Rettung des Werratalsees: „Nur zu sagen, was alles nicht geht, hilft nicht“

+

Eschwege/Meinhard. Schnelleres Handeln fordert Eschweges SPD-Chef Feiertag von der Verwaltung im Rathaus. Und: Er fordert eine Wasserspiegelanhebung.

Eschwege. "Es muss mehr getan werden", fordert Eschweges SPD-Chef Alexander Feiertag in Bezug auf die Rettung des Werratalsees. Eine stinkende Brühe ist momentan alles was vom beliebten Naherholungsgebiet übrig geblieben ist."Im Rathaus wartet man anscheinend ab, ob sich das Problem irgendwann von alleine löst, aber das wird es nicht", kritisiert Feiertag.

Für ihn ist trotz des Vetos des Regierungspräsidiums (RP) eine Wasserspiegelanhebung noch nicht vom Tisch, denn: Je niedriger der See, desto mehr Nährstoff-­­ eintrag durch die Werra. Die Folge: Die Pflanzen im See vermehren sich explosionsartig. Die bestehenden Gutachten, auf deren Basis das RP eine Wasserspiegelanhebung für nicht genehmigungsfähig einstuft, hält Feiertag für sehr vage."Wir müssen das RP, die Wasser- und Naturschutzbehörden, die Kommunen Eschwege und Meinhard und die Landwirte schnellstmöglich an einen Tisch bekommen, um das Problem in den Griff zu kriegen", fordert Feiertag.

Ihm schwebt eine schrittweite Anhebung des Wasserspiegels vor. "Fünf bis zehn Zentimeter pro Jahr. Dann kann man gucken und wissenschaftliche begleiten, wie der See reagiert und ob eine Verwässerung in Grebendörfer Wohngebieten eintritt", so Feiertag. Um den Wasserspiegel anzuheben, müssten nur die zwei existierenden Abläufe dicht gemacht werden.

"Es geht um sehr viel, es geht um ein riesiges Naherholungsgebiet, in das bisher sehr viel Geld für die touristische Infrastruktur investiert wurde. Daher brauchen wir dringend pragmatische Lösungen, um den umgekippten See zu retten. Und dazu gehört neben der Einbindung des Sees in das Hochwasserschutzkonzept der Kommunen im Werratal auch eine Wasserspiegelanhebung", will der SPD-Vorsitzende weiter Druck auf die Entscheidungsträger im Rathaus machen, damit endlich mehr Bewegung in die Angelegenheit komme.

Feiertag lobt die schnell umgesetzte Kanalsanierung in Schwebda und das Abfischen der Karpfen durch die Angler. "Beides wird dem See auf lange Sicht helfen, beides allein wird aber nicht ausreichen", ist sich der Diplom-Ingenieur der Stadt- und Landschaftsplanung sicher. Daher nutze es überhaupt nichts, nur zu sagen, was alles nicht gehe. "Wir müssen ausprobieren, was dem See helfen kann, wir brauchen mehr Bewegung in der Sache", sagt Feiertag.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Auto erfasst Fußgängerin

Am gestrigen Samstagnachmittag wurde eine Fußgängerin leicht verletzt, nach dem sie von einem Auto erfasst wurde.
Auto erfasst Fußgängerin

Kommunikationsübung für Tunnelbrand in Küchen

Ein Großeinsatz in der Tunnelröhre in Küchen wurde als Szenario durchgespielt.
Kommunikationsübung für Tunnelbrand in Küchen

Rund 200 Menschen beteiligten sich an Mahnwache gegen Rechte Gewalt

Rund 200 Menschen folgten am Mittwoch dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Bunt statt braun“ zu einer Mahnwache gegen Gewalttaten von rechts und für mehr Demokratie.
Rund 200 Menschen beteiligten sich an Mahnwache gegen Rechte Gewalt

Planungen zum WERRAGrenzPark in Herleshausen schreiten voran

Wenn die Fördermittel genehmigt werden und damit das Geld für die Umsetzung zusammen ist, könnte der WERRAGrenzPark in Herleshausen im Mai 2021 eröffnen.
Planungen zum WERRAGrenzPark in Herleshausen schreiten voran

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.