Versuchter Mord in Eschwege: Frau des Opfers sagte unter Tränen aus

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Angriff: Mit einem Messer attackierte ein 57-Jähriger einen Eschweger Geschäftsmann und verletzte ihn dabei schwer.

Im Prozess gegen einen 57-jährigen Eschweger wegen versuchten Mordes an einem Eschweger Geschäftsmann (lokalo24 berichtete) am Kasseler Landgericht fand heute die Fortsetzung statt.

Eschwege/Kassel. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seinem Opfer aufgelauert, erst mit seinem Wagen dessen VW Passat gerammt zu haben und anschließend mit einem Brecheisen sowie Messer auf den Geschäftsmann losgegangen zu sein. Der Eschweger Geschäftsmann erlitt dabei zwölf Stich- und Schnittwunden und musste notoperiert werden. Er lag mehrere Wochen stationär im Krankenhaus und hat bis heute kein Gefühl im linken Mittelfinger sowie der Wade.

Im Mittelpunkt der Fortsetzung des Prozesses standen die Zeugenaussagen von Tochter und Ehefrau des Angeklagten sowie der Ehefrau des Opfers. Insbesondere die Ehefrau des Geschädigten machte mit ihrer emotionalen Aussage deutlich, welch tiefe Spuren die Tat des 57-Jährigen, der in einem psychatrischen Krankenhaus untergebracht ist, bei der gesamten Familie ausgelöst hat.

Unter Tränen sagte sie: „Nichts ist mehr, wie es einmal war.“ Sowohl sie als auch ihr Mann seien in psychotherapeutischer Behandlung, ihr Ehepartner leide seitdem unter sogenannten Flash-Backs (plötzliches Wiedererleben der Tat und dabei erlebter Gefühlszustände).

Nach Schilderung der Frau habe die einst tadellose Geschäftsbeziehung zwischen ihrem Mann und dem Angeklagten vor etwa drei Jahren eine Wendung erlebt, als der Angeklagte plötzlich anfing, eifersüchtig auf ihren Mann zu sein, weil er ein Verhältnis zwischen seiner Ehefrau und dem Opfer annahm. Dass es nie ein derartiges Verhältnis gab oder auch nur Ansätze, wurde bereits im bisherigen Verlauf des Prozesses deutlich, insbesondere jedoch durch die aktuellen Aussagen der Tochter und Ehefrau des Angeklagten.

Beide bestätigten die Annahme des Gerichts, dass der 57-Jährige sich diesbezüglich seine eigene Fantasiewelt geschaffen habe und psychisch krank sei. Erst kurz vor der Tat hatte ein Telefongespräch zwischen den beiden Ehefrauen stattgefunden, in der die Frau des Angeklagten noch davor warnte, dass „mein Mann krank ist und bei euch auftauchen könnte“.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt, dabei sollen neben weiteren Zeugen noch ein Gutachter gehört werden, der unter anderem die Schuldfähigkeit des Mannes zum Tatzeitpunkt beurteilen soll.

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