Richtige Weichen für die Zukunft unserer Feuerwehren stellen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Werra-Meissner-Kreis wurden ueber die Ergebnisse des Masterplans informiert. Foto: Privat
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Die Vertreterinnen und Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Werra-Meissner-Kreis wurden ueber die Ergebnisse des Masterplans informiert. Foto: Privat

Im Rahmen des Projektes "Region hat Zukunft" schreibt der Werra-Meißner-Kreis in Kooperation mit dem Verein für Regionalentwicklung Werra-

Im Rahmen des Projektes "Region hat Zukunft" schreibt der Werra-Meißner-Kreis in Kooperation mit dem Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner e.V. den Masterplan Daseinsvorsorge weiter. So begann im letzten Jahr mit einer Auftaktveranstaltung im E-Werk in Eschwege die Arbeit am Masterplan Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungswesen. Grundlage für die Erstellung des Masterplans ist die Erkenntnis, dass der Demografische Wandel sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft, also auch im Bereich der Gefahrenabwehr, bemerkbar macht. Um die sich daraus ergebenden Folgen abschätzen und notwendige Anpassungen rechtzeitig beginnen zu können, ist zum einen eine genaue Bestandsaufnahme des derzeitigen Zustandesund eine Projektion in die Zukunft erfolgt. Der Masterplan analysiert dabei im Detail Einsatzstärken, Einsatzzeiten und die erwartete personelle Entwicklung.

Die Ergebnisse dieser Arbeit liegen nun in Form des Masterplans vor und wurden den Vertretern der Städte und Gemeinden sowie den Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten nun bei einer erneuten Veranstaltung im E-Werk Eschwege vorgestellt. "Der Werra-Meißner-Kreis ist der erste Landkreis in Hessen, der nun eine Richtschnur für die zukünftige Entwicklung und Gestaltung der Gefahrenabwehr hat", unterstreicht Landrat Stefan Reuß die Bedeutung des Projekts. Neben einer Analyse der Struktur auf Kreisebene werden bis Ende des Jahres auch für alle Städte und Gemeinden detaillierte Auswertungen und Zukunftsprognosen zur Entwicklung der Personalstruktur und der sich daraus ergeben Einsatzmöglichkeiten im Bereiche der Feuerwehren, des Rettungswesens und des Katastrophenschutzes vorliegen. "Die Analyse der derzeitigen Strukturen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden und natürlich auch mit den Feuerwehren und den Hilfsorganisationen", erläutert Kreisbrandinspektor Christian Sasse.

Im nächsten Schritt werden die Städte und Gemeinden mit den örtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Gefahrenabwehr die Ergebnisse der Studie diskutieren und gegebenenfalls auch die Bedarfs- und Entwicklungspläne anpassen, die die Grundlage für die Zukunftsplanung der kommunalen Gefahrenabwehr darstellen. Darüber hinaus gilt es, die aus dem Masterplan als am dringendsten herauszulesende Problematik, nämlich die dünner werdende Personaldecke, als Herausforderung zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Dabei muss auf den verschiedensten Ebenen das ehrenamtliche Engagement in den Feuerwehren und Hilfsorganisationen gefördert werden. Hier sind neben den Kommunen auch die örtlichen Arbeitgeber gefordert. So geht es beispielsweise darum, den ehrenamtlich Tätigen Gelegenheit und Zeit für die notwendigen Aus- und Weiterbildungen zu geben, sie aber insbesondere auch zu Einsätzen freizustellen. Um Kinder- und Jugendliche möglichst frühzeitig für die Arbeit und die Mitarbeit in den Feuerwehren und Hilfsorganisationen zu interessieren, muss neben der Brandschutzerziehung auch eine verstärkte Präsenz des Themas in den Schulen erreicht werden. Entsprechende Arbeitsgemeinschaften sind hier ein möglicher Weg, der zum Teil auch schon erfolgreich beschritten wird und zukünftig einer noch höheren Bedeutung gewinnen wird. Hinzu kommt das verstärkte werben um Feuerwehrfrauen. "Viele Mädchen engagieren sich zwar in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, aber nur die wenigsten wechseln in die Einsatzabteilungen; das muss sich ändern", unterstreicht Kreisbrandinspektor Christian Sasse.

"Nur wenn es gelingt, heute die richtigen Weichen zu stellen, dann können wir die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort sichern und vermeiden, dass wir eines Tages gezwungen sind, eine Pflichtfeuerwehr oder eine teure hauptamtliche Feuerwehr einführen zu müssen. Deshalb gilt es heute in die Freiwilligkeit zu investieren", fasst es Christian Sasse zusammen. Landrat Reuß forderte die Verantwortlichen vor Ort auf, die Ergebnisse des Masterplans eingehend zu analysieren und im breiten Dialog mit der Kommunalpolitik, den Mitgliedern der Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und die Konsequenzen deutlich zu machen. "Wir als Kreis wünschen uns sehr, dass die Freiwilligen Feuerwehren auch zukünftig in allen Orten den Brandschutz sicherstellen können und werden das auch weiterhin zusammen mit den Kommunen durch eine gute technische Ausstattung unterstützen.

Gemeinsam mit den Kommunen werden wir ebenso Maßnahmen ergreifen, um das Ehrenamt im Bereich der Gefahrenabwehr zu stärken. Doch sind hier auch alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft aufgerufen, mitzuhelfen, damit die Freiwilligen Feuerwehren und die Hilfsorganisationen eine gute Zukunft haben", so Landrat Reuß.

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