Schlimm, ganz schlimm!

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Lars Winter. Foto: Redaktion

Eschwege. Ein Kommentar zum Benehmen junger Männer im Gerichtssaal.

Eigentlich das typische Szenario, das Wochenende für Wochenende passiert: Ein Junge und ein Mädchen kommen sich zu nah, der gehörnte Noch-Freund geht dazwischen. Es kracht.

Es gibt Täter. Es gibt Opfer, Es gibt Zeugen. Auch in diesem Fall. Allerdings: Wie hier vor Gericht die jungen Herren teilweise auftraten, da verliert man jeglichen Glauben. Den Glauben an eine gute Erziehung. Und noch schlimmer: Den Glauben an die Wahrheit.

Der Hauptbelastungszeuge, der sich bei der polizeilichen Vernehmung noch felsenfest sicher war, dass der Angeklagte das Glas geworfen habe, wusste das vor Gericht plötzlich nicht mehr. Der Tipp vom Staatsanwalt, sich mal beim eigenen Vater – einem Polizisten – über die Folgen einer falschen Verdächtigung schlau zu machen, kam nicht von ungefähr.

Den Vogel abgeschossen hat aber der andere Zeuge. Betrunken, geschubst, gestolpert, Glas im Gesicht des Opfers. Wie? Konnte er sich nicht mehr erinnern. Wurde ihm so erzählt. Wochen später. Wird also so gewesen sein. Straf- und zivilrechtliche Konsequenzen? Egal. Scheißegal sogar. Zumindest hinterließ der Zeuge genau diesen Eindruck.

Warum er das erst jetzt sage vor Gericht. Und nicht schon früher bei der Polizei? "Ich wollte es eben hier sagen. Polizei, Polizei, die sind doch brotlose Kunst."

Schwerstens genervt schien er von all dem zu sein, was ihn die Richterin fragte. Ob er sich der Tragweite seiner Aussage bewusst sei? Vielleicht 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen zu müssen? Strafrechtlich verfolgt zu werden? Schien alles keine Rolle zu spielen. Hauptsache zeigen, wer selbst hier im Gerichtssaal noch der Babo ist. Schlimm. Ganz schlimm.

Hier geht's zum Artikel "Angeklagter: Ich war's nicht, mein Freund war's"

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