfahrungs- und experimentbasierte Unterricht unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte bringt das höchste Interesse an den Naturwissenschaften hervor.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sattelzug rutschte auf der B 400 nahe Wommen in den Graben

Der Fahrer eines Sattelzuges gab an, von einem entgegenkommenden Fahrzeug stark geblendet worden zu sein. Daher kam er nach rechts von der Fahrbahn ab.
Sattelzug rutschte auf der B 400 nahe Wommen in den Graben

Actionpark Hirschhagen bietet neue Escape Rooms

Bildergalerie: Indiana Jones-Feeling im Actionpark Hirschhagen
Actionpark Hirschhagen bietet neue Escape Rooms

Busfahrer leicht verletzt- Linienbus kommt bei Herleshausen von der Straße ab

Am Dienstagmorgen kam aus ungeklärter Ursache ein Linienbaus bei Herleshausen von der Straße ab und landet in Zaun.
Busfahrer leicht verletzt- Linienbus kommt bei Herleshausen von der Straße ab

Ab Mai: Feierabendmärkte in Sontra, Ringgau und Wehretal

Die drei Kommunen Sontra, Wehretal und Ringgau haben sich zusammengeschlossen und bieten ab Mai jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr einen Feierabendmarkt. Der soll …
Ab Mai: Feierabendmärkte in Sontra, Ringgau und Wehretal

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.