Raubvogel zerschreddert?

+

Sontra. Kadaver von Rotmilan unter Windrädern aufgefunden.

Sontra. Naturschützer und Vogelkundler schlagen Alarm: Erschreckende Fotos von ,zerschredderten’ Vögeln in der Nähe von Windrädern kursieren im Internet-Forum ,Birdnet’ der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.Karlfried Seidel aus Berneburg und Andreas Hohmann aus Heyerode fanden kürzlich auf dem Gelände der Berneburger Windkraftanlage ,Roter Berg’ einen toten Rotmilan. Sie fotografierten den Kadaver und leiteten die Bilder an Arno Werner aus Bebra weiter. Werner ist Leiter des regionalen Arbeitskreises der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. "Ich bin daran interessiert, dass die Öffentlichkeit erfährt, dass das Sterben der Großvögel, besonders der Rotmilane in den Windkraftanlagen auch im Werra-Meißner-Kreis begonnen hat", so Werner gegenüber unserer Zeitung. "Dieser tote Rotmilan ist kein bedauerlicher Einzelfall", so der Vogelkundler weiter. "Die Obere Naturschutzbehörde wurde mit Belegfotos auch aus dem Jahr 2013 informiert."

Bei der Planung von Windkraftanlagen werden Brutstätten und ,Einflugschneisen’ von Raub- und sonstigen Großvögel besonders berücksichtigt.Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus Eschwege kritisiert das Planungsvorgehen der Behörden jedoch scharf: "Hessen beabsichtigt im Kerngebiet des Rotmilanvorkommens, für das es europaweite Verantwortung trägt, beinahe auf jedem Mittelgebirgsrücken eine Kette von Windkraftanlagen zu errichten. Überall dort kommen Rotmilane vor und brüten." Die vorgeschriebenen Abstände zu den Windkraftanlagen seien ,schamvolle’ Mindestabstände, die die Biologie diese sich weit im Raum bewegenden Vogels nicht genügend berücksichtigen würden, unterstreicht Brauneis.Die so genannten ,Vogelverlus­te an Windenergieanlagen’ werden von der zentralen Fundkartei der Staatlichen Vogelschutzwarte dokumentiert. Tatsächlich stellt der Rotmilan mit dem Mäusebussard den größten Anteil derjenigen Vögel, die in der Nähe von deutschen Windkraftanlagen zu Tode kamen. In Hessen sind darin insgesamt 32 Vogelopfer verzeichnet, davon 18 Rotmilane, ein Weißstorch, acht Mäusebussarde, ein Turmfalke, ein Kranich, zwei Ringeltauben und eine Aaskrähe.

Der tote Rotmilan in Berneburg ist nach dieser Statistik der erste Raubvogelfund im Werra-Meißner-Kreis und wurde in der Fundkartei vom 29. April noch nicht berücksichtigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bau des neuen Hotels auf Müllers Weiden soll im März beginnen

Das Hotel, das durch das Unternehmerehepaar Kühnemund realisiert wird, soll auch noch im kommenden Jahr fertig gestellt werden.
Bau des neuen Hotels auf Müllers Weiden soll im März beginnen

Am Kreisel „Leimentor" in Eschwege: Autofahrer fuhr Radfahrer an und flüchtete

Der Radfahrer wurde durch den Zusammenstoß über die Motorhaube des Autos auf die Straße geschleudert und dabei leicht verletzt. Der Autofahrer fuhr weiter.
Am Kreisel „Leimentor" in Eschwege: Autofahrer fuhr Radfahrer an und flüchtete

Neuer Internetauftritt der Stadt Eschwege

Benutzerfreundlich, aufgeräumt, klar strukturiert und für Desktop, Tablet und Handy geeignet, das ist die neue Webseite der Kreisstadt Eschwege, die in der vergangenen …
Neuer Internetauftritt der Stadt Eschwege

Lions Club Eschwege-Werratal: Die Gewinnnummern des Adventskalenders

Täglich um neun Uhr veröffentlichen wir auf lokalo24.de die Gewinnzahlen des Adventskalenders des Lions Clubs Eschwege-Werratal.
Lions Club Eschwege-Werratal: Die Gewinnnummern des Adventskalenders

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.