Schmagold im Interview: „Der Kreis kann mehr“

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CDU-Landratskandidat Magnus Schmagold im Gespraech mit Marktspiegel-Redaktionsleiter Lars Winter (re.). Foto: Simon

Werra-Meißner. Am nächsten Sonntag ist Landratswahl im Werra-Meißner-Kreis. Der Marktspiegel sprach mit beiden Kandidaten, Magnus Schmagold und Ste

Werra-Meißner. Am nächsten Sonntag ist Landratswahl im Werra-Meißner-Kreis. Der Marktspiegel sprach mit beiden Kandidaten, Magnus Schmagold und Stefan Reuß. Hier lesen Sie das Interview mit dem Herausforderer.

Marktspiegel (MS): Herr Schmagold, Sie sind beruflich erfolgreich in der freien Wirtschaft. Was reizt Sie an dem Chefsessel im Landratsamt?

Schmagold: Ich bin mit meiner Heimat sehr eng verbunden und möchte daher für eine gute Zukunft unseres Kreises kämpfen. Ich werde mich als Landrat dafür einsetzen, dass wir eigenständig bleiben. Das geht nur durch stabile Finanzen und einer soliden Wirtschaft.

MS:Welche Voraussetzungen bringen Sie für das Amt mit?

Schmagold: Zunächst einmal: Ich bin motiviert, unseren Kreis voran zu bringen und unsere Herausforderungen offensiv anzugehen. Eigene Verantwortung und Entscheidungskompetenzen kenne ich aus dem internationalen Konzern, in dem ich arbeite. Zudem habe ich mit einem betriebswirtschaftlichen Abschluss und einem juristischen Aufbaustudium auch die nötige fachliche Qualifikation für das Amt. Und ich habe viele frische Ideen.

MS: Sie sehen die öffentliche Verschuldung als ein zentrales Problem unseres Kreises an. Was wollen Sie dagegen tun?

Schmagold: Wir sehen gerade in Südeuropa, welche katastrophalen Folgen aus überzogener Verschuldung folgen. Das müssen wir für unseren Kreis unbedingt vermeiden. Ich werde als Landrat durch mehr interne Verwaltungszusammenarbeit mit den kreiseigenen Städten und Nachbarkreisen die Effizienz der Verwaltung deutlich erhöhen und dadurch die Haushalte des Kreises und der Städte entlasten. Hier können wir sparen, ohne den Service für den Bürger einzuschränken.

MS:Alles redet von der Energiewende. Wie möchten Sie diese im Kreis herbeiführen bzw. fördern?

Schmagold: Ich sehe in der Energiewende eine große Chance für unseren Kreis. Ich setze mich für Projekte ein, an denen sich die Bürger beteiligen können. Die Gewinne die dabei entstehen, bleiben so im Kreis. Gegenwärtig fließen jedes Jahr ca. 40 Mio. Euro an Energiekosten aus unserem Kreis ab – dies werde ich deutlich reduzieren.

MS:Der Kreis verliert massiv an Schülern. Werden Sie nach der Amtseinführung Schulen schließen?

Schmagold: Es ist richtig, dass der Kreis in den letzten zehn Jahren einen Rückgang der Schülerzahlen von zirka 25 Prozent hinnehmen musste. Dennoch stehe ich für eine flächendeckende Schullandschaft mit leistungsstarken Schulen. Hierfür müssen wir weiterhin in die Schulen investieren.

MS: Sie haben bei einer öffentlichen Veranstaltung gesagt, dass der Kreis noch nicht alle Potentiale ausgereizt hat und beabsichtigen auch die Wirtschaftsförderung schlagkräftiger zu machen.

Schmagold: Es ist für mich keine Frage: der Kreis kann mehr! Wir müssen unsere geographische Lage erfolgreicher für Unternehmensansiedlungen vermitteln und die Möglichkeiten, die unsere wunderschöne Landschaft vorhält, viel stärker in ein abgestimmtes, umfängliches Tourismusangebot umsetzen. Viele Projekte wie die Internetversorgung dauern einfach zu lange – dies werde ich ändern.

MS: Wie sehen Sie die Zukunft des Kreises?

Schmagold: Ich sehe einige wesentliche Herausforderungen für unseren Kreis. Wenn diese gelöst werden, hat der Kreis – davon bin ich überzeugt – eine gute, erfolgreiche Zukunft. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, den Bevölkerungsverlust aufzuhalten. Den hier lebenden Menschen muss bewusst werden, dass dieser Kreis nicht mehr an der Zonengrenze liegt, sondern in der Mitte Europas und sich hier viele Chancen für Beruf und Ausbildung ergeben. Über die Kreisgrenzen hinaus halte ich den zielgerichteten Aufbau eines Image als idealen Wohn- und Lebensstandort für sehr wichtig. Ich will dem Kreis ein neues Selbstbewusstsein vermitteln.

Hier geht's zum Interview mit Stefan Reuß (SPD)

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