Schwalben sind im Werra-Meißner-Kreis zurück

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Symbolfoto: Rauchschwalben

Die ersten Sichtungen von Schwalben im Kreis sind bereits Ende März gemeldet worden.

Werra-Meißner-  Auf die Mitteilung im April  zur Abfrage des Schwalbenvorkommens haben knapp 50 Bürgerinnen und Bürger aus dem Werra-Meißner-Kreis und einigen angrenzenden Ortschaften eine Rückmeldung gegeben, teilt die Untere Naturschutzbehörde mit.

Die erste mitgeteilte Sichtung stammt von Klaus Scholz, der bereits am 28. März mehrere Mehlschwalben in Meinhard-Motzenrode gesichtet hat. Mittlerweile sind auch vier seiner sechs Kunstnester wieder bewohnt und bebrütet.

Am 4. April hat Bernd Künzel die erste Rauchschwalbe in Waldkappel-Bischhausen gesichtet, zwei Tage später waren sie schon zu zweit und am 18. April waren bereits drei Nester wieder besetzt.

Gleich am 6. April meldete nicht nur Andreas Thiele in BSA-Kleinvach die erste Mehlschwalbe, auch in Berkatal-Hitzerode, Großalmerode-Laudenbach und Rommerode sowie in Meinhard-Frieda wurden an diesem Tag Schwalben gesichtet.

Fehlendes Baumaterial

Mittlerweile dürften in allen Ortsteilen die Schwalben zurück sein und entweder schon brüten oder noch mit Nestbau bzw. Restaurierungsarbeiten beschäftigt sein. Das Baumaterial ist für alle natürlich nistenden Schwalben (neben der Futterversorgung durch Insekten) ein kritischer Punkt. Viele Feldwege sind verbaut, gepflastert oder geschottert, Ufer von Bachläufen befestigt. Die Schwalben können also nirgends an Baumaterial gelangen, die Baumärkte sind für sie permanent geschlossen worden. Abhilfe kann geschaffen werden, indem Lehmpfützen angelegt und diese regelmäßig feucht gehalten werden. Bei Fragen hierzu berät die Naturschutzbehörde gerne.

Generell ist die Behörde zufrieden mit dem Rücklauf. „Wir haben keine vollständige Kartierung erwartet und wollten das Bewusstsein für die Tiere und ihre Bedürfnisse wecken. Das ist gelungen und wir haben wertvolle Hinweise über bisher unbekannte Rauchschwalben-Standorte erhalten“, so Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann.

Rauchschwalben brüten in immer in Ställen und Scheunen mit wenig Zugluft und leben typischerweise mit Nutztieren zusammen. Die Wärme und das Vorhandensein von Insekten sind für sie wichtig.

Dadurch, dass kleinbäuerliche Landwirtschaft mit Tierhaltung in offenen oder zumindest für Schwalben zugänglichen Ställen mehr und mehr aufgegeben wird, haben es Rauchschwalben noch schwerer als Mehlschwalben. Ihr Bestand ist noch deutlicher rückläufig. Im Werra-Meißner-Kreis gibt es aber noch immer einige gute Standorte mit großen Kolonien.

Neben Sichtungen konnte die Naturschutzbehörde auch beratend unterstützen. So verlegt eine Hauseigentümerin die geplante Renovierung der Außenfassade auf den Herbst und wird in diesem Zug sowohl Kotbretter unter natürlichen Nestern wie auch einige zusätzliche Kunstnester anbringen lassen. Als Fassadenputz hat sie sich für eine raue Variante entschieden, daran können die Schwalben besser anbauen.

Auf einem Hof gab es eine „ewig nasse Pfütze“ die aber aufgrund des fehlenden Regens steinhart ausgetrocknet ist. Dort haben sich Schwalben stets mit Nistmaterial versorgt. In der Nachbarschaft des Hofes haben sich nun Menschen zusammengefunden, die abwechselnd dafür Sorge tragen möchten, die Pfütze feucht zu halten.

Weitere Anfragen betrafen das Aufhängen von künstlichen Nisthilfen, das korrekte Anbringen von Kotbrettern und das Futterangebot.

Mittlerweile dürften nicht nur in allen Gemeinden wieder Schwalben zu sehen sein, sondern auch die ersten Mauersegler.

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